Willkommen bei Zahnmedizin Luzern – Ihr Partner für individuelle Zahnbehandlungen
Bei Zahnmedizin Luzern stehen Sie als Patient mit Ihren individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt unserer zahnärztlichen Arbeit. Unser oberstes Ziel ist es, Ihnen eine massgeschneiderte Behandlung zu bieten, die genau auf Ihre persönlichen Anforderungen und Wünsche abgestimmt ist. Dieses Ziel wurde von unserem Gründer, Dr. Jürg Eppenberger, festgelegt, dessen Vision und Hingabe die Grundlage unserer Praxis bilden.
In unserer Praxis erwartet Sie eine einzigartige Kombination aus umfangreichem Wissen und langjähriger Erfahrung.
Dr. Alexandra Kette, Expertin in der Oralchirurgie, und Dr. Benjamin Kette, Spezialist in Parodontologie, arbeiten Hand in Hand, um Ihnen eine umfassende zahnmedizinische Versorgung zu bieten. Diese Synergie der Fachgebiete ermöglicht es uns, selbst komplexe Fälle aus unterschiedlichen Perspektiven zu analysieren und Behandlungskonzepte zu entwickeln, die alle Facetten Ihrer dentalen Gesundheit berücksichtigen.
Bei Zahnmedizin Luzern verpflichten wir uns zur Exzellenz in allen Bereichen unserer Praxis – von der präzisen Diagnostik über die sorgfältige Behandlungsplanung bis hin zur umfassenden Nachsorge. Wir setzen auf modernste Technologien und Methoden, um sicherzustellen, dass jede Behandlung den höchsten Standards entspricht.
Wir laden Sie herzlich ein, die Vielfalt unserer Dienstleistungen zu entdecken und Teil unserer Praxisgemeinschaft zu werden. Bei uns finden Sie nicht nur hochqualitative zahnmedizinische Versorgung, sondern auch ein Team, das sich Ihrer Gesundheit und Ihrem Wohlbefinden mit Leidenschaft und Engagement widmet.
Das Team hinter der Praxis
Unser Praxisteam arbeitet Hand in Hand, um Ihnen die beste Betreuung zu gewährleisten.

Publikationen
Berichte aus Zeitschriften und Fachpublikationen
Kariessanierung mit Bulk Flow One ohne zusätzliche Deckschicht
Wirtschaftlichkeit ist in der Zahnarztpraxis die Grundlage für den Erfolg und die Zufriedenheit von
Praxisteam und den Patienten. Im Zuge der Klinischen Erprobung mit dem neuen Bulk Flow One von
Kulzer Dental, welches ohne zusätzliche Deckschicht für wirtschaftliche Seitenzahnfüllungen ideal
geeignet ist, stellt Dr. Benjamin Kette den ersten von insgesamt fünf Anwenderfällen vor.
Statement
Mit Einführung der Bulkfill-Materialien sollte die Füllungslegung, insbesondere in tiefen Kavitäten (zum Beispiel nach endodontischen Behandlungen) beschleunigt und vereinfacht werden.
Aufgrund der neuen Materialeigenschaften lassen sich auch Kompositschichten mit bis zu 4 mm Höhe polymerisieren. Die Bulkfill Methode fand jedoch, wenn wir ehrlich sind, vorwiegend in bereits Wurzelkanalbehandelten Zähnen Anwendung.
Die angepriesene Zeitersparnis war durch das Kaschieren des transluzenten, gräulichen Füllmaterials wieder nichtig, was insbesondere
bei ästhetisch anspruchsvollen Restaurationen die Anwendung stark limitierte. Venus Bulk Flow One ist für mich vergleichbar mit der Einführung von Scotchbond (3M Espe). Es vereint alle gewünschten Materialeigenschaften in einem Produkt.
Es lässt sich trotz wunderschöner Farbadaption zur vorhandenen Zahnhartsubstanz mit bis zu 4 mm Inkrementen polymerisieren, benötigt keine Deckschicht und verfügt über eine
für die Verarbeitung sehr angenehme Konsistenz. Diese lässt eben genau noch eine Fließfähigkeit zu, macht aber auch die korrekte Konturierung von Kauflächen möglich. Für genügend
Röntgenopazität ist mit über 250 % Al (% – Aluminumäquivalent) ausreichend gesorgt. Die Kombinationsmöglichkeit mit den jeweiligen, bereits praxisintern vorhandenen (meth)Acrylatbasierten
Bondings und Kompositen, rundet das Produkt ab.
Autor: Dr. Benjamin Kette
3D Drucker Sol 170 von Voco im Praxistest
Um die Lücke im digitalen Behandlungsworkflow zu schließen, hatten wir die Möglichkeit in unserer Praxis den Voco 3D Drucker Sol 170® zu testen. Er stellt eine bezahlbare Option dar, die multipelsten Materialen zu drucken. So ist der Druck von flexiblen Bruxismusschienen, Zahn- und Kiefermodellen bis hin zu sterilisierbaren Bohrschablonen für die Implantologie möglich.
Herstellung einer Bruxismusschiene im 3D-Druckverfahren mit V-Print splint comfort
Zur Reduzierung der Bruxismusaktivität, Attrition sowie einer eventuellen
Schmerzsymptomatik kommen temporär zu tragende Schienen zum Einsatz. Diese können
sowohl konventionell im Tiefziehverfahren als auch digital hergestellt werden. Im folgenden
Beitrag wird die Herstellung einer klar transparenten Bruxismusschiene im 3D-Druckverfahren
(V-Print splint comfort, Fa. VOCO) bei einer 23-jährigen Patientin beschrieben.
Auf den Zahn gefühlt
Der Zahnarztbesuch, und sei es auch nur zur Kontrolle, gehört zu den alljährlichen «Freuden» der wohl meisten Schweizerinnen und Schweizer. Der Beruf einer Zahnärztin oder eines Zahnarztes beinhaltet jedoch vieles mehr als Zähne ziehen und Löcher flicken.
Den Zähnen wird zu viel Saures gegeben, Interview mit Dr. Jürg Eppenberger in der "Zentralschweiz am Sonntag"
Wie überwinde ich die Angst vor dem Zahnarztbesuch?
Frage
Ich (w, 65) müsste an sich dringend zum Zahnarzt, doch ich schaffe es nicht mehr. Wenn beim Röntgen die Aufnahmeplättchen im Mund platziert werden, erfasst mich ein unkontrollierbarer Brechreiz, ich erleide Krampfanfälle. Ein Bekannter hat mir von einer Rundumaufnahme-Möglichkeit erzählt, die er problemlos überstehe. Mein Zahnarzt will aber nichts davon wissen. So schiebe ich den Zahnarztbesuch immer wieder auf die lange Bank. Wie kann ich die Angst vor dem Würgereiz und somit vor dem Zahnarzt angehen? R. F. in E.
Kurzantwort
Das einfachste Hilfsmittel gegen den Brechreiz beim Zahnarzt ist, sich absolut auf das Stillhalten der Zunge zu konzentrieren. Denn Patienten mit Brechreiz versuchen unbewusst, Fremdes (etwa die Röntgenfolie) mit der Zunge aus dem Mund zu stossen, was ja nicht gelingt – und eben Stress, Angst und Brechreiz zur Folge haben kann.
In der Zahnarztpraxis gibt es einige Methoden, um den Brechreiz und die dadurch aufkommende Angst zu verhindern. Der wichtigste Punkt ist das persönliche Vertrauen in den Zahnarzt. Dazu gehören viele Aspekte, unter anderem eine schmerzfreie und ruhige Behandlung: Es gibt heute Methoden, lokale Anästhesien zu setzen, deren Einstich nicht oder kaum mehr spürbar ist. Die Patienten verlieren dadurch in vielen Fällen weitgehend die Angst und können sich während der Behandlung eher entspannen, was den Brechreiz stark vermindert. Bei Zahnbehandlungen kann die Isolation mit Kofferdam sehr hilfreich sein, einer Latexfolie, die mit einer speziellen Klammer um den zu behandelnden Zahn gespannt wird und als Barriere zum Mundinnenraum dient. Der Zahnarzt erhält so den idealen Zugang zum Zahn, muss aber die kritischen Zonen wie Zunge oder Gaumen nie berühren.
Röntgen ohne Würgereiz
Als direkte Hilfe gegen den Würgereiz beim Röntgen stehen anästhesierende Lutschtabletten (Sedagul®) oder Sprays zur Verfügung, die sehr wirksam sind. Hypnosemethoden können ebenfalls eingesetzt werden, setzen aber entsprechendes Wissen des Behandlers voraus (mehr Informationen und Adressen zur Hypnose in der Zahnmedizin auf: www.smsh.ch). Lachgas ist ebenfalls eine gute Möglichkeit.
Neuste Röntgengeräte für Rundumaufnahmen (OPT) sind sehr detailgenau, zum Auffinden von Karies aber nicht ideal. Dazu braucht es Mundröntgenbilder, die es jedoch auch in kleinen Grössen gibt.
Einfachste Methode
Wer unter Brechreiz leidet, sollte sich darauf konzentrieren, seine Zunge bewusst absolut ruhig zu halten. Patienten mit Brechreiz versuchen unbewusst, etwa die Röntgenfolie mit der Zunge aus dem Mund zu stossen. Dies gelingt bekanntlich nicht, und so werden der Brechreiz, der Stress und die Angst ausgelöst. Die Methode des «Ruhighaltens der Zunge» kann bei allen Behandlungen in der Zahnarztpraxis angewendet werden. Sie ist einfach, ohne Nebenwirkungen und in 99 Prozent der Fälle erfolgreich. In der Praxis braucht es aber ein bewusstes Coaching durch den Zahnarzt und einige Übungen mit dem Patienten. Persönlich habe ich damit die besten Erfahrungen gemacht.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 09. Juli 2012
Warum ist eine Zahnwurzelbehandlung nötig?
Frage
Infolge einer nicht enden wollenden Entzündung muss ich beim Zahnarzt eine Wurzelbehandlung machen lassen. Worum geht es dabei genau, was macht der Zahnarzt konkret? Weshalb kommt es überhaupt zu solchen schmerzhaften Zahnnerventzündungen? Gibt es alternative Behandlungsmethoden? H. B. in K.
Kurzantwort
Dringen aufgrund eines Risses in den oberen Zahnschichten, einer schweren Zahnfleischentzündung, einer tiefen Karies usw. von Kälte, Säure, Zucker oder Druck beim Kauen verursachte Reize bis zum Zahnnerv durch, kann dies zu einer Entzündung des Nervs führen. Dieser meldet dann einen massiven Zahnschmerz, der erst nach einer Wurzelbehandlung oder dem Absterben des Nervs nachlässt.
Wurzelbehandlungen haben zum Ziel, den Zahnnerv aus dem Zahninnern und aus seinen Wurzeln zu entfernen, den dabei entstehenden Hohlraum zu reinigen, zu desinfizieren und mit einem Füllmaterial aufzufüllen. Der Zahn selbst bleibt dabei bestehen.
Ursache: Zahnschaden
In einem gesunden Zahn ist der Nerv durch die harten Zahnwände sehr gut geschützt. Die Zahnnerven spüren wir erst, wenn ein Reiz (Kälte, Säure, Zucker, Druck beim Kauen usw.) durch diese äusseren Zahnschichten hindurch bis zum Nerv gelangt. Diese Reize gelangen jedoch erst zum Nerv, wenn ein Schaden vorliegt, sei es ein Riss in den oberen Zahnschichten, eine schwere Zahnfleischentzündung mit starkem Knochenschwund (Parodontitis) oder klassischerweise eine tiefe Karies.
Zahn wird zur Druckkammer
Reize, die weit ins Zahninnere vordringen, stören den Nerv derart, dass er sich entzünden kann. Entzündung ist immer mit einer Schwellung verbunden. Da diese Schwellung sich im Zahninnern in keine Richtung ausbreitenkann, entsteht zusätzlich ein Druck auf den Nerv. In dieser Situation meldet der Nerv einen massiven, unerträglichen Zahnschmerz, der erst durch eine Wurzelbehandlung oder das Absterben des Nervs nachlässt. Ohne Wurzelbehandlung kann der tote Zahn später wieder Schmerzen verursachen, wenn sich der abgestorbene Nerv (zum Beispiel mit Bakterien) infiziert. Das tote Gewebe kann sich gegen die Erreger nicht wehren, und es entsteht ein sogenannter Eiterzahn, der erneut massive Schmerzen und oft auch eine Schwellung im nahen Kieferbereich verursacht.
Um eine Wurzelbehandlung durchführen zu können, muss ein Zugang zum Nerv hergestellt werden, das heisst, es muss ein Loch in den Zahn gebohrt oder eine bestehende Füllung entfernt werden. Die Ursache muss selbstredend ebenfalls bereinigt werden, beispielsweise ein Riss abgedichtet oder die Karies entfernt werden. Der entzündete oder tote Nerv wird mit feinen Nadeln und Feilen bis zu den Wurzelspitzen entfernt. Der entstandene Hohlraum wird, wie erwähnt, gereinigt, desinfiziert und mit einem Füllmaterial dicht aufgefüllt.
Alternative: Ganzen Zahn ziehen
Als Alternative zur Wurzelbehandlung kommt in gewissen Fällen die Entfernung des Zahnes in Frage. Die Lücke, die dadurch entsteht, kann mit einem Implantat oder einer Brücke geschlossen werden.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 09. Juli 2012
Ist der Zahnfleischschwund eine Alterserscheinung?
Frage
Ich, w, 72, habe noch alle meine Zähne. Doch in letzter Zeit stelle ich einen massiven Schwund meines Zahnfleisches fest. Ich putze mehrmals täglich meine Zähne vorsichtig, mit weicher Bürste. Alle sechs Monate lasse ich den Zahnstein entfernen. Betroffen sind vor allem die Eckzähne im Unterkiefer. Was kann ich sonst noch unternehmen? Ist der Zahnfleischschwund eine Alterserscheinung, gegen die man nichts machen kann? C. B. in L.
Kurzantwort
Ein kontinuierlich verlaufender leichter Schwund des Zahnfleisches ist normal und meist ohne Gefahr für die Zähne. Ist der Schwund aber stark, kann dies auf eine Entzündung hindeuten. Auch falsches Zähneputzen kann zu stärkerem Zahnfleischschwund führen, der behandelt werden muss, vor allem, wenn er mit einer Entzündung verbunden ist.
Kontinuierlich verlaufender leichter Zahnfleischrückgang ist ein normaler Vorgang und findet über das ganze Leben statt. Es handelt sich dabei um einen normalen «Alterungsprozess», bei welchem die Zähne nicht gefährdet sind und keine Entzündung mitbeteiligt ist. In stärkerem Ausmass jedoch kann der Zahnfleischrückgang Zeichen einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder gar einer Entzündung des darunter liegenden Knochens sein (Parodontitis).Ein weiterer Grund für den Zahnfleischschwund ist falsches Zähneputzen mit zu viel Druck, harter Zahnbürste und schrubbenden Bewegungen.
Mögliche Behandlungen
Vor einer allfälligen Behandlung muss die Ursache des Zahnfleischrückgangs gesucht werden. Ist eine Zahnfleischentzündung oder gar eine Parodontitis schuld, muss diese Erkrankung unbedingt behandelt werden. Ohne Behandlung würde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Zahnfleischrückgang fortschreiten, und die Zähne könnten schliesslich verloren gehen. Wenn Sie das nächste Mal, nach sechs Monaten, zur Dentalhygienikerin gehen, wird Ihr Zahnarzt Ihnen den Grund Ihres Zahnfleischrückgangs angeben können. Übrigens ist wissenschaftlich bewiesen dass die Dentalhygiene für die Gesunderhaltung des Gebisses einen sehr hohen Nutzen hat. Ist eine ungeeignete Zahnputztechnik die Ursache, so sollte diese korrigiert werden. Eine korrekte Reinigungsmethode (z. B. Stillmann- Technik) mit einer weichen Zahnbürste und einer schonenden fluoridhaltigen Zahnpasta schützt vor weiterem Zahnfleischrückgang. Dazu ist auch eine professionelle Beratung sinnvoll. Auch neue, elektrische, hydrodynamisch wirkende Zahnbürsten können hier wertvolle Dienste leisten (siehe Ratgeber "Hilft elektrische Zahnbürste bei Zahnfleischproblemen?").
Zahnfleisch verschieben
Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Zahnfleisch mit einem kleinen operativen Eingriff wieder an den ursprünglichen Ort zu bringen, das heisst die Wurzel auf eine natürliche Art wieder abzu-decken. Diese Methode ist nur beim Zahnfleischrückgang ohne beteiligte Entzündung möglich und auch da nicht in allen Fällen. Falls sie aber durchgeführt werden kann, ist die Wirkung sehr erfolgreich und oft von lebenslanger Dauer.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 25. Oktober 2010
Ich habe Zahnschmerzen, trotz neuer Füllungen
Frage
Ich habe grosse Probleme mit meinen Zähnen. Seit zirka vier Monaten habe ich starke Zahnschmerzen. Mein Zahnarzt ersetzte vier Amalgamfüllungen durch Kunststoff, aber das Problem blieb. Bei einem Zahn wurde eine Wurzelbehandlung durchgeführt. Seither reagiert das Zahnfleisch empfindlich. Mein Zahnarzt kann das nicht verstehen. Er meinte, ein Nerv könnte schuld an den Schmerzen sein. Dies könne ein Spezialist feststellen. Wer? Was raten Sie mir? A. G. in E.
Kurzantwort
Zahnschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Die eigentliche Zahnbehandlung richtet sich nach der Ursache der Zahnschmerzen. Welche Behandlung notwendig ist, entscheidet der Zahnarzt anhand des Befunds. Es kann sinnvoll sein, Röntgenaufnahmen anzufertigen. Gelegentlich ist auch eine Hals-Nasen-Ohren-Untersuchung oder eine neurologische Abklärung erforderlich.
Wenn medizinische oder zahnmedizinische Probleme bestehen, braucht es vor jeder Behandlung einen klaren Grund (Indikation), warum man diese bestimmte Behandlung ausführt und nicht eine andere. Die Indikation findet der Arzt oder Zahnarzt aufgrund einer gezielten klinischen Untersuchung und der Durchführung von spezifischen, auf das bestehende Problem ausgerichteten Tests. Allenfalls sind Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren (zum Beispiel Röntgenbilder) notwendig oder Laboruntersuchungen. Die so gefundenen Daten (Befunde) ergeben die Diagnose (Krankheit).
Gemäss Ihrer Beschreibung ist momentan die Diagnose bei ihrem Problem immer noch unklar. Effektiv ist es nicht immer einfach, die Ursache von Schmerzen zu finden. Es ist jedoch nur in sehr seltenen Fällen sinnvoll, ohne klare Diagnose eine Behandlung als «Versuch» durchzuführen. Ein solches Vorgehen kann Ihren Zähnen vielleicht mehr schaden als nützen und kostet zudem zu viel.
Koordinierte Untersuchungen
Bevor Sie eine weitere Behandlung vornehmen lassen, ist es sinnvoll, wie von Ihrem Zahnarzt vorgeschlagen, eine genaue Untersuchung durchführen zu lassen. In solchen Situationen ist es oft notwendig, weitere Spezialisten beizuziehen. Ihr Hausarzt oder Zahnarzt sollte bestenfalls diese Untersuchung koordinieren.
Eine weitere Therapie würde ich erst durchführen, wenn eine mögliche Diagnose gefunden wurde. In folgenden Bereichen könnte der Grund Ihrer Schmerzen liegen:
Zahnmedizin: Zahnnerven, Zahnfleisch, Knochen, Muskeln, Kiefergelenk, Knirschen und Pressen, Bisslage usw.
Hals-Nasen-Ohren-Untersuchung (HNO): Kieferhöhlen, usw.
Neurologie: Gesichtsnerven usw.
Publ_ST_NLZ_Eppenberger_Zahnschmerzen_Fuellung_WEBHerunterladen
Allgemeine Medizin: übriger Kopfbereich.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 02. Dezember 2009
Meine Zähne reagieren empfindlich auf Kalt und Warm
Frage
Seit einiger Zeit reagieren meine Zähne sehr empfindlich auf kalte und warme Speisen. Ich war beim Zahnarzt. Dieser sagt, dass mein Zahnfleisch zurückgegangen sei. Er empfiehlt mir, die Zahnhälse mit einem Kunststoff zu überdecken. Was heisst das genau? Ist es eine gute Empfehlung? F. K. in O.
Kurzantwort
Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Zähne empfindlich auf Kälte oder Wärme reagieren. Zahnfleischrückgang ist in kleinem Ausmass ein normaler Alterungsprozess. In stärkerem Ausmass kann er aber Zeichen einer Zahnfleisch- und Knochenentzündung sein oder auch Zeichen einer falschen Zahnputztechnik mit zu viel Druck. Zur Behandlung gibts verschiedene Möglichkeiten.
Zahnfleischrückgang hat zur Folge, dass der nahe der Zahnkrone liegende Anteil der Zahnwurzel, der naturgemäss nicht vom schützenden und isolierenden Zahnschmelz, aber normalerweise vom Zahnfleisch bedeckt ist, an die äussere Oberfläche gelangt. Die feinen Fortsätze der Zahnnerven sind so den Reizen in der Mundhöhle schutzloser ausgesetzt.
Zahnfleischrückgang ist in kleinem Ausmass ein normaler Alterungsprozess, in stärkerem Ausmass kann er aber Zeichen einer Zahnfleisch- und Knochenentzündung (Parodontitis) sein oder auch Zeichen einer «schruppenden» Zahnputztechnik mit zu viel Kraft.
Die Ursache herausfinden
Vor einer allfälligen Behandlung an den Zähnen muss die Ursache des Zahnfleischrückgangs gesucht werden. Ist eine Zahnfleischentzündung oder gar eine Parodontitis schuld am Rückgang, muss diese Erkrankung unbedingt zuerst behandelt werden.
Ist eine ungeeignete Zahnputztechnik die Ursache, so sollte diese korrigiert werden. Eine korrekte Reinigungsmethode mit einer eher weichen Zahnbürste und einer schonenden fluoridhaltigen Zahnpaste schützt vor weiterem Zahnfleischrückgang und wird auch die Empfindlichkeit reduzieren.
Eine professionelle Beratung bei der Dentalhygienikerin oder beim Zahnarzt ist dazu sinnvoll. Auch neuere, elektrische Zahnbürsten können hier gute Dienste leisten.
Mögliche Behandlung
Auf drei Arten können die freiliegenden Zahnwurzeloberflächen geschützt respektive wieder bedeckt werden. Am einfachsten können sie mit einem unempfindlich machenden Schutzlack abgedeckt werden. Diese Massnahme kann mehrmals wiederholt werden, ist aber leider nicht immer genügend erfolgreich.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Zahnfleisch mit einem kleinen operativen Eingriff wieder an den früheren Ort zu verschieben oder Zahnfleisch über die Wurzeloberfläche zu verpflanzen. Diese Therapie ist nicht in allen Fällen möglich. Falls sie aber durchgeführt werden kann, ist die Wirkung sehr erfolgreich und in der Regel von lebenslanger Dauer.
Ist jedoch durch die «schruppende» Zahnputztechnik über Jahre an der Wurzel ein dellen- oder keilförmiger Defekt mit Verlust an Zahnsubstanz entstanden, so kann dieser mit Kunststoff (Komposit) aufgefüllt werden. Diese Füllung schützt den Zahn vor dem weiteren Abrieb beim Zähneputzen und beseitigt auch die unangenehme Überempfindlichkeit.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 28. Oktober 2009
Wie bekomme ich mein Zahnfleischproblem in den Griff?
Frage
Die Jahreskontrolle bei meinem Zahnarzt ist für mich (59) regelmässig frustrierend. Der Zahnarzt sagt, dass mein Zahnfleischproblem auf meine mangelhafte Zahnhygiene zurückzuführen ist. Ich reinige meine Zähne nach dem Essen mit einer sanften Zahnbürste, am Abend zusätzlich mit der Zahnseide. Zwischendurch esse ich meistens eine Frucht. Ich weiss nicht, wie ich mein Zahnfleischproblem in den Griff bekomme. Die Vorstellung, meine Zähne wegen Parodontitis zu verlieren, macht mir Angst. M. B. in C.
Kurzantwort
Die alleinige Jahreskontrolle beim Zahnarzt löst das Problem in keiner Weise. Die korrekte Behandlung besteht darin, alle Bakterien auf der Zahn- und Wurzeloberfläche, also auch unter dem Zahnfleisch, durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin minutiös zu entfernen. Dazu sind mehrere Sitzungen nötig. Zusätzlich ist eine tägliche perfekte Zahnreinigung, auch in allen Zahnzwischenräumen, notwendig. Oft müssen unterstützend auch desinfizierende Spüllösungen oder gelegentlich sogar Antibiotika eingesetzt werden.
Gemäss der Beschreibung Ihrer Situation ist Ihre Angst, die eigenen Zähne und das Implantat zu verlieren, berechtigt. In jeder Mundhöhle wimmelt es von Bakterien. Sie vermehren sich laufend und rasch, und es entsteht Plaque (= Bakterienfilm). Blutendes Zahnfleisch ist ein Alarmsignal für dessen Entzündung (Gingivitis) und bedeutet grundsätzlich, dass eine verbesserte, professionelle Hygiene notwendig ist. Ohne wirksame Gegenmassnahme besteht die Gefahr, dass die Plaque auch unter das Zahnfleisch wächst und sich die Bakterien auch unter dem Zahnfleisch vermehren und so die Entzündung des Zahnfleischs auf den Knochen übergreifen wird. Die Entzündung des Knochens (Parodontitis) bedeutet immer Knochenschwund. Der Knochen wird sich gegen die Wurzelspitze der Zähne zurückziehen, und so werden die Zähne schliesslich ihren Halt verlieren. Dieser Prozess verläuft meistens sehr langsam über viele Jahre und ist in der Regel schmerzfrei.
Professionelle Hilfe
Offensichtlich machen Sie bereits alles, was Sie persönlich für Ihre Zähne tun können. Sie brauchen professionelle Hilfe, um diesen Prozess, wie er bei Ihren Eltern und vielen Menschen früherer Generationen stattgefunden hat, sicher zu stoppen. Die alleinige Jahreskontrolle beim Zahnarzt, auch wenn er dabei noch 10 Minuten die Zähne reinigt und Sie ermahnt, löst Ihr Problem in keiner Weise.
Mehrere Sitzungen
Die korrekte Behandlung besteht darin, alle Bakterien auf der Zahn- und Wurzeloberfläche, also auch unter dem Zahnfleisch, durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin minutiös zu entfernen. Dazu sind mehrere Sitzungen notwendig, eventuell auch eine Zahnfleischoperation. Zusätzlich ist eine tägliche perfekte Zahnreinigung, auch in allen Zahnzwischenräumen, durch Sie selbst notwendig, um eine erneute Infektion zu verhindern. Diese Reinigung sollte gezielt mit Ihnen geübt werden!
Gelegentlich sogar Antibiotika
Eine regelmässige professionelle Kontrolle des Zahnfleisches und Ihrer Hygienebemühungen sind unabdingbar, anfänglich in kurzen Zeitabschnitten. Oft sind unterstützend auch desinfizierende Spüllösungen oder gelegentlich sogar Antibiotika notwendig. Die moderne Zahnmedizin, korrekt ausgeführt, kann in den allermeisten Fällen die eigenen Zähne der Patienten bis ins höchste Alter erhalten.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 18. August 2008
Ist es normal, dass ein Stück Zahn spontan abbricht?
Frage
Beim Zähneputzen merkte ich, dass mir vom zweiten Schneidezahn rechts ein kleines Stück fehlt. Keine Ahnung, wie das passiert ist. Ich kann mich nicht erinnern, auf etwas Hartes gebissen zu haben. Ich bi 64 Jahre alt. Ist es normal, dass auf einmal ein Stück Zahn abbrechen kann? Was könnte die Ursache sein? C. E. in L.
Kurzantwort
Ist ein Zahn bereits vorgeschädigt, kann es tatsächlich zum spontanen Abbruch eines Zahnteils kommen. Solche Vorschädigungen können verursacht sein insbesondere durch Zähneknirschen nachts und/oder tagsüber, was unter anderem zu Rissen in den Zähnen führt, und durch Rissbildungen in älteren Zahnfüllungen.
Es ist effektiv möglich, dass ein Zahnteil spontan abbrechen kann oder dass bereits das Essen einer weichen Speise (z.B. ein Gipfeli) genügt, um einen Zahnbruch endgültig auszulösen. Das Abbrechen ohne verhältnismässige Einwirkung von aussen kann aber nur dann geschehen, wenn der Zahn bereits vorgeschädigt ist.
Als Ursache für eine Vorschädigung kommen vor allem zwei Möglichkeiten in Frage.
Zähneknirschen
Die häufigste Ursache ist das Zähneknirschen (Bruxismus). Knirschen bedeutet das Reiben der Ober- und Unterkieferzahnreihen aufeinander ohne Speisen zwischen den Zähnen. Dabei sind viel höhere Kräfte mit im Spiel als beim Kauen von Nahrungsmitteln. Beim Knirschen können Kräfte bis 70 kg direkt zwischen den Zähnen entwickelt werden. Zudem knirschen Menschen, die dazu veranlagt sind (ca. 20% der Bevölkerung), über 24 Stunden beobachtet sehr häufig. Menschen, die knirschen, tun dies meistens unbewusst und dadurch unbemerkt nachts aber auch am Tag (60% der veranlagten Personen knirschen nur tagsüber!). Bemerkbar macht sich das Knirschen oft erst durch das Schmerzen der Kiefermuskeln (sie werden überlastet und dadurch entzündet), durch das – über die Jahre – Kürzerwerden der Zähne oder durch das Abbrechen von Zahnteilen. Durch die wiederholte Krafteinwirkung entstehen Risse in den Zähnen, die sich zunehmend immer weiter entwickeln, bis nur noch eine minimale Verbindung die beiden Teile zusammenhält. Oft ist dann nur noch eine sehr kleine Kraft nötig, um den Riss vollständig zu machen und den Zahnteil abbrechen zu lassen.
Alterung der Füllungen
Als weitere Ursachen kommen Zahnfüllungen in Frage. Die künstlichen Füllungen wie auch die natürlichen Zähne sind im Mund einem Alterungsprozess unterworfen. Nach Jahren ist es durchaus möglich, dass eine ältere Füllung durch eine allmählich fortlaufende Rissbildung schliesslich brechen und verloren gehen kann. Dieser Umstand kann insbesondere verstärkt geschehen, wenn Zähne mit ausgedehnten Füllungen dem Knirschen unterworfen sind. Zahnfrakturen und auch Füllungsfrakturen sind bei solchen Zähnen viel häufiger.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 18. Juli 2007
Schallzahnbürsten sind meistens besser
Interview mit Dr. Jürg Eppenberger in der Zentralschweiz am Sonntag vom 14.12.2014
Schweizer reinigen ihre Zähne meist gründlich, aber sehr oft mit der falschen Technik. Ein Fachmann sagt, wie man es richtig macht, und weshalb man von Hand- auf Schallzahnbürste wechseln sollte – aber nicht auf jede.
Lange galten Handzahnbürsten den elektrischen als ebenbürtig. Das hat sich anscheinend geändert. Weshalb?
Jürg Eppenberger: Neuere Studien haben gezeigt, dass Schallzahnbürsten mit hydrodynamischem Effekt für die Zahnreinigung generell besser sind als Handzahnbürsten.
Was ist ein hydrodynamischer Effekt?
Eppenberger: Der Zürcher Zahnmedizin-Professor Ulrich P. Saxer hat das mal treffend mit der Wirkung eines Bergbachs beschrieben. Mit über 30’000 Bewegungen pro Minute erzeugt die Schallzahnbürste im vorhandenen Speichel-Wasser-Zahnpasten-Gemisch starke Turbulenzen. Sie sorgen dafür, dass das Gemisch mit hoher Geschwindigkeit auch auf diejenigen Bakterien trifft, die zwischen den Zähnen sind, also dort, wo die Borsten gar nicht hinkommen. Schallzahnbürsten reinigen also nicht nur da, wo die Borsten sind.
Geht es nicht trotzdem von Hand?
Eppenberger: Doch, grundsätzlich ist es möglich, mit einer Handzahnbürste so zu reinigen, dass keine Schäden an Zähnen und Zahnfleisch entstehen. Wer nicht anfällig ist für Karies, nicht durch unvorsichtiges Schrubben das Zahnfleisch verletzt und durch zu viel Kraft auf Dauer die Zähne abschmirgelt, kann bei der Handzahnbürste bleiben. Man muss aber festhalten, dass das nur für etwa 10 Prozent der Bevölkerung zutrifft (siehe unten: die verschiedenen Bürsten im Überblick).
Wann ist ein Wechsel auf Schallzahnbürste zwingend anzeigt?
- Wenn die Reinigung mit der Handzahnbürste ungenügend ausfällt.
- Bei freiliegende Zahnhälsen (Zahnfleischschwund), was häufig auftritt.
- Bei den ebenfalls häufigen Zahnfleischverletzungen sowie keilförmigen Defekten (Kerben am Zahnhals durch Schrubben mit zu viel Kraft).
- Bei Parodontitis (Zahnbettentzündung).
- Bei hohem Kariesbildungsrisiko (heute selten).
- Generell bei Implantaten, um eine Infektion des umgebenden Zahnfleisches zu verhindern.
- Bei ausgedehnten Rekonstruktionen, da diese teuer sind und die bestmögliche Hygiene angezeigt ist.
Worauf muss man beim Kauf einer Schallzahnbürste achten?
Eppenberger: Unter den elektrischen Zahnbürsten werden ausschliesslich Schallzahnbürsten empfohlen – aber nicht alle, sondern eben nur diejenigen, die einen genügenden hydrodynamischen Effekt herstellen können. Die ETH Zürich ist daran, ein Gütesiegel für Schallzahnbürsten zu erstellen, aktuell laufen dazu noch Untersuchungen der Uni Zürich. Klar aber ist jetzt schon, dass nicht alle Schallzahnbürsten, die auf dem Markt sind, die Borsten so kraftvoll bewegen, dass sie den hydrodynamischen Reinigungseffekt erzielen. Von den untersuchten Bürsten erfüllen – laut heutigem Wissensstand – gemäss ETH-Tests folgende drei Markenprodukte die Kriterien (Quelle: Task Force Schallzahnbürsten):
- Sensonic-Schallzahnbürsten von Waterpik
- Sonicare Schallzahnbürsten von Philips
- Hydrosonic von Curaprox
Nicht jeder kann sich eine Schallzahnbürste leisten.
Eppenberger: Die Anschaffungskosten sind tatsächlich höher als für eine Handzahnbürste, aber das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt sofort, wenn dadurch Schänden vermieden werden können und somit keine Behandlung nötig wird.
Wie putzt man richtig mit der Schallzahnbürste?
Eppenberger: Der Stiel des Bürstenkopfes darf die Zähne nicht berühren. Die Bürste sollte bei fast geschlossenem Mund ohne Bewegung und Druck eingeschaltet und der Bürstenkopf im 45-Grad-Winkel zum Zahnfleisch angelegt werden. Kleine Wippbewegungen nach vorne und hinten werden durchgeführt, um die Borsten näher an die Zahnzwischenräume zu führen. Nach zirka 5 Sekunden Einwirkzeit pro Zahn wird die Bürste leicht angehoben und zum nächsten Zahn geführt. Auf diese Art werden alle Zähne systematisch gereinigt und zwar zuerst innen und dann aussen. (Anmerkung: unter www.richtigzaehneputzen.ch findet man ein Merkblatt; ein Video zum richtigen Putzen gibt es unter www.curaprox.ch, via die Schaltflächen «Produkte», «Schallzahnbürste», «Film», «Putzanleitung mit Claudia Saxer»).
Schallzahnbürsten haben verschiedene Stufen. Reinigt die höchste am besten?
Eppenberger: Ja, denn eine gewisse minimale Auslenkung und Frequenz der Borstenschwingung sind nötig, um den hydrodynamischen Effekt auszulösen. Wer jedoch neu mit einer Schallzahnbürste reinigt, sollte zur Angewöhnung mit einer niedrigeren Stufe beginnen.
Wie lange sollte man seine Zähne putzen?
Eppenberger: Eigentlich je 5 Sekunden pro Zahnfläche, also aussen, innen und auf der Kaufläche. Das wären bei 28 Zähnen: 7 Minuten (3 x 5 x 28 = 420 Sekunden). 7 Minuten generell zu propagieren, würde aber kaum akzeptiert, 4 Minuten – zweimal täglich – sind ein guter Kompromiss. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollte man zudem den Bürstenkopf alle drei Monate auswechseln.
Bringt es etwas, sehr lange zu reinigen, also mehr als die 7 Minuten?
Eppenberger: Länger reinigen an der gleichen Stelle ist unnötig und wäre schädlich, da Zahnsubstanz weggeschmirgelt wird, bei zu kräftigem und zu langem Putzen an der gleichen Stelle. Es gibt allerdings Leute, bei denen sich das Zahnfleisch und der Knochen zurückgebildet haben. Bei solchen Problemgebissen kann ein Reinigungsdurchgang inklusive der Anwendung von Interdentalbürsten durchaus 15 oder mehr Minuten beanspruchen, ohne dass an der gleiche Stelle zu lange geputzt wird.
Besteht mit Schallzahnbürsten kein erhöhtes Verletzungsrisiko?
Eppenberger: Nein, es ist sogar niedriger als mit Handzahnbürsten, selbst dann, wenn man sie nicht ganz korrekt anwendet. Mit Schallzahnbürsten ist eine gute Reinigung ohne anspruchsvolle Putztechnik möglich, ohne grosses Verletzungsrisiko und Schadenpotenzial auch bei weniger Konzentration und Aufmerksamkeit.
Was ist mit der Zahnpasta?
Eppenberger: Nebst persönlichem bevorzugtem Geschmack sind wissenschaftlich zwei Punkte bei der Auswahl wichtig: Zum einen muss sie Fluor enthalten (für Kinder wegen des Verschluckens etwas weniger als bei Erwachsenen). Zum anderen muss sie eine geeignete, schwache Schmirgelwirkung haben. Fachleute sprechen vom RDA–Wert (relative Dentin Abrasion), der leider auf der Paste in der Regel nicht deklariert ist und sich manchmal auch ändert. Zahnarzt und Dentalhygienikerin beraten gerne. Wichtig zu wissen: Je höher der RDA-Wert, desto mehr wird abgeschmirgelt. Sogenannte «Raucherzahnpasten» mit hohem RDA-Wert sollten niemals regelmässig zum Zähneputzen verwendet werden.
Reicht Zähneputzen allein, oder muss man andere Hilfsmittel einsetzen?
Eppenberger: Für Patienten, die seit Jahren ohne Reinigung zwischen den Zähnen keine Zahnprobleme hatten, gibt es keinen Grund eine zusätzliche Interdentalreinigung einzuführen. Zumindest dann nicht, wenn sie eine jährliche Kontrolle durchführen lassen.
Und wenn man die Zwischenräume reinigen muss: Interdentalbürste oder Zahnseide?
Eppenberger: Am schonendsten geht es mit Interdentalbürstchen. Beim Umgang mit Zahnseide ist Vorsicht angebracht, denn sie kann Schnitte im Zahnfleisch oder an den Zähnen verursachen. Die möglichen Folgeschäden sind dann grösser als der Nutzen. Eine Instruktion durch die Dentalhygienikerin oder den Zahnarzt ist nötig, wie wir heute wissen.
Können Spüllösungen die Zahnreinigung mit der Bürste ersetzen?
Eppenberger: Spüllösungen sind nur immer Zusätze, die eine mechanische Reinigung nicht ersetzen können. Statt Zähneputzen weil man müde ist, nur mit einer Fluorlösung spülen, ist niemals gleichwertig. Das gleiche gilt für zahnfreundliche Kaugummis. Natürlich darf es ein, zwei Mal im Jahr eine Ausnahme geben, da passiert nichts, aber wir beobachten eben leider, dass da und dort die Ausnahme zur Regel gemacht wird.
Wie sollen Kinder die Zähne putzen?
Eppenberger: Dank den Anstrengungen der Zahnärzte SSO wissen Schweizer Schulkinder und deren Eltern sehr gut, wie sie die Zähne putzen müssen. Anders sieht es leider bei Kindern mit Migrationshintergrund aus. Entsprechend sind die Gebisse dieser Kinder oft weit weniger gesund. Auch bei guter und erst recht bei schlechter Reinigung: Studien zeigen, dass auch Kinder ab 4 Jahren mit Schallzahnbürsten eine sehr viel bessere Reinigung erzielen als mit der Handzahnbürste. Dies vor allem beim Vorhandensein von Zahnspangen. Welches für Kinder die besten «Schallzahnbürsten» sind, hat die ETH momentan noch nicht untersucht.
Die verschiedenen Bürsten im Überblick
Handzahnbürsten
Entscheidend sind die Härte und die Enden der Borsten sowie deren Packungsgrad. Idealerweise sollten die meist aus Nylon bestehenden Borsten weich und abgerundet oder pinselartig sein. Weiche Borsten verletzten das Zahnfleisch weniger, die Bürste muss aber häufiger gewechselt werden. Dicht gepackte Borsten sind besser, weil die Zahnpasta besser festgehalten wird. Bürsten von Meridol und Sensodyne ProSchmelz mit pinselartigen Borsten verletzen das Zahnfleisch weniger und reinigen speziell am Zahnfleischrand sehr gründlich.
Elektrische Zahnbürsten
Es gibt zwei Typen, die oszillierenden mit rundem Bürstenkopf und die Schallzahnbürsten. Vorsicht mit oszillierenden Zahnbürsten: Bei falscher Technik und zu starkem Anpressdruck können diverse Schäden entstehen, da die runden Bürstenköpfe (bohrende) Rotationsbewegungen ausführen.
Schallzahnbürsten
So nennt man elektrische Zahnbürsten, deren länglicher Kopf sich mit sehr hohen Frequenzen bewegt (je 15’000 Hin- und-Her-Bewegungen pro Minute). Bei solchen Frequenzen ist oft von Ultraschallzahnbürsten die Rede, was aber streng genommen eine falsche Bezeichnung ist.
Interdentalbürsten
Das sind Pfeifenputzer-artige Bürstchen mit verschieden Durchmessern zur Reinigung der Zahnzwischenräume dienen. Je nach deren Grösse muss die entsprechende Dicke der Interdentalbürste gewählt werden. Die Zahnzwischenräume sollten täglich gereinigt werden, wenn sie von Karies geschädigt oder mit Füllungen geflickt sind und wenn eine Parodontitis (Zahnbettentzündung) vorhanden ist oder vorhanden war. Die Reinigung der Zahnzwischenräume ist mit Interdentalbürstchen am schonendsten. Zahnseide sollte nur dort gebraucht werden, wo der Einsatz von Interdentalbürstchen nicht möglich ist.
Dr. med. dent. Jürg Eppenberger ist Zahnarzt SSO mit eigener Praxis in Luzern, sowie Belegarzt für Zahnmedizin an der Hirslanden-Klinik St. Anna, Luzern.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 14. Dezember 2014
Eine elektrische Zahnbürste für meine 5-jährige Enkelin?
Frage
Ich hüte regelmässig meine fünf-jährige Enkelin. Da ich eine elektrische Zahnbürste benutze, möchte sie ihre Zähnchen auch elektrisch reinigen. Ich frage mich, ob dies dem Zahnfleisch schaden könnte. F. H. in S.
Kurzantwort
Für kleine Kinder gebt es spezielle Rundkopfzahnbürsten mit kleinerem Kopf und weniger starkem Motor und extraweichen Borsten. Schallzahnbürsten sind auch geeignet. Heute gibt es speziell für Kinder kleiner dimensionierte Bürsten (Kopf, Griff). Wichtig ist, dass die Reinigung beim kleinen Kind kontrolliert und dass mit einer geeigneten, kleinen Kinderzahnbürste nachgereinigt wird.
Es gibt heute zwei Typen elektrischer Zahnbürsten: 1. die Rundkopfzahnbürsten und 2. die Schallzahnbürsten (Sonicbürsten).
Die Rundkopfzahnbürste haben einen runden Bürstenkopf, der in einer Kreisbewegung hin- und herdreht. Die Reinigungswirkung ist gut. Die Möglichkeit, dass bei unsachgemässer Handhabung oder bei zu viel Druck ein Schaden an Zahnfleisch oder an den Zähnen entsteht, ist vorhanden. Mit der elektrischen Zahnbürste wird nämlich die Putzbewegung viel häufiger wiederholt, als beim Putzen mit einer Handzahnbürste.
Die Schallbürsten haben einen länglichen Bürstenkopf, wie die herkömmlichen Handzahnbürsten, der sich auf und ab bewegt. Die wischende Bewegung der Schallbürsten verursacht grundsätzlich weniger Schäden am Zahnfleisch und an den Zähnen. Diese Bürstenköpfe bewegen sich mit einer derart hohen Frequenz, dass die Bewegung für uns hörbar ist, weshalb diese Bürsten die Bezeichnung Sonic (Schall, aus dem Englischen) im Namen tragen. Die hohe Frequenz bewirkt, dass ein Reinigungseffekt auch in der unmittelbaren Umgebung der Bürsten entsteht, wo die Borsten gar nicht hingelangen können, wie zwischen den Zähnen oder hinter kieferorthopädischen Apparaturen. Eine zusätzliche, gezielte Hygiene in jedem Zahnzwischenraum ersetzen aber auch diese Bürsten nicht. Eine professionelle Beratung und die Kontrolle der individuellen Reinigung wäre das Beste.
Speziell für kleine Kinder
Für kleine Kinder gibt es spezielle Rundkopfzahnbürsten mit kleinerem Kopf und weniger starkem Motor und extraweichen Borsten. Die Schallzahnbürsten sind auch gut geeignet. Es gibt spezielle Kindermodellemit kleinerem Kopf und Griff.
Kontrolle und Nachreinigung
Wichtig ist, dass Sie die Reinigung beim kleinen Kind kontrollieren und mit einer geeigneten Bürste nachreinigen. Bei Verwendung der eigenen elektrischen Zahnbürste sollten Sie für ihre Enkelin nicht ihren eigenen, sondern unbedingt einen separaten, kleineren Bürstenkopf verwenden.
Im Trend
Elektrische Zahnbürsten sind im Trend. Nicht zuletzt deshalb, weil ein grosses Verkaufsinteresse seitens der Herstellerfirmen besteht. Falls Sie Probleme haben, mit einer Handzahnbürste eine gute Mundhygiene zu erzielen, lohnt sich die Anschaffung einer elektrischen Bürste, am besten einer Schallzahnbürste. Die wissenschaftlichen Tests zeigen sehr gute Resultate.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 08. November 2006; revidiert am 30.4.2014
Zahnschmerzen bei Kälte: Was kann ich dagegen tun?
Frage
Bei kaltem Wetter leide ich immer wieder unter Zahnschmerzen. Wenn ich von der Kälte in die warme Stube komme, fängt der Schmerz an. Betroffen davon sind vor allem die Stockzähne, die z. T. eine Füllung haben. Auch auf kalte und warme Speisen reagieren die Zähne empfindlich. Was sind die Ursachen, und was könnte man dagegen tun? S. W. in L.
Kurzantwort
Gesunde Zähne sind lebende Körperteile, sie sind durchblutet und mit Nerven versehen. Den raschen Wechsel von kalt zu warm oder umgekehrt kann, besonders bei Zahnfleischrückgang, als unangenehm empfunden werden. Mit Schutzlack, speziellen Zahnpasten oder Spüllösungen können die durch Temperaturschwankungen verursachten Zahnschmerzen vermindert werden
Natürliche, gesunde Zähne sind lebende Körperteile, sie sind durchblutet und mit Nervenversehen. Kalte Luft oder kalte und warme Nahrungsmittel sind den Zähnen oft nicht gleichgültig. Zahnschmelz und Zahnfleisch schützen. Ein intakter Zahnschmelz ist eine perfekte Schutzschicht gegen alle äusseren Reize. Die innere Zahnsubstanz (das Zahnbein oder Dentin), also die Schicht direkt unter dem Zahnschmelz, aber auch die Zahnwurzel, die direkt unter dem Zahnfleischrand beginnt, sind mit vielen kleinen Kanälen durchsetzt, die kleine Fortsätze des Zahnnervs enthalten. Gelangen die äusseren Reize bis zu diesen Nervenfortsätzen, vor allem bei raschem Wechsel von kalt zu warm oder umgekehrt, nehmen wir dies als meist unangenehme Empfindung wahr. Zahnfleischrückgang oder Verlust an Zahnschmelz haben zur Folge, dass Teile der Zahnwurzel oder das Dentin an die Oberfläche gelangen und so die Nervenfortsätze den Reizen in der Mundhöhle ausgesetzt sind.
Zahnfleischrückgang ist in kleinem Ausmass ein normaler Alterungsprozess, in stärkerem Ausmass kann er aber Zeichen einer Zahnfleisch- und Knochenentzündung (Parodontitis) sein oder falschen Zähneputzens. Der Verlust an Zahnschmelz in stärkerem Ausmass wird verursacht durch Zähneknirschen, den Konsum von säurehaltigen Nahrungsmitteln oder Getränken, durch wiederholtes Erbrechen oder häufiges saures Aufstossen und Karies. Typischerweise kann in der kalten Jahreszeit durch das wiederholte Essen von sauren Früchten (Orangen, Mandarinen usw.) die Zahnoberfläche verstärkt angegriffen werden.
Therapiemöglichkeiten
Sind freiliegende Zahnwurzeln die Ursache, so können diese mit unempfindlich machendem Schutzlack abgedeckt werden. Auch können spezielle Zahnpasten oder Spüllösungen helfen. Ist der Verlust an Zahnsubstanz zu gross oder Karies vorhanden, so ist eine Füllung notwendig. Eine korrekte Reinigungsmethode mit einer weichen Zahnbürste und einer schonenden fluoridhaltigen Zahnpaste schützt vor zu starkem und raschem Verlust an Zahnfleisch und Zahnsubstanz. Auch neuere Schallzahnbürsten können hier gute Dienste leisten. Eine professionelle Beratung bei der Dentalhygienikerin oder beim Zahnarzt ist sinnvoll. Grundsätzlich gilt auch, nach dem Konsum von sauren Nahrungsmitteln oder Getränken den Mund sofort mit Wasser oder noch besser mit Milch zu spülen, um die schädliche Säure sofort zu neutralisieren. Auf keinen Fall dürfen innert der ersten Stunde nach dem Essen von sauren Speisen die Zähne gereinigt werden, da sonst die durch die Säure geschwächte oberste Zahnschicht mit der Bürste geradezu abgerieben würde. Menschen, die regelmässig und ausgeprägt Zähne knirschen, können sich eine Schutzschiene anfertigen lassen, die nachts getragen werden kann und die Zähne vor zu starkem Substanzverlust schützt.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 04. Februar 2013
Kann eine intensive Reinigung die Zähne schwächen?
Frage
Ich (w., 72) putze regelmässig die Zähne und mache zwei Mal pro Jahr eine gründliche Zahnreinigung beim Zahnarzt. In den Wochen nach der letzten gründlichen Zahnreinigung durch die Dentalassistentin mittels Schabern und anderen Instrumenten sind aber gleich an mehreren Zähnen kleine Stücke abgebrochen. Werden durch die gründliche Reinigung meiner offenbar fragil gewordenen Zähne nicht zusätzlich geschwächt? Und ist ein totales, vorsorgliches Zahnröntgen alle zwei Jahre sinnvoll und unschädlich? T. B. in O.
Kurzantwort
Da beim Zähneputzen zu Hause nie eine vollständige Reinigung erreicht werden kann, bildet sich mit der Zeit Zahnstein. Dieser kann nur durch eine professionelle Zahnreinigung entfernt werden. Bei fachgerechter Ausführung werden weder gesunde Zähne noch Füllungen, Kronen oder Ähnliches geschwächt. Füllungen und Zähne sind einem natürlichen Alterungsprozess unterworfen, der dazu führen kann, dass ein Zahnteil abbrechen kann.
Der Bakterienfilm (Plaque), der ich bereits innert weniger Stunden nach dem Zähneputzen wieder auf den Zahnoberflächen bildet, wird ungestört dicker, und, falls er durch das Zähneputzen nicht wieder entfernt wird, wird er zu hartem Zahnstein. Die Zusammensetzung des Speichels bestimmt, wie rasch die Zahnsteinbildung einsetzt.
Zahnstein haftet stark
Eine regelmässige, perfekte Zahnreinigung der Zahnflächen und der Zahnzwischenräume würde theoretisch eine Zahnsteinbildung verhindern. Da diese Perfektion aber zu Hause keinem Menschen gelingt, wird sich, auch bei Leuten, die ihre Zähne regelmässig und gut reinigen, in unterschiedlichem Ausmass Zahnstein bilden. Hat der Zahnstein erst einmal angesetzt, so kann er nicht mehr durch einfaches Zähneputzen entfernt werden. Damit der Zahnstein keinen Schaden am Zahnfleisch und Knochen anrichten kann, ist deshalb eine regelmässige professionelle Hilfe durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin notwendig. Dazu werden Schaber von Hand oder maschinelle Instrumente, die mit sehr hohen Frequenzen vibrieren, verwendet. Selbstverständlich müssen diese Instrumente professionell angewendet werden. Bei fachgerechter Anwendung werden weder gesunde Zähne noch Füllungen, Kronen oder Ähnliches beschädigt. Mit diesen Instrumenten Zahnbrüche zu verursachen oder nachträglich auszulösen, ist nicht möglich.
Vorschädigung vorhanden
Ein Zahnteil kann spontan abbrechen oder bereits das Essen einer weichen Speise (z. B. ein Gipfeli) kann genügen, um einen Zahnbruch auszulösen. Dieses spontane Abbrechen passiert jedoch nur, wenn der Zahn bereits vorgeschädigt ist. Die häufigste Ursache für die Vorschädigung ist das Zähne-knirschen. Als weitere Ursachen kommen grössere Füllungen in Frage. Die Füllungen wie auch die natürlichen Zähne sind im Mund einem Alterungsprozess unterworfen. Nach Jahren ist es durchaus möglich, dass eine ältere Füllung oder ein Zahnteil durch eine allmählich fortlaufende Rissbildung schliesslich brechen und verloren gehen kann.
Röntgenkontrolle sinnvoll?
Die Herstellung von Kontrollröntgenbildern alle zwei bis drei Jahre ist sinnvoll und angemessen. Der Nutzen überwiegt bei weitem gegenüber den theoretischen Nachteilen. Vor allem bei älteren Menschen kann die Kariesbildung sehr rasch zunehmen durch die verminderte Speichelproduktion (trockenes Mundgefühl). Eine regelmässige (zweimal pro Jahr, in schwierigen Situationen auch häufigere) Kontrolle bei der Dentalhygienikerin oder beim Zahnarzt ist auch deshalb sinnvoll, um die Schäden bereits im Entstehen zu entdecken.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 10. Dezember 2012
Fördert die Reinigung mit Ultraschall den Zahnstein?
Frage
Ich (w, 46) gehe jedes Jahr zur Dentalhygienikerin. Die letzten Jahre hat sie vorwiegend mit Ultraschall meine Zähne gereinigt. Ich habe den Eindruck, dass sich seither bei mir Zahnstein schneller angesetzt hat als früher. Kann das mit der Ultraschallreinigung einen Zusammenhang haben? Generell frage ich mich, ob eine solche Ultraschallreinigung nicht viel aggressiver ist als die herkömmliche Reinigung von Hand? L. H. in H.
Kurzantwort
Eine perfekte tägliche Zahnreinigung würde theoretisch eine Zahnsteinbildung verhindern. Da diese Perfektion aber in der Regel nicht gelingt, wird sich, auch bei Leuten, die ihre Zähne regelmässig und gut reinigen, in unterschiedlichem Ausmass Zahnstein bilden. Eine fachgerechte Reinigung mit Ultraschall ist zahnschonender als andere Methoden.
Der Bakterienfilm (Plaque), der sich bereits innert weniger Stunden nach dem Zähneputzen auf den Zahnoberflächen wieder zu bilden beginnt, wird ungestört dicker werden, falls er durch das regelmässige erneute Zähneputzen nicht wieder entfernt wird. Raue Oberflächen vereinfachen den Bakterien deren Ansiedlung. Bei den meisten Menschen wird die angewachsene Plaque hart: Diese nennt man Zahnstein. In erster Linie bestimmt die Zusammensetzung des Speichels, wie rasch die Zahnsteinbildung einsetzt.
Professionelle Zahnreinigung nötig
Eine perfekte tägliche Reinigung der Zahnflächen und –zwischenräume würde theoretisch eine Zahnsteinbildung verhindern. Da diese Perfektion aber in der Regel nicht gelingt, wird sich, auch bei Leuten, die ihre Zähne regelmässig und gut reinigen, in unterschiedlichem Ausmass Zahnstein bilden.
Hat sich der Zahnstein erst einmal gebildet, so kann er mit den herkömmlichen Zahnreinigungsinstrumenten (Zahnbürste, Zahnseide usw.) nicht mehr selbst entfernt werden. Er haftet zu stark an den Zahnoberflächen, und es ist deshalb eine regelmässige professionelle Hilfe durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin notwendig, um einen möglichen Schaden zu verhindern.
Verschiedene Instrumente
Diese Fachpersonen verwenden dazu scharfe Schaber von Hand oder maschinelle Instrumente, die mit sehr hohen Frequenzen vibrieren (Ultraschall). Diese Thematik wurde in sehr vielen wissenschaft-lichen Studien untersucht. Sie zeigen, dass die Ultraschallreinigung folgende Vorteile gegenüber den Handinstrumenten aufweist: 1. Es wird weniger gesunde zahneigene Substanz entfernt (ist folglich zahnschonender). 2. Zusätzlich werden auch hydrodynamische Turbulenzen erzeugt, wodurch auch Bakterien zerstört werden, die vom Gerät mechanisch gar nicht berührt werden. Die Eliminierung der Bakterien erfolgt analog den modernen Schallzahnbürsten. 3. Schwierig zugängliche Stellen an den Zähnen können mit Ultraschall besser erreicht werden. 4. Die laufend verwendete Spülflüssigkeit hat einen zusätzlichen Reinigungseffekt. Selbstverständlich müssen alle diese Instrumente (Hand- und maschinelle Instrumente) professionell korrekt angewendet werden. Eine falsche Handhabung kann die Zahnoberfläche rauer werden lassen, was, wie eingangs erwähnt, die Bildung von Zahnstein beschleunigt. Vielleicht ist dies bei Ihnen geschehen. Ich empfehle Ihnen eine einmalige professionelle Politur der Zahn- und Wurzeloberflächen, damit die Bakterien anfänglich weniger gut anhaften können und so die Zahnsteinbildung weniger rasch einsetzt.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 11. Juni 2012
Zahnhygiene: Mund spülen statt Zähne putzen?
Frage
Zur besseren Bekämpfung der Plaque empfahl mir (w,68) der Zahnarzt ein Mundspülmittel. Leider verfärben sich die Zähne gelblich, wenn man das Mittel über längere Zeit anwendet. Gibt es Spülmittel ohne diese Nebenwirkungen? Und: Welche Vorteile haben Spülmittel überhaupt? Können sie zwischendurch das Zähneputzen mit einer Zahnbürste ersetzen?
Kurzantwort
Im feuchten, warmen Mund vermehren sich die Bakterien besonders schnell. So bildet sich innert weniger Stunden nach dem Zähneputzen ein Bakterienfilm (Plaque). Die regelmässige gründliche mechanische Reinigung der Zähne ist immer noch die einzige Methode, die es erlaubt, die Bakterien in Schach zu halten. Zur langfristigen Verminderung des Bakterienwachstums gibt es heute noch keine "chemische Zahnreinigung" mittels Spülmittel.
Bakterien wachsen fast überall und besonders rasch im feuchten, warmen Mund. Der Bakterienfilm (Plaque), der sich bereits innert weniger Stunden nach dem Zähneputzen auf den Zahnoberflächen und am Zahnfleischrand wieder zu bilden beginnt, wird ungestört dicker und somit gefährlicher, falls er durch das regelmässige erneute Zähneputzen nicht wieder entfernt wird.
Mechanische Reinigung
Die regelmässige gründliche mechanische Reinigung der Zahnflächen und Zahnzwischenräume ist auch heute immer noch die einzige Methode, die es langfristig (ein Leben lang) erlaubt die Bakterien in Schach zu halten. Kein Spülmittel kann die mechanische Zahnreinigung mit der Zahnbürste ersetzen, da alle zu wenig wirksam sind oder teilweise störende Nebenwirkungen verursachen.
Zwei Arten von Spülmitteln
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von wirksamen Spülmitteln. Die eine Gruppe enthält Fluorid und hilft vor allem gegen Karies vorzubeugen. Die Fluoridkonzentration ist im Vergleich zu den Zahnpasten jedoch niedrig, entsprechend ist die vorbeugende Wirkung vergleichsweise klein. Die andere Gruppe enthält Chlorhexidin (ein spezifisches Munddesinfektionsmittel) und kann wirksam gegen Bakterien eingesetzt werden. Solche Mittel können bei akuter Zahnfleischentzündung, parallel zur Zahnfleischbehandlung oder auch nach chirurgischen Eingriffen vorübergehend kurze Zeit (Tage bis wenige Wochen) verwendet werden.
Unangenehme Nebenwirkungen
Leider verursachen diese Spülmittel beim Gebrauch über mehrere Wochen unangenehme Nebenwirkungen wie Zahnverfärbungen und Geschmacksempfindungsstörungen. Bei dem Ihnen verschriebenen Curasept ADS sind diese Nebenwirkungen, zwar nachweislich kleiner, gleichwohl noch vorhanden. Zur langfristigen Verminderung des Bakterienwachstums gibt es heute noch keine "chemische Zahnreinigung".
Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Neue Luzerner Zeitung am 10. Mai 2011
Hilft elektrische Zahnbürste bei Zahnfleischproblemen?
Frage
Mein Sohn (23) hat offenbar die Zähne falsch geputzt und hat jetzt Zahnfleischprobleme. Ich habe ihm geraten, eine elektrische Zahnbürste zu benutzen, da ich damit gute Erfahrungen gemacht habe. Die Dental-hygienikerin hat ihm aber davon abgeraten. Was spricht für, was gegen eine elektrische Zahnbürste? M. M. IN L.
Kurzantwort
Die richtige Zahnreinigung ist essenziell für eine gute Mundhygiene. Wird mit zu viel Druck und falschen Bewegungen gereinigt, kann sich das Zahnfleisch zurückziehen. Wird hingegen zu wenig effizient gereinigt, könnte sich Karies oder eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) entwickeln.
Aufgrund Ihrer knappen Angaben nehme ich an, dass bei Ihrem Sohn das Zahnfleisch an einzelnen Zähnen bereits sehr stark zurückgegangen ist. Die davon betroffenen Zähne erscheinen länger, und vermutlich ist die «weichere » Wurzeloberfläche sichtbar. Die Frage, wie nun eine solche Stelle gereinigt werden soll, ist berechtigt: Wird mit zu viel Druck, mit zu abrasiver Paste und falschen Bewegungen gereinigt, könnte sich das Zahnfleisch weiter zurückziehen. Wird hingegen zu wenig effizient gereinigt, könnten sich Karies oder eine Zahnfleischentzündung entwickeln.
Richtige Technik lernen
Weiche (Soft-)Zahnbürsten zu verwenden mit wenig abschabenden Pasten (RDAWert kleiner 50) ist bei korrekter Technik (Stillmann-Technik) eine Möglichkeit. Diese Technik müssen Sie sich bei Ihrem Zahnarzt professionell zeigen lassen. Dabei wird in einer vertikalen Auswischbewegung vom Zahnfleisch weg gebürstet. Die Methode sieht dabei eine leicht rotierende Bewegung mit wenig Druck vor. Um die Reinigungsleistung zu verbessern, werden der Zahnpasta Abrasiv- bzw. Polierstoffe beigesetzt. Der so genannte RDA-Wert (Radioactive Dentin Abrasion) ist das Mass für die abtragende Wirkung (Abrasivität) der Putzkörper auf das Zahnbein. RDA-Werte kleiner als 30 gelten als gering abrasiv, Werte von über 100 als stark abrasiv.
Schallzahnbürsten
Moderne elektrische Schallzahnbürsten mit hydrodynamischem Effekt stellen jedoch heute in der Vorbeugung eine neue Dimension dar. Zusätzlich zur mechanischen Reinigung erzeugen sie hydrodynamische Turbulenzen, wodurch Bakterien auch von Zahnbereichen entfernt werden, die von den Borsten mechanisch nicht berührt werden. Diese Schallzahnbürsten sind Hand- und anderen elektrischen Zahnbürsten überlegen. Insbesondere sind Schallzahnbürsten für Patienten mit freiliegenden Zahnhälsen (Zahnfleischschwund), Zahnfleischverlet-zungen, wie in Ihrem Fall, Parodontitis (Zahnbettentzündung) und hohem Kariesbildungsrisiko, aber auch bei Implantaten und ausgedehnten Rekonstruktionen empfehlenswert. Ausschliesslich folgende Schallzahnbürsten haben gemäss einer Studie der Universität Zürich eine hydrodynamische Wirkung: SenSonic SR 1000E (Water-pik), Sonicare FlexCare (Philips), Sonic Complete (Braun Oral-B), Panasonic EW-DL40 (Panasonic); für Kinder: Sonicare Flexcare for Kids (Philips). Kinder können die Schallzahnbürste bereits ab 4 Jahren anwenden.
Korrekte Handhabung
Die Qualität der Zahnreinigung hängt jedoch auch hier von der korrekten Handhabung ab. Idealerweise lassen Sie sich die korrekte Anwendung von Ihrem Zahnarzt zeigen. Die Putzdauer beträgt etwa vier Minuten, was recht lange ist, unter Verwendung einer schwach abrasiven Paste mit RDA-Wert kleiner als 40 und minimalem Anpressdruck.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 04. Oktober 2010
Ist das ständige Kauen von Kaugummi ungesund?
Frage
Meine Tochter (14) verlangt bereits am Morgen Kaugummi. Sie behauptet, dass es in der Schule erlaubt sei, Kaugummi zu kauen. Was hat das stundenlange Kauen für gesundheitliche Auswirkungen auf die Konzentration, Zähne usw.? C. S.in L .
Kurzantwort
Zuckerfreie Kaugummis kauen ist nicht ungesund. Durch das Kauen wird der Speichelfluss angeregt. Kaugummikauen wird auch bei Personen empfohlen, die unter zu geringem Speichelfluss leiden. Personen, die mit dem Kiefer Problemehaben, sollten mit dem Kaugummikauen eher zurückhaltend sein.
Grundsätzlich ist nichts gegen das massvolle Kauen von zahnschonenden Kaugummiseinzuwenden.Das Kauen eines Kaugummis hat in der Mundhöhle mehrere Effekte, ausgehend von den imKaugummi eingelagerten Zusatzstoffen und durch das kontinuierliche Bewegen der Kaumuskeln.
Zusatzstoffe
Ich nehme vorweg, dass ich hier nur von zahnschonenden respektive zahnfreundlichen Kaugummis spreche. Also von solchen, die keinen Zucker enthalten und somit nicht kariesfördernd sind. Sie sind mit einem schirmtragenden Zahnmännchen und der Bezeichnung «zahnschonend» gekennzeichnet. Heute ist es selbstverständlich, dass aus zahnprophylaktischen Gründen keinesfalls zuckerhaltige Kaugummis gekaut werden sollten.
Karieshemmende Wirkung
Als Zusatzstoffe gibt es unter anderem Geschmacksstoffe und solche, die auf die Zähne oder andere Organe direkt einen Einfluss haben. Die Geschmacksstoffe regen unter anderem den Speichelfluss an. Ein erhöhter Speichelfluss hat eine karieshemmende Wirkung: Die schädlichen Säuren der Bakterien werden verdünnt und die Speisereste bleiben an den Zähnen weniger haften. Kaugummikauen wird deshalb bei Patenten empfohlen, die unter zu geringem Speichelfluss leiden. Es gibt heute Kaugummis mit Zusatzstoffen, die direkt positiv auf die Zähne einwirken: Mineralsalze, Carbamid, Chlorhexidin, Fluor und andere. Einige dieser Stoffe haben eine direkte kariesprotektive Wirkung.
Bewegen der Kaumuskeln
Die Kaubewegung hat ebenfalls einen stimulierenden Einfluss auf den Speichelfluss, was aus kariesprophylaktischen Gründen vorteilhaft ist. Auch wenn das Kauen von Kaugummi die Konzentrationsfähigkeit bei Schülern erhöhen kann, besteht bei überm.ssigem und anhaltendem Kaugummikauen jedoch die Gefahr, dass die Kaumuskeln überlastet werden und sich Schmerzen im Bereich des Kiefergelenks und der hinteren Wangen einstellen können.
Überlastung der Muskeln
Personen, die empfindlich sind gegenüber solchen Überlastungsproblemen der Muskeln, sollten mit Kaugummikauen eher zurückhaltend sein, insbesondere in Situationen, die eine erhöhte Anspannung bewirken (z. B. Schüler in länger andauernden Prüfungssituationen wie der Matura).
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 24. Juni 2009
Den Mund nach dem Zähneputzen nicht ausspülen?
Frage
Ein Kollege behauptete jüngst, dass das Ausspülen des Mundes nach dem Zähneputzen für die Zähne nicht gut wäre. In dieser Ansicht wurde er von einer Dentalhygienikerin unterstützt. Nach dem Zähneputzen nehme ich regelmässig Zahnspülmittel wie Colgate oder Odol. Die beiden behaupteten, dass dies zwar gut für die Herstellerfirmen wäre, aber nicht für die Zähne. Was ist nun richtig? A. K. in M.
Kurzantwort
Grundsätzlich ist es nützlich, das Fluorid (aus den Zahnpasten) möglichst lange in der Mundhöhle verweilen zu lassen, wo es den Zahnschmelz stärkt, beginnende Karies rückg.ngig macht und die Bildung von karieserzeugenden Säuren reduziert. Wen das unangenehme Gefühl im Mund bei Nicht-Spülen nach der Zahnreinigung nicht stört, der erhält durch die leicht höhere Fluoridkonzentration im Mund möglicherweise einen kleinen Prophylaxevorteil.
Die von der Schweizer Zahnärzteschaft und der SSO erfolgreich eingeführten und seit Jahrzehnten unterstützten Prophylaxemassnahmen in der Schweiz basieren auf drei Pfeilern:
1. regelmässiges und korrektes Zähneputzen;
2. regelmässige Fluoridanwendung;
3. zuckerarme Kost und Vermeiden von zuckerhaltigen Zwischenmahlzeiten und Getränken.
Diese Massnahmen haben bei den Schweizer Jugendlichen heute einen weltweit einzigartigen Kariesrückgang von bis zu 90 Prozent bewirkt!
Regelmässig fluoridhaltige Zahnpaste
Ihre Frage betrifft den oben erwähnten Punkt 2. Grundsätzlich ist es nützlich, das Fluorid möglichst lange in der Mundhöhle verweilen zu lassen, wo es den Zahnschmelz stärkt, beginnende Karies rückg.ngig macht und die Bildung von karieserzeugenden Säuren reduziert. Die Frage lautet also, ob die Konzentration und damit der Nutzen des in der Mundhöhle verbleibenden Fluorids wesentlich höher ist, sodass das Erdulden des unangenehmen Gefühls im Mund, wenn nicht gespült wird, gerechtfertigt ist. Die Fluoridkonzentration in den Zahnpasten beträgt zwischen 1000 und 1500 ppm (parts per million). Beim Zähneputzen ohne Nachspülen, nur mit Ausspucken, verbleiben etwa 400 ppm Fluorid im Mund. Beim Zähneputzen mit leichtem Nachspülen verbleiben noch etwa 250 ppm Fluorid im Mund. Ob nun die um 150 ppm höhere Fluoridkonzentration bei Nicht-Spülen einen höhern Nutzen bringt, ist wissenschaftlich umstritten.
Regelmässig Zähne reinigen
Am wichtigsten ist, dass Sie durch das Nicht-Spülen und in der Folge davon das unangenehme Gefühl im Mund nicht demotiviert werden, die Zähne regelmässig mit einer fluoridhaltigen Zahnpaste zu reinigen. Diejenigen, die nach dem Zähneputzen aus Komfortgründen mit Wasser leicht spülen möchten, sollen dies tun. Diejenigen, bei denen es das persönliche Wohlbefinden im Mund erlaubt, nur auszuspucken, erhalten möglicherweise einen kleinen Prophylaxevorteil.
Fluorhaltige Mundwasser fakultativ
Die Fluoridkonzentration der fluoridhaltigen Mundwasser beträgt 250 ppm, was der Konzentration entspricht, die Sie im Mund auch mit leichtem Nachspülen nach der Zahnreinigung erreichen können. Die Mundwasser dienen somit vor allem dem persönlichen Komfort und bringen, nebst der Firma, vor allem demjenigen einen Nutzen, der nach dem Zähneputzen sehr stark mit Wasser nachspült.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 15. Dezember 2008
Nach dem Zähneputzen nicht spülen, nur ausspucken?
Frage
Mein sechsjähriges Grosskind besucht im Kanton Obwalden den Kindergarten. Dort wurden die Kinder durch einen Zahnarzt und eine Dentalhygienikerin belehrt, sie sollen nach dem Zähneputzen nicht spülen, sondern nur ausspucken, damit die fluorhaltige Zahnpaste nachhaltiger wirke. Ich finde das absurd und schädlich. Was sagt Ihr Fachmann dazu? D. E. in L.
Kurzantwort
Am wichtigsten ist, dass Kinder nicht demotiviert werden, die Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahnpaste zu reinigen. Diejenigen, die nach dem Zähneputzen mit Wasser leicht spülen möchten, sollen dies tun. Diejenigen, bei denen es das persönliche Wohlbefinden im Mund erlaubt, nur auszuspucken, erhalten möglicherweise einen kleinen Prophylaxevorteil. Der Unterschied höherer Fluoridkonzentrationen im Mund ohne Spülen ist derart klein, dass nicht zu spülen nach dem Zähneputzen absolut unschädlich ist.
Die von der Schweizer Zahnärzteschaft erfolgreich eingeführten und seit Jahrzehnten unterstützten Prophylaxemassnahmen in der Schweiz basieren auf drei Pfeilern: 1. regelmässiges und korrektes Zähneputzen, 2. regelmässige Fluoridanwendung, 3. zuckerarme Kost und vermeiden von zuckerhaltigen Zwischenmalzeiten und Getränken.
Weltweit einzigartig
Diese Massnahmen haben bei den Schweizer Jugendlichen heute einen Kariesrückgang von bis zu 90% bewirkt! Dieses Resultat ist weltweit einzigartig. Im Rahmen der Schweizer Schulzahnpflege werden diese Prophylaxemassnahmen heute allen Kindern und Jugendlichen vermittelt und mit Zahnbürsteübungen, Kontrolluntersuchungen und allfälligen Zahnbehandlungen ergänzt.
Regelmässig fluoridhaltig Zahnpaste
Ihre Frage betrifft den erwähnten Punkt 2. Grundsätzlich ist es nützlich, das Fluorid möglichst lange in der Mundhöhle verweilen zu lassen, wo es den Zahnschmelz stärkt, beginnende Karies rückgängig macht und die Bildung von Karies erzeugenden Säuren reduziert. Die Frage lautet also, ob der Nutzen genügend hoch ist, dass das unangenehme Gefühl im Mund, wenn nicht gespült wird, erduldet werden sollte. Die Fluoridkonzentration in den Zahnpasten beträgt zwischen 1000 und 1500 ppm (parts per million). Beim Zähneputzen ohne Nachspülen, nur mit Ausspucken, verbleiben etwa 400 ppm Fluorid im Mund. Beim Zähneputzen mit leichtem Nachspülen verbleiben auch etwa 250 ppm Fluorid weiterhin im Mund. 250 ppm entsprechen übrigens der Konzentration der fluoridhaltigen Mundwasser. Ob nun die um 150 ppm höhere Fluoridkonzentration (wie sie ohne Spülen vorhanden ist) einen höhern Nutzen bringt, ist wissenschaftlich umstritten.
Kinder nicht demotivieren
Am wichtigsten ist, dass die Kinder nicht demotiviert werden, die Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahnpaste zu reinigen. Diejenigen, die nach dem Zähneputzen mit Wasser leicht spülen möchten, sollen dies tun. Diejenigen, bei denen es das persönliche Wohlbefinden im Mund erlaubt, nur auszuspucken, erhalten möglicherweise einen kleinen Prophylaxevorteil.
Absolut unschädlich
Beim Zähneputzen wird in der Regel ca. 0,4% der verwendeten Zahnpastenmenge ohnehin verschluckt. Der Unterschied von 0,015% (150 ppm) höherer Fluoridkonzentration im Mund ohne Spülen ist derart klein, das das nicht zu Spülen nach dem Zähneputze absolut unschädlich ist.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 30. Mai 2007
Ist die Zahnsteinentfernung wirklich so harmlos?
Frage
Ich (51) habe vor drei Wochen den Zahnstein entfernen lassen. Diese Behandlung fand ich ziemlich schmerzhaft. Ein paar Stunden später ist mir ein Stück eines geflickten Zahns abgebrochen. Ich brachte diesen Bruch mit der Zahnsteinentfernung in Verbindung. Der Zahnarzt verneinte und erklärte mir, dass bedingt durch den immensen Druck tagtäglich auf die Zähne sowie das Alter der Füllungen dies passieren könne. Zwei Wochen später passierte dasselbe mit einem anderen Zahn. Ich habe nun wirklich Mühe, an einen "doppelten Zufall" zu glauben. Ist die Zahnsteinentfernung wirklich so harmlos? M. A. in B.
Kurzantwort
Bei korrekter Anwendung der Reinigungsinstrumente werden bei der Zahnsteinentfernung weder gesunde Zähne noch Füllungen, Kronen, Porzellanschalen oder Ähnliches beschädigt. Mit den Instrumenten Zahnfrakturen zu verursachen oder nachträglich auszulösen, ist nicht möglich.
Der Bakterienfilm (Plaque), der sich bereits innert weniger Stunden nach dem Zähneputzen auf den Zahnoberflächen wieder zu bilden beginnt, wird ungestört dicker werden, falls er durch das regelmässige erneute Zähneputzen nicht wieder entfernt wird.
Bei den meisten Menschen wird die herangewachsene Plaque hart werden: Diese nennt man Zahnstein. Die Zusammensetzung des Speichels bestimmt, wie rasch die Zahnsteinbildung einsetzt.
Zahnsteinbildung unvermeidlich
Eine regelmässige und perfekte Zahnreinigung der Zahnflächen und der Zahnzwischenräume würde theoretisch eine Zahnsteinbildung verhindern. Da diese Perfektion aber keinem Menschen gelingt, wird sich – auch bei Leuten, die ihre Zähne regelmässig und gut reinigen – in unterschiedlichem Ausmass Zahnstein bilden.
Hat sich der Zahnstein erst einmal gebildet, so kann er mit den herkömmlichen Zahnreinigungsinstrumenten (Zahnbürste, Zahnseide u.s.w.) nicht mehr selbst entfernt werden. Er haftet zu stark an den Zahnoberflächen. Damit der Zahnstein keinen Schaden am Zahnfleisch und Knochen anrichten kann, ist deshalb eine regelmässige professionelle Hilfe durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin nötig. Diese Fachpersonen verwenden dazu stabile und scharfe "Schaber" von Hand oder maschinelle Instrumente, die mit sehr hohen Frequenzen vibrieren (Ultraschall). Selbstverständlich müssen diese, wie alle Instrumente, professionell korrekt angewendet werden. Bei korrekter Anwendung werden weder gesunde Zähne, noch Füllungen, Kronen, Porzellanschalen oder ähnliches beschädigt. Mit diesen Instrumenten Zahnfrakturen zu verursachen oder nachträglich auszulösen, ist nicht möglich. Hingegen können Füllungen oder ähnliche Restaurationen, die bereits undicht, angerissen oder in einer anderen Art defekt sind, entdeckt werden. Es ist in seltenen Fällen möglich, dass sich derart defekte Restaurationen vollends lösen können. Immer handelt es sich dabei aber um bereits vorgeschädigte Restaurationen.
Sicherheit durch regelmässige Reinigung und Kontrolle
Grundsätzlich ist es von Vorteil, Defekte frühzeitig zu entdecken, bevor der Schaden versteckt zu gross geworden ist und eine grössere Folgebehandlung notwendig wird. In unzähligen wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, dass eine regelmässige professionelle Zahnreinigung und Kontrolle durch das zahnärztliche Team die grösste Sicherheit geben, die Zähne gesund zu erhalten bleiben. Auch die hervorragenden Resultate der Schweizer Schulzahnpflege belegen diesen Umstand eindrücklich.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 28. März 2007
Knochen und Zahnfleischschwund: Wie stoppen?
Frage
Ich (60, m) gehe jährlich zweimal zum Zahnarzt. Seit einem Jahr habe ich drei lockere Zähne. Mein Zahnarzt erstellte Röntgenbilder. Diagnose: leichter Knochen- und Zahnfleischschwund. Ausser einer guten Reinigung gäbe es keine andere Möglichkeit, diesem Befund entgegenzuwirken. J. D. in B.
Kurzantwort
Alle Bakterien auf der Zahn- und Wurzeloberfläche, also auch unter dem Zahnfleisch, sind professionell durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin zu entfernen. Dazu sind mehrere Sitzungen notwendig. Zusätzlich ist eine tägliche perfekte Zahnreinigung, durch den Patienten selbst notwendig, um eine erneute Infektion zu verhindern.
In jeder Mundhöhle wimmelt es von Bakterien. Sie vermehren sich laufend und rasch. Werden diese Bakterien nicht regelmässig gründlich entfernt, so bilden sie einen dicken (1mm) Bakterienfilm (Plaque).
Wird die Plaque auf den Zahnoberflächen und am Zahnfleischrand nicht entfernt, so reagiert das Zahnfleisch bereits nach zwei Tagen mit einer Entzündung (Gingivitis). Die reine Zahnfleischentzündung wird wieder heilen, sobald die Bakterien dort entfernt werden. Ein blutendes Zahnfleisch ist ein Alarmsignal für dessen Entzündung und bedeutet, dass eine regelmässigere und verbesserte Hygiene notwendig ist.
Knochenschwund
Bleibt der Bakterienfilm jedoch längere Zeit liegen, so kann die Entzündung vom Zahnfleisch auf den Knochen übergreifen. Die Entzündung des Knochens (Parodontitis) bedeutet immer Knochenschwund. Der Knochen wird sich gegen die Wurzelspitze des Zahnes zurückziehen und so wird der Zahn schliesslich seinen Halt verlieren. Dieser Prozess verläuft meistens sehr langsam über viele Jahre und ist in der Regel schmerzfrei. Somit kann Parodontitis vom Patienten selbst, bis zur Zahnlockerung, oft nicht erkannt werden.
Regelmässige Messungen nötig
Auch der Zahnarzt und die Dentalhygienikerin erkennen die Parodontitis nicht sicher mit blossem Auge. Es sind regelmässig spezifische Messungen am Zahnfleisch und Röntgenaufnahmen notwendig, um diese Krankheit frühzeitig zu erkennen und um sofort eingreifen zu können. Zahnlockerungen zeigen ein bereits fortgeschrittenes Stadium.
Bakterien professionell entfernen
Die Behandlung besteht darin, alle Bakterien auf der Zahn- und Wurzeloberfläche, also auch unter dem Zahnfleisch, professionell durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin zu entfernen. Dazu sind mehrere Sitzungen notwendig, eventuell auch eine Zahnfleischoperation. Zusätzlich ist eine tägliche perfekte Zahnreinigung, auch in allen Zahnzwischenräumen, durch den Patienten selbst notwendig, um eine erneute Infektion zu verhindern. Diese Reinigung sollte gezielt gezeigt und mit dem Patienten geübt werden. Eine regelmässige professionelle Kontrolle des Zahnfleisches und der Hygienebemühungen der Patienten sind unabdingbar. Oft sind unterstützend auch desinfizierende Spüllösungen oder gelegentlich Antibiotika notwendig.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 08. Januar 2007
Was kann gegen das Verfärben der Zähne getan werden?
Frage
Nach jedem Gläschen Rotwein verfärben sich meine Zähne und meine Zunge. Wie ist dies zu erklären? Was muss ich beachten, dass diese Verfärbung gar nicht erst entsteht- ausser dem Verzicht von Rotwein? H. R. in C.
Kurzantwort
Unsere Mundflüssigkeit enthält viele verschiedene Substanzen, unter anderem Eiweisse uns auch Bakterien. Diese Eiweiss- und Bakterienschicht kann Farbstoffe aufnehmen. Je nach Dicke dieser Schicht kann innert Minuten eine sichtbare Verfärbung auftreten. Diese Verfärbung kann aber einer gründlichen Zahnreinigung sofort entfernt werden, solange diese Schicht noch nicht verkalkt ist.
Rotwein, aber auch Kaffee oder Tee enthalten Farbstoffe, die grundsätzlich andere Substanzen einfärben können. Wenn wir solche Getränke trinken, kommen sie in Kontakt mit den Oberflächen im Mund, so auch mit der Zunge und den Zähnen.
Zähne aufhellen
Wie verhalten sich nun die einzelnen Oberflächen im Mund?
Die gesunde natürliche Zahnsubstanz, die aus hartem Zahnschmelz besteht, wird sich dadurch nicht oder nur sehr langsam, über viele Jahre, verfärben. Sollte diese Verfärbung stören (die Farbstoffe sind in tiefere Schichten des Zahnes vorgedrungen) so können die Zähne mit Bleichen (Bleaching) aufgehellt werden. Dieses Verfahren ist harmlos und in der Regel sehr erfolgreich.
Künstliche Zahnsubstanzen, insbesondere Kunststofffüllungen, die sich verfärbt haben, können nicht gebleicht werden. Falls eine professionelle Politur nicht hilft, müssten sie erneuert werden. Oberflächen aus Porzellan bei Kronen, Veneers oder Füllungen haben den Vorteil, dass sie sich nicht verfärben.
Eiweisse und Bakterien
Unsere Mundflüssigkeit enthält viele verschiedene Substanzen, unter anderem Eiweisse und auch Bakterien. Alle natürlichen und künstlichen Oberflächen unserer Zähne sind immer mit einer Eiweissschicht (Pellicle) bedeckt. Auch nach einer perfekten Zahnreinigung bildet sich diese Eiweissschicht erneut innert Minuten. Auch die Bakterien werden sich innert weniger Stunden an den Zahnoberflächen anhaften und falls sie durch das regelmässige Zähneputzen nicht gestört werden innert Tagen zu einem dicken Bakterienrasen anwachsen und verkalken (Zahnstein).
Zähne gründlich reinigen
Diese Eiweiss- und Bakterienschicht kann die oben beschriebenen Farbstoffe ebenfalls aufnehmen und je nach Dicke dieser Schicht kann innert Minuten eine sichtbare Verfärbung auftreten. Diese Verfärbung kann aber mit einer gründlichen Zahnreinigung sofort entfernt werden, solange diese Schicht noch nicht verkalkt ist. Am besten ist es deshalb, die Zähne zwei- bis dreimal täglich gründlich zu reinigen, unbedingt mindestens einmal pro Tag auch zwischen allen Zähnen. So können die sichtbaren Verfärbungen erst gar nicht entstehen.
Die Zungenoberfläche ist bei verschiedenen Menschen unterschiedlich stark verhornt. Es sind diese verhornten Anteile die leicht verfärbt werden können und so die Zunge sogar schwarz erscheinen lassen. Die Lösung ist auch hier das tägliche Reinigen der Zunge mit der Zahnbürste oder mit einem speziellen Zungenschaber.
BisiCAL – Das Calciumpflaster für die Pulpa
Zusammen mit der Firma bisico – Bielefelder Dentalsilicone GmbH & Co. KG haben wir fünf Zahnärzte*innen gesucht, welche vitalerhaltende Therapiemöglichkeiten mittels dem Produkt BisiCAL, einem bioaktiven, lichthärtenden, kunststoffmodifizierten Kalziumsilikat zur Pulpaüberkappung mit MTAFüllstoffen, klinisch erproben und die Ergebnisse für Sie als Fall- beziehungsweise Erfahrungsberichte
aufbereiten. Im Folgenden stellen wir Ihnen den ersten Fall dieser Klinischen Erprobung vor.
Zahnimplantat oder Brücke: Was spricht wofür?
Frage
Ich (m, 52) musste wegen starker Zahnschmerzen Anfang Januar den ersten Backenzahn im Unterkiefer links ziehen lassen. Ich sollte mich nun entscheiden, ob ich eine Brücke oder ein Implantat haben möchte. Was ist zu empfehlen, welches sind die Entscheidungskriterien?
Kurzantwort
Stabile, aber beschädigte oder mit grossen Füllungen versehene Nachbarzähne sprechen für eine Brücke, da durch die Kronen gleichzeitig diese Situation verbessert wird. Völlig gesunde Nachbarzähne sprechen für ein Implantat, da diese zum Anbringen einer Brücke beschliffen werden müssten, was schade wäre. Das Implantat ist auch angezeigt, wenn die Nachbarzähne zu schwach sind, um eine Brücke zu tragen. Wenn ein Zahn entfernt werden muss, ist zu entscheiden, ob er überhaupt ersetzt werden muss, um eine normale Funktion, eine ansprechende Ästhetik und eine einwandfreie Aussprache zu gewähr- leisten. Ein fehlender erster Backenzahn wird in Ihrem Alter in der Regel ersetzt, sofern ein Gegenzahn vorhanden ist.
Zwei Möglichkeiten
Ist bereits eine Zahnlücke entstanden, gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten, den fehlenden Zahn zu ersetzen: einerseits durch eine abnehmbare Teilprothese (im Volksmund wird dies oft fälschlicher- weise als «Brüggli» bezeichnet), andererseits durch eine festsitzende, nicht entfernbare Lösung. Festsitzend wiederum kann ein Zahn durch eine Brücke (Krone oder Teilkrone auf einen oder beide Nachbarzähne mit fest aufgehängtem Zahn dazwischen) oder durch ein Implantat (künstliche Zahn- wurzel) mit aufgesetzter Krone ersetzt werden.
Was spricht für die Brücke?
Für die Brücke sprechen Nachbarzähne, die stabil, aber beschädigt oder mit grossen Füllungen versorgt sind. Die Kronen würden diese Situation gleichzeitig verbessern. Das Gleiche gilt, wenn die Knochenmenge oder -qualität unterhalb der Lücke für ein Implantat ungenügend ist und ein Knochen- aufbau nicht möglich oder mit Risiken behaftet ist. Auch können ästhetische Bedürfnisse mit einer Brücke oft einfacher erfüllt werden. In der Regel ist eine definitive Lösung mit weniger Sitzungen realisierbar. Wird nach der Zahnextraktion sofort eine festsitzende Versorgung gewünscht, ist das mit einer provisorischen Brücke einfach realisierbar.
Was spricht für das Implantat?
Für das Implantat sprechen Nachbarzähne, die gesund oder nur mit kleinen Füllungen versorgt sind. Es wäre schade, sie für das Anbringen einer Brücke zu beschleifen.Ebenfalls ist dem Implantat der Vorzug zu geben, wenn die Nachbarzähne zu schwach sind, um eine Brücke zu tragen. Das Risiko, dass sich die Brücke zu rasch wieder löst oder die tragenden Zähne der Belastung nicht standhalten, ist dann zu gross. Die Wahl Implantat ist auch eher angezeigt, wenn in der Lücke genügend Knochen vorhanden ist oder dieser einfach aufgebaut werden kann. Das Risiko eines längerfristig eintretenden Problems ist am geringsten, wenn die Lösung nur an der Stelle vorgenommen wird (nämlich in der Lücke), wo effektiv Handlungsbedarf besteht. Eine eventuell unnötige Behandlung der Nachbarzähne wird so vermieden. Ein allfällig später eintretendes Problem ist wiederum lokal, Zahn für Zahn, lösbar, und es muss nicht gleich eine ganze Brücke ersetzt werden. Die Kostenfrage spielt eine geringe Rolle, da der Preis für ein einzelnes Implantat mit Krone und derjenige für eine dreiteilige Brücke etwa derselbe ist.
Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Neue Luzerner Zeitung am 18. Februar 2013
Mit Glas eine abgebrochene Zahnecke wiederherstellen?
Frage
Ich (w,25) habe am vorderen Schneidezahn eine Ecke abgebrochen. Der Zahnarzt hat den Zahn provisorisch geflickt. Das könne rund ein Jahr lang halten. Später solle eine Krone gemacht werden. Jetzt habe ich gehört, dass man auch einen Überzug aus Glas machen könnte, was weniger teuer sei. Stimmt das, und was sind die Vor-und Nachteile?
Kurzantwort
Zahnrekonstruktionen mit dünnen Glasschalen wurden vor rund 20 Jahren durchgeführt. Sie haben sich jedoch nicht bewährt, da sie mechanisch zu schwach waren. Sie werden heute nicht mehr verwendet. Heute gibt es dauerhaftere Lösungen aus Kunststoff oder Porzellan, um einen abgebrochenen Zahn zu reparieren. Sie stellen jedoch hohe Anforderungen an den Zahnarzt.
Zahnrekonstruktionen mit dünnen Glasschalen wurden vor rund 20 Jahren durchgeführt. Sie haben sich jedoch nicht bewährt, da sie mechanisch zu schwach waren.
Die heutigen Methoden sind folgende:
Reparatur mit Kunststoff
Die Reparatur mit Kunststoff (Komposit) vermag bei kleinen Defekten oft über Jahre auch hohen Ansprüchen zu genügen. Bei grösseren Defekten beginnt die Kunststoffreparatur oft bereits nach Monaten als solche sichtbar zu werden, da Kunststoff relativ rasch altert und seine Farbe verändern kann. Auch ist Kunststoff weniger stabil als Porzellan und kann eher wieder brechen, ist aber günstiger und in nur einer Sitzung hergestellt.
Rekonstruktionen mit Porzellan
Eine über viele Jahre gleichbleibende ideale Ästhetik bieten Rekonstruktionen aus Porzellan, die den Zahnschmelz mit allen feinen Details am besten zu imitieren vermögen. Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, Zähne mit Porzellan zu rekonstruieren. Die erste ist die sogenannte Porzellankrone. Dabei muss der gesamte sichtbare Zahnanteil rundherum leicht reduziert werden, damit die Krone wie ein Hut über die verbleibende Zahnsubstanz gesteckt und zementiert werden kann. Die Krone ist somit nur bei grossen Defekten gerechtfertigt, da sonst auch vergleichsweise viel gesundes Zahnmaterial weggeschliffen werden muss. Sie ist aber ein bewährtes Mittel und hält sehr lange, vorausgesetzt sie wird mit hoher Präzision hergestellt.
Die zweite ist die Porzellanschale oder das (engl.) Veneer. Hier handelt es sich um eine hauchdünne Schale aus reinem Porzellan, die auf die gesamte sichtbare vordere Fläche des betroffenen Zahnes geklebt wird. Durch die unsichtbare Verklebung und die minimale Dicke des Porzellans verhält sich das einfallende Licht sehr ähnlich wie bei einem natürlichen Zahn. Auch bei der Porzellanschale muss gesunde Zahnsubstanz entfernt werden, aber vergleichsweise wenig. Um die Klebung genügend stark machen zu können, sollten Porzellanschalen nur bei sonst gesunden Zähnen mit genügend Zahnschmelz eingesetzt werden. Auf bereits vorhandenen Füllungen oder auf dem Dentin (Zahnschicht unter dem Zahnschmelz) würden Porzellanschalen zu wenig kleben und schnell brechen.
Diese gilt als die modernste Methode, stellt aber die höchsten Anforderungen an Zahnarzt und Zahntechniker.
Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Neue Luzerner Zeitung am 3. September 2011
Ich muss mich entscheiden: Brücke oder Implantat?
Frage
Ich (w, 55) musste wegen starker Zahnschmerzen im Unterkiefer rechts einen Backenzahn ziehen. Nun muss ich mich zwischen einer Brücke oder einem Implantat entscheiden. Was empfehlen Sie mir? R. B. in E.
Kurzantwort
Ein fehlender Zahn muss in der Regel ersetzt werden, sofern auch ein Gegenzahn vorhanden ist. Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten, einen Zahn zu ersetzen, nämlich durch eine abnehmbare Teilprothese (wird im Volksmund oft fälschlicherweise als «Brüggli» bezeichnet) oder durch eine festsitzende, nicht entfernbare Lösung.
Immer wenn ein Zahn entfernt werden muss, stellt sich die Frage, ob er überhaupt ersetzt werden muss, um eine normale Funktion und Ästhetik des Gebisses und die Aussprache langfristig zu gewährleisten. Ein fehlender Zahn in Ihrem Alter und an dieser Stelle (1. Backenzahn) muss in der Regel ersetzt werden, sofern auch ein Gegenzahn vorhanden ist.
Abnehmbar oder festsitzend
Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten, einen Zahn zu ersetzen, nämlich durch eine abnehmbare Teilprothese (wird im Volksmund oft fälschlicherweise als «Brüggli» bezeichnet) oder durch eine festsitzende, nicht entfernbare Lösung. Bei Ihnen steht die zweite Möglichkeit zur Diskussion: Ein Zahn kann festsitzend durch eine Brücke (Krone auf die Nachbarzähne und fest aufgehängter Zahn dazwischen) oder durch ein Implantat mit Krone ersetzt werden.
Brücke oder Implantat mit Krone
Für die Brücke sprechen folgende Kriterien:
• Die Nachbarzähne sind stabil, aber beschädigt oder sind mit grossen Füllungen versorgt: Die Kronen würden diese Situation gleichzeitig verbessern.
• Die Knochenmenge oder Qualität unterhalb der Lücke ist ungenügend, um ein Implantat setzen zu können. Ein Knochenaufbau ist nicht möglich oder mit Risiken behaftet.
• Ästhetische Bedürfnisse können oft einfacher erfüllt werden als mit einem Implantat.
Für das Implantat sprechen:
• Die Nachbarzähne sind gesund oder nur mit kleinen Füllungen versorgt. Es wäre somit schade, sie zum Tragen einer Brücke abzuschleifen.
• Die Wurzeln der Nachbarzähne sind zu schwach, um mitzuhelfen, eine Brücke zu tragen. Das Risiko, dass sich die Brücke rasch wieder löst, ist in einem solchen Fall zu gross.
• In der Lücke ist genügend Knochen vorhanden, oder dieser kann einfach aufgebaut werden.
• Das Risiko eines später eintretenden Problems ist am geringsten, da die Lösung nur an der Stelle gesucht wird (nämlich in der Lücke), wo effektiv Handlungsbedarf besteht. Eine eventuell unnötige Behandlung der Nachbarzähne wird vermieden.
• Falls ein späteres Problem erwartet werden muss, ist dieses wiederum lokal Zahn für Zahn lösbar, und es muss nicht gleich eine ganze Brücke repariert werden. Die Kostenfrage spielt eine geringe Rolle, da der Preis für beide Lösungen etwa derselbe ist.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 27. Februar 2008
Was kann gegen das Zähneknirschen getan werden?
Frage
Seit fünf Jahren trage ich oben eine Zahnprothese. Bis anhin gabs überhaupt keine Probleme. Seit einiger Zeit aber verspüre ich so etwas wie einen Muskelkrampf. Das geht so weit, dass ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Prothese herausnehmen muss, weil der hintere Rand schmerzt. Bei diesem Zusammenbeissen knirschen die Zähne. Das finde ich total schlimm. Ein echtes Ärgernis im letzten Sommer kann doch so etwas nicht auslösen? Oder doch? Was kann getan werden? – R. G. in B.
Kurzantwort
Es gibt viele Menschen, die mit ihren Zähnen knirschen. Menschen, die dazu veranlagt sind, tun dies meistens unbewusst und dadurch unbemerkt nachts, aber auch am Tag. Die Ursache für das Knirschen ist vor allem typbedingt. Verstärkend wirken psychische Stresssituationen oder schlecht aufeinander passende Zähne.
Viele Menschen knirschen mit ihren Zähnen. Es sind zirka 20 Prozent der Bevölkerung, die – über 24 Stunden beobachtet – mehr oder weniger stark die Ober- und Unterkieferzähne aufeinanderreiben, ohne Speisen zwischen den Zähnen zu haben. Menschen, die dazu veranlagt sind, tun dies meistens unbewusst und dadurch unbemerkt nachts, aber auch am Tag (60 Prozent der veranlagten Personen knirschen sogar nur tagsüber).
Knirschen ist typbedingt
Dabei sind viel höhere Kräfte mit im Spiel als beim Kauen von Nahrungsmitteln. Die Ursache fürs Knirschen ist vor allem typbedingt. Verstärkend wirken psychische Stresssituationen oder schlecht aufeinander passende Zähne.
Gemäss Ihrer Beschreibung muss ich davon ausgehen, dass Sie auch vor dem letzten Sommer geknirscht haben, jedoch unbemerkt, und dass Ihre Zähne schon lange nicht optimal gepasst haben, was Sie aber nicht gestört hat.
Möglicher Auslöser
Das Schlüsselereignis war «ein rechtes Ärgernis im Laufe des Sommers». Diese psychische Stresssituation hat Sie unbewusst veranlasst, häufiger und fester auf Ihre Zähne zu beissen (zu knirschen). Dabei sind Druckstellen entstanden und Muskelkrämpfe, das heisst, Sie haben Ihre persönliche Toleranzschwelle überschritten. Seither ist Ihnen bewusst geworden, dass Sie knirschen, und Sie reagieren nun sehr feinfühlig darauf.
Auch wenn die Stresssituation nun behoben ist, haben Sie realisiert, dass Ihre Zähne nicht richtig zusammenpassen, dass Sie dadurch ständig veranlasst werden, zu knirschen, und Sie Fleisch nicht richtig zerkauen können. Das stört Sie nun.
Hilfe durch korrekte Zahnhöhe
Vermutlich sind die Zähne an der Prothese durch das Knirschen sehr stark abgeschliffen. Sie passen nicht mehr zu den unteren Zähnen, und die Effizienz, Speisen zu zerkleinern, hat stark gelitten. Dann brauchen Sie an Ihrer Prothese neue, scharfe Zähne, und die abgeschabte Zahnhöhe kann mit neuen Zähnen auch wieder ideal hergestellt werden, was entscheidend ist.
Auch können dadurch die Zähne neu so hingestellt werden, dass sie wieder mit dem Unterkiefer zusammenpassen. Damit wird sich das Bedürfnis zu knirschen mit grosser Wahrscheinlichkeit vermindern und unter Ihre Toleranzschwelle sinken.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 14. Januar 2008
Macht es Sinn, alle Amalgamfüllungen zu ersetzen?
Frage
Ich habe sieben Amalgamfüllungen, fünf defekte, zwei intakte. Mein Zahnarzt schlägt nun vor, alle sieben Füllungen zu ersetzen. Ist dies sinnvoll? Könnte man die defekten Füllungen mit anderem Material flicken? P.W. in V.
Kurzantwort
Falls die Füllungen qualitativ noch in Ordnung sind, ist es grundsätzlich nicht nötig, diese zu ersetzen. Es könnten aber ästhetische Gründe ausschlaggebend sein, graue Füllungen durch weisse zu ersetzen, oder aber finanzielle Gründe. Falls mit nur einem Zahnarztbesuch und mit nur einer «Spritze» gleich alle Füllungen ersetzt werden könnten, so wäre dies insgesamt kostengünstiger, als die Füllungen zu verschiedenen Zeiten einzeln zu ersetzen, meint Dr. med. dent. Jürg Eppenberger, Luzern, Fachzahnarzt für rekonstruktive Zahnmedizin, Mitglied SSO, zugelassener Zahnarzt Hirslanden-Klinik St. Anna, Luzern.
Wenn ein Zahn entfernt werden muss, ist zu entscheiden, ob er überhaupt ersetzt werden muss, um eine normale Funktion, eine ansprechende Ästhetik und eine einwandfreie Aussprache zu gewähr- leisten. Ein fehlender erster Backenzahn wird in Ihrem Alter in der Regel ersetzt, sofern ein Gegenzahn vorhanden ist.
Amalgamfüllungen sind mechanisch im Zahn verankert. Das heisst, dass der Zahnarzt im Zahn Unterschnitte schleifen muss, damit die fertig gestellte Füllung nicht wieder hinausfällt. Deshalb kommt es vor, dass die einzelnen Teile im Zahn verbleiben, auch wenn eine Amalgamfüllung zerbricht. Der Bruchspalt jedoch stellt eine ideale Eintrittspforte dar für die Bakterien, die ungehindert bis in das Innere des Zahnes eindringen können und innert sehr kurzer Zeit (wenige Monate) in der Tiefe Karies verursachen können. Eine solche Situation muss deshalb möglichst sofort behoben werden.
Grundsätzlich kann eine defekte Füllung auch geflickt werden, vorausgesetzt, der im Zahn verbleibende Füllungsteil ist noch von genügend guter Qualität. Das Problem des Bruchspaltes bleibt jedoch bestehen: Eine neue, ergänzende Füllung kann nicht dicht an eine bestehende alte angeklebt werden. Es bleibt somit immer ein feiner Spalt zwischen den beiden Füllungsteilen bestehen, der einen Eintritt für die Bakterien darstellen kann.
Provisorische Lösung
Eine Flickbehandlung ist somit in der Regel eine zeitlich befristete provisorische Lösung. Bei grösseren Defekten ist ein Ersatz der Füllung in jedem Fall zahnschonender, risikoärmer und über einen längeren Zeitraum gerechnet kostengünstiger.
Im Gegensatz zum Amalgam werden die modernen weissen Füllungen in den Zahn geklebt. Eine korrekt hergestellte weisse Füllung aus einem Stück hat keine Eintrittsstellen für die Bakterien zwischen dem Zahn und der Füllung.
Ermessensfrage
Ob Sie nun alle Füllungen ersetzen sollen, ist eine Ermessensfrage, die Sie persönlich beantworten müssen. Falls die beiden Füllungen qualitativ noch in Ordnung sind, ist es grundsätzlich nicht nötig, diese zu ersetzen. Es könnten aber ästhetische Gründe ausschlaggebend sein, graue Füllungen durch weisse zu ersetzen, oder aber finanzielle Gründe.
Falls mit nur einem Zahnarztbesuch und mit nur einer «Spritze» gleich alle Füllungen ersetzt werden könnten, so wäre dies insgesamt kostengünstiger, als die Füllungen zu verschiedenen Zeiten einzeln zu ersetzen.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 23. April 2007
Warum ist eine Zwischenreinigung nicht möglich?
Frage
Vor einem halben Jahr habe ich mir im Unterkiefer 4 Emailkronen aufsetzen lassen. Jetzt stellte ich fest, dass zwischen den beiden aufgesetzten Kronen (2 Zweierblöcke) kein Durchgang mehr ist. Weder mit einer Zahnbürste noch mit der Zahnseide komme ich durch. Der Kieferchirurg meinte, dass es bei einem Kiefer nichts anderes als diese beiden zusammengekoppelten Kronen ohne Durchgang gibt. Nun möchte ich eine Zweitmeinung hören. B. G. in L.
Kurzantwort
Auch künstlich hergestellte Zähne, beispielsweise Kronen, müssen immer derart gestaltet werden, dass sie an allen Flächen gereinigt werden können, das heisst dass auch eine Zahnzwischenraumreinigung möglich ist. Wenn keine Zwischenraumreinigung mehr möglich ist, wurde diese Arbeit nicht korrekt ausgeführt.
In jeder Mundhöhle ist es feucht und warm (ca. 37 °). Mit dem Essen werden regelmässig Nährstoffe zugeführt, deren Bestandteile (zum Beispiel Kohlehydrate) in der Mundflüssigkeit aufgelöst werden oder als Speisereste an oder zwischen den Zähnen haften bleiben. Dies sind ideale Lebensbedingungen für viele Arten von Bakterien!
Bakterien vermehren sich
In jeder Mundhöhle wimmelt es von Bakterien und sie vermehren sich laufend. Einige Arten haben leider zudem das Potential grossen Schaden anzurichten. Heute sind diese Arten alle bekannt, sie haben alle einen Namen und sind verantwortlich für die bekannten Krankheiten wie: Karies, Zahnfleischentzündung, Parodontitis oder Knochenschwund. Wichtig zu wissen ist aber, dass diese Bakterien nur dort einen Schaden anrichten können, wo sie in grossen Mengen vorkommen oder lange Zeit an der gleichen Stelle liegen bleiben und sich so ungestört vermehren können.
Täglich gründlich reinigen
Nebst massvollem Zuckerkonsum und Verwendung von Fluorzahnpasten ist die tägliche gründliche Zahnreinigung die beste Garantie, Schäden an den Zähnen, am Zahnfleisch und dem Knochen zu vermeiden. Jeder Backenzahn hat 5, jeder Frontzahn 4 Flächen, die mit geeigneten Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnseide oder kleinen Zwischenraumbürstchen usw. gereinigt werden müssen. Wird dies unterlassen oder ist die Reinigung an einzelnen Stellen nicht möglich, so ist die Gefahr, dass lokal an diesen Stellen ein Schaden wie Karies oder Zahnfleischentzündung entstehen wird, viel grösser.
Nicht korrekt ausgeführt
Die heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen klar, dass auch künstlich hergestellte Zähne (zum Beispiel Kronen oder Füllungen) immer derart gestaltet werden müssen, dass sie an allen Flächen gereinigt werden können, das heisst auch eine Zahnzwischenraumreinigung möglich ist. Eventuell sind deshalb vorbereitende Massnahmen an den Zähnen selbst oder am Zahnfleisch nötig, bevor Kronen korrekt hergestellt werden können. Eines der wichtigsten Ziele zahnärztlichen Schaffens ist, dass alles, was in den Mund eingesetzt wird, auch perfekt gereinigt werden kann. Mit anderen Worten: Wenn zwischen zwei Zähnen, an denen eine zahnärztliche Arbeit ausgeführt wurde, keine Zwischenraumreinigung mehr möglich ist, dann wurde diese Arbeit nicht korrekt ausgeführt.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 27. März 2007
Sofortimplantation 11 nach Wurzel-Längsfraktur
Die Sofortimplantation mit Sofortversorgung stellt heutzutage, durch die vielfältigen digitalen Möglichkeiten, bei entsprechender Planung und sehr guter Kommunikation beziehungsweise Aufklärung unserer Patienten, durchaus eine etablierte Behandlungsmethode dar.
Der folgende Patientenfall beschreibt das schrittweise Vorgehen einer solchen Versorgung, welches bei uns als Behandlungskonzept mit vorhersagbaren Ergebnis auch den Verlust auch eines Frontzahnes zu einem wenig einschneidenden Ereignis macht.
Zahnimplantat oder Brücke: Was spricht wofür?
Frage
Ich (m, 52) musste wegen starker Zahnschmerzen Anfang Januar den ersten Backenzahn im Unterkiefer links ziehen lassen. Ich sollte mich nun entscheiden, ob ich eine Brücke oder ein Implantat haben möchte. Was ist zu empfehlen, welches sind die Entscheidungskriterien?
Kurzantwort
Stabile, aber beschädigte oder mit grossen Füllungen versehene Nachbarzähne sprechen für eine Brücke, da durch die Kronen gleichzeitig diese Situation verbessert wird. Völlig gesunde Nachbarzähne sprechen für ein Implantat, da diese zum Anbringen einer Brücke beschliffen werden müssten, was schade wäre. Das Implantat ist auch angezeigt, wenn die Nachbarzähne zu schwach sind, um eine Brücke zu tragen. Wenn ein Zahn entfernt werden muss, ist zu entscheiden, ob er überhaupt ersetzt werden muss, um eine normale Funktion, eine ansprechende Ästhetik und eine einwandfreie Aussprache zu gewähr- leisten. Ein fehlender erster Backenzahn wird in Ihrem Alter in der Regel ersetzt, sofern ein Gegenzahn vorhanden ist.
Zwei Möglichkeiten
Ist bereits eine Zahnlücke entstanden, gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten, den fehlenden Zahn zu ersetzen: einerseits durch eine abnehmbare Teilprothese (im Volksmund wird dies oft fälschlicher- weise als «Brüggli» bezeichnet), andererseits durch eine festsitzende, nicht entfernbare Lösung. Festsitzend wiederum kann ein Zahn durch eine Brücke (Krone oder Teilkrone auf einen oder beide Nachbarzähne mit fest aufgehängtem Zahn dazwischen) oder durch ein Implantat (künstliche Zahn- wurzel) mit aufgesetzter Krone ersetzt werden.
Was spricht für die Brücke?
Für die Brücke sprechen Nachbarzähne, die stabil, aber beschädigt oder mit grossen Füllungen versorgt sind. Die Kronen würden diese Situation gleichzeitig verbessern. Das Gleiche gilt, wenn die Knochenmenge oder -qualität unterhalb der Lücke für ein Implantat ungenügend ist und ein Knochen- aufbau nicht möglich oder mit Risiken behaftet ist. Auch können ästhetische Bedürfnisse mit einer Brücke oft einfacher erfüllt werden. In der Regel ist eine definitive Lösung mit weniger Sitzungen realisierbar. Wird nach der Zahnextraktion sofort eine festsitzende Versorgung gewünscht, ist das mit einer provisorischen Brücke einfach realisierbar.
Was spricht für das Implantat?
Für das Implantat sprechen Nachbarzähne, die gesund oder nur mit kleinen Füllungen versorgt sind. Es wäre schade, sie für das Anbringen einer Brücke zu beschleifen.Ebenfalls ist dem Implantat der Vorzug zu geben, wenn die Nachbarzähne zu schwach sind, um eine Brücke zu tragen. Das Risiko, dass sich die Brücke zu rasch wieder löst oder die tragenden Zähne der Belastung nicht standhalten, ist dann zu gross. Die Wahl Implantat ist auch eher angezeigt, wenn in der Lücke genügend Knochen vorhanden ist oder dieser einfach aufgebaut werden kann. Das Risiko eines längerfristig eintretenden Problems ist am geringsten, wenn die Lösung nur an der Stelle vorgenommen wird (nämlich in der Lücke), wo effektiv Handlungsbedarf besteht. Eine eventuell unnötige Behandlung der Nachbarzähne wird so vermieden. Ein allfällig später eintretendes Problem ist wiederum lokal, Zahn für Zahn, lösbar, und es muss nicht gleich eine ganze Brücke ersetzt werden. Die Kostenfrage spielt eine geringe Rolle, da der Preis für ein einzelnes Implantat mit Krone und derjenige für eine dreiteilige Brücke etwa derselbe ist.
Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Neue Luzerner Zeitung am 18. Februar 2013
Welche Lebensdauer haben Implantate?
Frage
Ich (m,55) muss zwei Zähne ziehen lassen, die nun durch Implantate ersetzt werden sollen. Dabei stellen sich mir verschieden Fragen. Welche Lebensdauer haben Implantate? Riskiere ich, wenn ich die Implantate jetzt machen lasse, dass ich im Alter von 70, 75 Jahren neue machen lassen muss? Implantate als künstliche Produkte sind wohl nicht anfällig auf Karies: Welche Schäden könne sie aber sonst erleiden? Sind sie empfindlicher als Zähne? Wie muss man Implantate pflegen?
Kurzantwort
Zahnimplantate haben grundsätzlich eine lange Lebensdauer. Doch um diese zu erreichen, müssen einige Punkte beachtet werden: Gute Mundhygiene und regelmässige Kontrollen beim Zahnarzt sind unabdingbar. Rauchen über länger Zeit ist schädlich.
Zahnimplantate haben grundsätzlich eine sehr lange Lebensdauer. Die Erfolgschance steht bei 95% bis 98% nach zehn Jahren. Es gibt Studien, die zeigen einen solch hohen Erfolg im Unterkiefer vorne auch nach über 20 Jahren. Die wichtigsten Faktoren, die die Lebensdauer verkürzen könnten, sind folgende: eine schlechte Mundhygiene, keine regelmässige professionelle Kontrolle und Reinigung, Zahnfleisch und Knochenentzündung bei den noch vorhandenen Zähnen und Rauchen über eine längere Zeit. Bei korrektem zahnärztlichem Vorgehen und dem Vermeiden der oben genannten Risikofaktoren sollten Ihnen also die Implantate mit hoher Wahrscheinlichkeit bis an ihr Lebensende halten.
Früherkennung wichtig
Falls trotzdem Probleme entstehen sollten, so ist es sehr wichtig, diese möglichst frühzeitig zu erkennen. Diese Früherkennung erlaubt es heute verschiedene Massnahmen einzuleiten, damit die Probleme behoben werden können. Eine professionelle Betreuung ist unabdingbar, da Probleme oft selbst nicht spürbar sind.
Gute Mundhygiene
Implantate haben grundsätzlich den Vorteil, dass an ihnen keine Karies entstehen kann. Eine regelmässig gute Mundhygiene ist jedoch auch mit Implantaten unbedingt notwendig, da das Zahnfleisch und der Knochen um Implantate genau gleich empfindlich sind, wie um eigene Zähne. Die Hygienemethoden bei Zähnen und Implantaten sind grundsätzlich die gleichen. Der Knochenschwund bei Zähnen heisst Parodontitis, derjenige bei Implantaten Periimplantitis. Die Mechanismen dieser krankhaften Prozesse sind ähnlich. Schuld an diesen Krankheiten sind Bakterien, die das Zahnfleisch und schliesslich auch den Knochen entzünden. Der Knochen reagiert darauf mit Auflösung und Rückzug. Dabei geht der Halt des Zahnes oder des Implantates verloren und es kommt schliesslich zum Verlust. Der wirksamste Schutz gegen diese Krankheiten ist die gründliche tägliche Hygiene (das heisst die Entfernung dieser Bakterien) und die regelmässige professionelle Kontrolle.
Parodontitis zuerst behandeln
In einem Gebiss, dessen Zähne unter aktiver Parodontitis leiden, sollten keine Implantate eingesetzt werden, da eine Infektion auch auf die Implantate übergreifen kann. Vor einer Implantation ist es deshalb wichtig, die eigenen Zähne auf vorhandene Parodontitis zu untersuchen und diese allenfalls vorgängig zu behandeln.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 20. Oktober 2011
Wie gut sind schnelle und günstige Zahnimplantate?
Frage
Ich habe von Zahnimplantaten gelesen, die nicht nur günstiger sein sollen als die herkömmlichen Methoden, sondern die auch in den meisten Fällen ohne lange Einheilungszeit des Implantats in den Knochen auskommen und in einem Tag abgeschlossen werden. Offenbar wird diese Methode aber in der Schweiz kaum angewandt, obwohl sie doch nur Vorteile zu haben scheint. Warum ist dem so? Ist diese schnelle und offenbar kostengünstigere Technik nicht sicher?
Kurzantwort
Bei der Zahnbehandlung müssen immer die spezifische Situation im Munde des Patienten sowie allgemeine Kriterien wie Gesundheit, Alter, finanzielle Möglichkeiten berücksichtigt werden. Die Methode, bei welcher die Zahnimplantate unmittelbar nach dem Einsetzen mit Zähnen versorgt und somit belastet werden, ist nach bisherigen Erfahrungen nur in rund 10 bis 15 Prozent aller Fälle geeignet.
Bei zahnmedizinischen Behandlungen handelt es sich nie um ein Konsumprodukt, welches wie ein Kleidungsstück, oder ein elektronisches Gerät mit anderen verglichen und dann eingekauft werden kann. Seriöse zahnmedizinische Behandlungen sollten immer auf die spezifische, lokale Situation im Munde des Patienten und unter Berücksichtigung von mehreren allgemeinen Kriterien, wie Gesundheit, Alter, finanziellen Möglichkeiten usw. individuell ausgewählt und geplant werden. Für jeden Patienten soll so die für ihn beste Lösung gefunden werden. Dazu braucht es keine Werbung, sondern seriöse Information.
Zahnärzte, die Werbung machen, stehen unter Verdacht, in erster Linie ein Produkt verkaufen zu wollen. Werbung kann den hochstehenden und berechtigten Anspruch in Frage stellen, dass sich der Zahnarzt in erster Linie am Wohl des Patienten orientiert und für ihn die individuell beste Lösung herausfindet. Zahnärzte SSO sind zur stetigen Fortbildung verpflichtet und weisen einen Patienten zur optimalen Versorgung allenfalls an einen kompetenten Kollegen weiter.
Aggressive Therapiepolitik
Die von Ihnen erwähnte Methode aus einer Werbung ist ein Relik aus den Boomjahren einer Schweizer Firma. Von 2002 bis 2007 hat diese Firma eine sehr aggressive Werbepolitik betrieben, die leider vielen Patienten und ihren Zahnärzten Misserfolge beschert hat. Wir wissen heute, dass diese Methode, bei welcher die Implantate unmittelbar nach dem Einsetzen mit Zähnen versorgt und somit belastet werden, nur in ca. 10-15% aller Fälle geeignet ist. Diese Methode könnte übrigens mit allen gängigen Implantatsystemen durchgeführt werden, vorausgesetzt, die Situation beim Patienten ist dazu geeignet. Diese Methode zu bewerben, ohne auf die seltene Anwendbarkeit hinzuweisen, ist unseriös.
Einheilungszeit abwarten
Die sofortige Belastung von Implantaten ist mit einem höheren Misserfolgsrisiko verbunden. Denn für den langfristigen zahnmedizinischen Erfolg müssen die Zahnimplantate im Knochen einheilen. Innert zwei Monaten wachsen Implantate aus Titan fest im Knochen ein. Wird ein Implantat während dieser Einheilzeit wiederkehrenden Belastungen ausgesetzt, welche es im Knochen mehr als 0.15 Millimeter bewegen, so kann die Einheilung gefährdet sein. Es kann dann zur Lockerung und zum Verlust des Implantates kommen.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 18. September 2011
Dürfen Implantate mit Schallzahnbürste geputzt werden?
Frage
Ich muss einen Backenzahn durch ein Zahnimplantat ersetzen lassen. Zur Zahnpflege benutze ich eine Schallzahnbürste. Da die Schallzahnbürste nun immer höhere Schwingungen auch auf den Zahn übertragen, frage ich mich, welche Auswirkungen die Schallzahnbüste wohl auf das eingewachsene Zahnimplantat hat? Ist es möglich, dass das Implantat durch die Benutzung der Schallzahnbürste gar nie fest einwachsen kann?
Kurzantwort
Zahnimplantate müssen ungestört während einiger Wochen im Kieferknochen einwachsen können. Werden sie während dieser Zeit mechanische bewegt, ist die Einheilung gefährdet. Bei der sogenannt offenen Einheilung sollte während der kritischen Zeit vorsichtshalber auf die Benützung einer elektrischen Schallzahnbürste verzichtet werden. Sind die Implantate eingeheilt, können die Zähne problemlos mit Schallzahnbürsten gereinigt werden.
Moderne Zahnimplantate werden in den Kieferknochen eingeschraubt. Anfänglich ist die Situation ähnlich wie bei Schrauben, die ins Holz eingedreht werden. Dieser rein mechanische Halt ist jedoch für den zahnmedizinischen Erfolg ungenügend. Implantate müssen im Knochen ungestört einwachsen. Innert zweier Monate wachsen Implantate aus Titan im Knochen derart fest ein, dass sie nicht wieder ausgeschraubt werden könnten. Wird ein Implantat während dieser Einheilzeit wiederkehrenden Belastungen ausgesetzt, welche es im Knochen mehr als 0.15 Millimeter bewegen, so könnte die Einheilung gefährdet sein. Es käme dann zur Lockerung und das Implantat ginge verloren. Zur Vollständigkeit: Nur in ausgewählten Situationen können Implantate gleich nach dem Einsetzen (sofort oder nach wenigen Tagen) mit Zähnen versorgt werden. Das Risiko eines Misserfolges ist dann jedoch höher.
Zwei Einheilmethoden
Es gibt grundsätzlich zwei Methoden diese Einheilzeit der Implantate abzuwarten. Zum einen die verdeckte Einheilung: Dabei wird das Zahnfleisch nach dem Einsetzen der Implantate über denselben wieder dicht vernäht. Sie sind somit während der Einheilzeit auch nicht sichtbar und können durch die Zahnreinigung nicht gestört werden. Die zweite Methode ist die offene Einheilung: Dabei wird das frisch gesetzte Implantat mit einem Deckel verschlossen, der von Anfang an durch das Zahnfleisch hindurch einige Millimeter in die Mundhöhle ragt. Die Einheilung solcher Implantate kann theoretisch mechanisch gestört werden.
Vorsicht bei offener Einheilung
Wissenschaftliche Studien, die untersucht haben, ob die modernen Schallzahnbürsten die Einheilung der Implantate stören, gibt es nicht. Um auf der sicheren Seite zu sein, wähle ich normalerweise die verdeckte Einheilung, auch weil diese Methode noch viele weitere Vorteile bietet. Im Rahmen der verdeckten Einheilung ist jede Hygienemethode möglich, auch die Verwendung einer Schallzahnbürste wird die Einheilung der Implantate nicht stören. Sollte Ihr Zahnarzt die zweite Methode wählen (offene Einheilung) empfehle ich Ihnen während der ersten sechs Wochen die Schallzahnbürste in der entsprechenden Mundregion nicht zu verwenden.
Sind die Implantate eingeheilt, können diese und die aufgesetzten Kronen uneingeschränkt und problemlos mit den modernen Schallzahnbürsten gereinigt werden. Das gleiche gilt zu jeder Zeit für die eigenen Zähne und für Kronen oder Brücken auf eigenen Zähnen.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 13. Juni 2011
Was ist besser beim Zahnersatz: Titan oder Keramik?
Frage
Ich muss zwei Zähne durch Implantate ersetzen lassen. Mein Zahnarzt schlägt mir nun vor, diese Implantate ganz aus Keramik zu machen und nicht wie üblich mit Titanschrauben. Was sind die Vor und Nachteile von Keramik und Titan? Was sind die Unterschiede bei den Kosten und der Lebensdauer? Wenn ich mich für Titan entscheide, muss ich einen neuen Zahnarzt finden: Wie mache ich das am besten? K. L. in B.
Kurzantwort
Entscheidend bei Implantaten ist das feste Einwachsen des Zahnersatzes im Knochen. 99 Prozent der Implantate, die weltweit eingesetzt werden, bestehen aus Titan. Die Erfolgsquote der Einheilung der Titanimplantate im Knochen ist sehr hoch. Das Einheilen der Keramikimplantate ist risikoreicher, dauert länger und ist deshalb deutlich teurer.
Der Hauptfaktor, der über den Erfolg bei Implantaten entscheidet, ist das feste Einwachsen der Implantate im Knochen. Anfänglich ist die Situation ähnlich wie bei Schrauben, die ins Holz eingedreht werden. Dieser rein mechanische Halt ist für den zahnmedizinischen Erfolg jedoch völlig ungenügend. Implantate müssen vollständig mit dem Knochen verwachsen, damit ein langfristiger Erfolg garantiert wird. Implantate aus Titan wachsen innert zweier Monate im Knochen fest ein. Implantate aus Keramik brauchen dazu länger, nämlich vier bis sechs Monate. Werden Implantate während dieser Einheilzeit Belastungen ausgesetzt, die sie im Knochen mehr als 0,15 Millimeter bewegen, so ist die Einheilung gefährdet. Es käme dann zur Lockerung und zum Misserfolg. 99 Prozente der Implantate, die weltweit eingesetzt werden, bestehen aus Titan. Die Erfolgsquote der Einheilung der Titanimplantate im Knochen ist sehr hoch und beträgt 95 bis 98 Prozent. Das Einheilen der Keramikimplantate ist risikoreicher und dauert länger. Entsprechend sind die Erfolgsquoten niedriger.
Keramikimplantate sind empfindlicher auf kleinste Bewegungen im Verlaufe der Einheilzeit und müssen deshalb über die gesamte Zeit geschützt werden. Eine übliche Methode ist das Tragen einer Plastikfolie über den gesamten Zahnbogen während 24 Stunden pro Tag. Diese zusätzlichen Vorsichtsmassnahmen verursachen zusätzliche Kosten.
Keramikimplantate als Ausnahme
Aus heutiger Sicht sind Keramikimplantate nur sinnvoll bei Patienten, die aus persönlichen Gründen keine Titanimplantate eingesetzt erhalten möchten. Der erhöhte Mehraufwand und das erhöhte Risiko rechtfertigen noch keine routinemässige Anwendung. Implantatbehandlungen können einfach, aber auch sehr schwierig sein. Implantate darf jeder Zahnarzt setzen, und «Implantologe» ist kein geschützter Titel. Umso mehr ist es ratsam, sich vor der Behandlung über die Qualifikationen und das Leistungsangebot des Zahnarztes zu informieren. Der behandelnde Zahnarzt sollte im Idealfall über eine zusätzliche Weiterbildung in rekonstruktiver Zahnmedizin, Parodontologie oder Oralchirurgie verfügen. Es gibt auch qualifizierte Allgemeinzahnärzte, die sich spezifisch eine Kompetenz in der Implantologie erarbeitet haben. Entweder kann der behandelnde Zahnarzt die Implantatbehandlung selbst durchführen, oder er übernimmt die Überweisung an einen implantologisch tätigen Kollegen. Adressen von Spezialisten finden Sie auch auf der Homepage der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft (www.sso.ch) der Implantatstiftung (www.implantatstiftung.ch), oder bei den Zahnärztlichen Instituten der Universitäten in Zürich, Basel und Bern.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 23. Februar 2011
Ist das teure Zahnimplantat tatsächlich nötig?
Frage
Ich (m., 58) musste mir oben rechts den Weisheitszahn ziehen lassen. Danach hat sich gezeigt, dass auch der Zahn davor entfernt werden musste. Mein Zahnarzt schlägt mir nun vor, diesen Zahn durch ein (teures) Implantat zur ersetzen. Ich meine, dass ich ohne diesen letzten Zahn gut essen kann und mir das Implantat sparen könnte. Die übrigen Zähne sind noch in gutem Zustand. E. L. in B.
Kurzantwort
Ein fehlender Zahn im hinteren Bereich muss ab einem bestimmten Alter nicht zwingend ersetzt werden. Wissenschaftliche Studien und die klinische Erfahrung zeigen, dass bei älteren Patienten (60+) 10 Zähne (natürliche oder künstliche) pro Kiefer im Einzelfall ausreichen können. Je nach Patient bestehen jedoch grosse Unterschiede, die durch den Zahnarzt individuell abgeklärt werden müssen.
Immer wenn ein Zahn entfernt werden soll, stellt sich die Frage, ob er überhaupt ersetzt werden muss, um eine normale Funktion, die Abstützung und Ästhetik des Gebisses oder die Aussprache langfristig zu gewährleisten. Ein fehlender Zahn in Ihrem Alter und an dieser Stelle (zweiter grosser Backenzahn oder Zahn Nr. 7) muss nicht zwingend ersetzt werden. Trotzdem gilt es jedoch, einige Aspekte zu berücksich-tigen. Falls Ihnen bereits mehrere Zähne fehlen, durch frühere Extraktionen oder durch Nichtanlagen (angeboren nicht vorhandene Zähne) kann auch der Verlust des Zahnes Nr. 7 zu einem kritischen Zustand führen. Die Kaueffizienz und die Gebissabstützung könnten derart stark vermindert werden, dass Zähne, eventuell auch an einer anderen Stelle, ersetzt werden müssten. Wissenschaftliche Studien und die klinische Erfahrung zeigen, dass bei älteren Patienten (60+) 10 Zähne (natürliche oder künstliche) pro Kiefer im Einzelfall ausreichen können. Diese Zahl kann jedoch individuell nach oben stark variieren. Die Ästhetik, die Abstützung oder auch die Sprache können bereits nach Verlust von viel weniger Zähnen nachhaltig gestört sein.
Einseitiges Essen
Falls Sie durch den Zahnverlust bewusst oder unbewusst nur noch auf der Gegenseite kauen, so ist es ratsam, den fehlenden Zahn zu ersetzen, damit das Gebiss, die Kiefergelenke und die Muskeln nicht einseitig belastet werden. Falls der Gegen-zahn, wie bei Ihnen, nicht mehr abgestützt ist, wird er mit grosser Wahrscheinlichkeit herauswachsen. Wenn er Sie dadurch beim Kauen zu stören beginnt, kann man ihn mit kurzfristiger Wirkung abschleifen, wird ihn aber früher oder später auch entfernen müssen.
Vorsicht vor Lücken
Der Verlust der jeweils hintersten Zähne in einer Zahnreihe ist häufig problemloser als das Fehlen eines Zahnes innerhalb der Zahnreihe. In diesen Fällen kann das Kauen auf der Lückenseite unmöglich werden, weil die Speisen dauernd in die Lücke «fallen». Zudem wächst nicht nur der Gegenzahn heraus, sondern es beginnen auch die Nachbarzähne zur Lücke hin zu kippen. Nach einigen Jahren können dadurch sehr störende und nunmehr schwierig zu behandelnde Gebisssituationen entstehen. Einen solchen Verlauf gilt es unbedingt zu vermeiden.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 21. April 2010
Ich muss mich entscheiden: Brücke oder Implantat?
Frage
Ich (w, 55) musste wegen starker Zahnschmerzen im Unterkiefer rechts einen Backenzahn ziehen. Nun muss ich mich zwischen einer Brücke oder einem Implantat entscheiden. Was empfehlen Sie mir? R. B. in E.
Kurzantwort
Ein fehlender Zahn muss in der Regel ersetzt werden, sofern auch ein Gegenzahn vorhanden ist. Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten, einen Zahn zu ersetzen, nämlich durch eine abnehmbare Teilprothese (wird im Volksmund oft fälschlicherweise als «Brüggli» bezeichnet) oder durch eine festsitzende, nicht entfernbare Lösung.
Immer wenn ein Zahn entfernt werden muss, stellt sich die Frage, ob er überhaupt ersetzt werden muss, um eine normale Funktion und Ästhetik des Gebisses und die Aussprache langfristig zu gewährleisten. Ein fehlender Zahn in Ihrem Alter und an dieser Stelle (1. Backenzahn) muss in der Regel ersetzt werden, sofern auch ein Gegenzahn vorhanden ist.
Abnehmbar oder festsitzend
Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten, einen Zahn zu ersetzen, nämlich durch eine abnehmbare Teilprothese (wird im Volksmund oft fälschlicherweise als «Brüggli» bezeichnet) oder durch eine festsitzende, nicht entfernbare Lösung. Bei Ihnen steht die zweite Möglichkeit zur Diskussion: Ein Zahn kann festsitzend durch eine Brücke (Krone auf die Nachbarzähne und fest aufgehängter Zahn dazwischen) oder durch ein Implantat mit Krone ersetzt werden.
Brücke oder Implantat mit Krone
Für die Brücke sprechen folgende Kriterien:
• Die Nachbarzähne sind stabil, aber beschädigt oder sind mit grossen Füllungen versorgt: Die Kronen würden diese Situation gleichzeitig verbessern.
• Die Knochenmenge oder Qualität unterhalb der Lücke ist ungenügend, um ein Implantat setzen zu können. Ein Knochenaufbau ist nicht möglich oder mit Risiken behaftet.
• Ästhetische Bedürfnisse können oft einfacher erfüllt werden als mit einem Implantat.
Für das Implantat sprechen:
• Die Nachbarzähne sind gesund oder nur mit kleinen Füllungen versorgt. Es wäre somit schade, sie zum Tragen einer Brücke abzuschleifen.
• Die Wurzeln der Nachbarzähne sind zu schwach, um mitzuhelfen, eine Brücke zu tragen. Das Risiko, dass sich die Brücke rasch wieder löst, ist in einem solchen Fall zu gross.
• In der Lücke ist genügend Knochen vorhanden, oder dieser kann einfach aufgebaut werden.
• Das Risiko eines später eintretenden Problems ist am geringsten, da die Lösung nur an der Stelle gesucht wird (nämlich in der Lücke), wo effektiv Handlungsbedarf besteht. Eine eventuell unnötige Behandlung der Nachbarzähne wird vermieden.
• Falls ein späteres Problem erwartet werden muss, ist dieses wiederum lokal Zahn für Zahn lösbar, und es muss nicht gleich eine ganze Brücke repariert werden. Die Kostenfrage spielt eine geringe Rolle, da der Preis für beide Lösungen etwa derselbe ist.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 27. Februar 2008
Kann Bei Implantaten Auch Parodontose entstehen?
Frage
Kann bei Implantaten auch Parodontose oder Knochenschwund entstehen? Wie lange hält ein Implantat? Wie viel kostet ein Implantat? – E. ST. in E.
Kurzantwort
Zahnimplantate können Zähne ersetzen, die verloren gegangen sind, genauer gesagt ersetzen sie die Zahnwurzeln. Zahnwurzeln und Implantate sind im Kieferknochen verankert. Die Art und Weise der Verankerung ist jedoch sehr unterschiedlich. Zahnwurzeln sind nicht direkt mit dem Knochen verbunden, sondern sind mit Gewebefasern im Knochen «aufgehängt». Deshalb ist es dem Zahnarzt auch möglich, bei Bedarf Zähne auszuziehen, das heisst diese Gewebefasern zu zerreissen. Implantate hingegen sind fest und direkt mit dem Knochen verwachsen. Sie können, einmal eingewachsen, nicht mehr ausgezogen werden. Sind Implantate deshalb gegen den Knochenschwund besser geschützt und halten sie deshalb länger?
Knochenschwund bei Zähnen und Implantaten
Der Knochenschwund bei Zähnen heisst Parodontitis (im Volksmund oft als Parodontose bezeichnet), derjenige bei Implantaten Periimplantitis. Die Mechanismen dieser krankhaften Prozesse sind ähnlich. Schuld an diesen Krankheiten sind Bakterien, die das Zahnfleisch und schliesslich auch den Knochen entzünden. Der Knochen reagiert darauf mit Auflösung und Rückzug. Dabei geht der Halt des Zahnes oder des Implantates verloren, und es kommt schliesslich zum Verlust.
Täglich gründliche Hygiene
Der wirksamste Schutz gegen diese Krankheiten ist die gründliche tägliche Hygiene (das heisst die Entfernung dieser Bakterien) und die regelmässige professionelle Kontrolle und Hygiene durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin. Grundsätzlich ist der Knochen um Zähne und Implantate gleich empfindlich auf diese Bakterien, auch wenn es wissenschaftliche Studien gibt, die den Implantaten bessere Noten ausstellen. In einem Gebiss, dessen Zähne unter aktiver Parodontitis leiden, sollten keine Implantate eingesetzt werden, da eine Infektion im gleichen Gebiss auch auf die Implantate übergreifen kann. Vor einer Implantation ist es deshalb wichtig, die eigenen Zähne auf vorhandene Parodontitis zu untersuchen und diese allenfalls vorgängig zu behandeln.
Lange Lebensdauer
Sind Zahnimplantate einmal fest im Knochen eingewachsen (zwei bis sechs Monate nach dem Einsetzen) und werden sie nicht überlastet und regelmässig gut gereinigt, so halten sie sehr lange. Aufgrund vieler wissenschaftlicher Studien dürfen wir heute annehmen, dass nach zehn Jahren zirka 95 Prozent der eingesetzten Implantate noch einwandfrei funktionstüchtig sein werden. Verglichen mit anderen zahnärztlichen Behandlungsarten ist diese Zahl sehr hoch. Die lange Lebensdauer ist aber abhängig von einigen wesentlichen Voraussetzungen: Titan als Implantatmaterial, an verschiedenen Universitäten wissenschaftlich unabhängig getestetes Implantat, ungestörte Einheilungszeit, keine Überlastung, Erfahrung des Zahnarztes, minutiöse Planung, gute Hygiene und professionelle Nachsorge.
Kosten
Die Kosten für eine Behandlung mit Implantaten sind vergleichbar mit den Kosten für eine gleichwertige konventionelle Zahnbehandlung. Hingegen ist aber das Misserfolgsrisiko bei der Implantatbehandlung auf lange Zeit gerechnet oft kleiner. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass eigene Zähne vor dem Abschleifen bewahrt werden können. Zudem kann sehr oft ein stark verbesserter Komfort erzielt werden, zum Beispiel durch die feste Verankerung einer unstabilen Zahnprothese. Die folgenden Zahlen stammen aus einer Umfrage, die für einen Zeitungsartikel bei mehreren Schweizer Zahnärzten durchgeführt wurde: Einzelimplantat mit Porzellankrone: 3500 bis 5500 Franken. Zwei Implantate mit Druckknöpfen und neuer Prothese: 7000 bis 10 000 Franken. Die Bandbreite kommt daher, dass zum Beispiel zusätzlich ein Knochenaufbau notwendig sein kann oder während der Einheilungszeit ein Provisorium angefertigt werden muss. Eine individuelle Beurteilung ist in jedem Falle nötig.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 14. Januar 2008
Beim Bohren muss ich dauernd Wasser schlucken
Frage
Ich habe ein Problem beim Zahnarzt. Durch das Wasser, welches beim Bohren in den Mund gelangt, muss ich dauernd schlucken. Aus der Reaktion des Zahnarzts weiss ich, dass es ihn stört. Was soll ich machen? Die Absaugvorrichtung erreicht nicht alle Stellen im Mund, deshalb fliesst ein Teil in den Hals. Dies ist fast noch schlimmer als die Bohrerei. J. A. in E.
Kurzantwort
Das Schlucken ist ein Reflex, der, einmal ausgelöst, automatisch abläuft. Das Kühlwasser beim Bohren, das in die Mundhöhle gelangt, kann den Schluckreflex auslösen. Eine wirksame und an der richtigen Stelle im Mund gezielt eingesetzte Absaugvorrichtung ist deshalb unabdingbar. Damit das restliche Wasser, das nicht abgesaugt wurde, den Schluckreflex nicht auslösen kann, muss mit der Zunge der hintere Bereich der Mundhöhle dicht abgeschlossen werden.
Der Zahnschmelz ist die härteste Struktur im menschlichen Körper, nahezu so hart wie Diamant. Um derart harte Oberflächen gezielt und präzise bearbeiten zu können, braucht es sehr harte Schleif- und Schneideinstrumente (Bohrer) aus gehärtetem Stahl oder mit Diamantkorn belegten Oberflächen. Diese Instrumente werden durch Elektromotoren mit bis zu 200 000 Umdrehungen pro Minute rotiert. Ohne kühlendes Wasser käme es beim «Bohren» zu einer derart hohen Hitzeentwicklung, dass die Zahnsubstanz innert Sekunden verbrennen und auch die Oberfläche der Bohrer zerstört würde. Genügend Kühlwasser ist deshalb bei der Bearbeitung der Zähne, aber auch bei chirurgischen Eingriffen am Knochen unbedingt notwendig.
Schlucken ist ein Reflex
Das Schlucken ist ein schon bei Geburt ausgebildeter Reflex, der, einmal ausgelöst, automatisch abläuft. Der Schluckakt ist ein komplexer Vorgang, der dazu dient, feste Nahrung und Flüssigkeiten aus der Mundhöhle in die Speiseröhre zu befördern, ohne dass dabei etwas in die Atemwege gelangt. Ausgelöst wird der Schluckreflex durch die Berührung der Schleimhaut im Bereich des Zungengrundes und der Gaumenbögen oder der Rachenhinterwand.
Mit der Zunge dicht abschliessen
Das Kühlwasser beim Bohren, das in die Mundhöhle gelangt, kann den Schluckreflex auslösen. Dies kann sehr unangenehm sein, da das willkürliche Unterdrücken des Reflexes sehr anstrengend ist und nur für kurze Zeit gelingt. Eine wirksame und an der richtigen Stelle im Mund gezielt eingesetzte Absaugvorrichtung ist deshalb unabdingbar. Dazu ist eine Assistenz durch eine geübte Dentalassistentin notwendig.
Damit das restliche Wasser, das durch die Sauganlage nicht abgesaugt wurde, den Schluckreflex nicht auslösen kann, müssen Sie mit Ihrer Zunge den hinteren Bereich der Mundhöhle dicht abschliessen. Eine gut funktionierende Nasenatmung vereinfacht das dichte Abschliessen. Als Hilfe stellen Sie sich am besten vor, dass das Restwasser im Mund sogar einen kleinen See bilden darf. Die Zunge muss verhindern, dass das restliche Wasser in den Hals hinunter «ablaufen» kann. Sie werden Ihre Zunge dabei zwangsläufig ruhig halten, was das Absaugen auch des Restwassers vereinfacht und die zahnärztliche Arbeit erleichtert und bei Ihnen das Gefühl, schlucken zu müssen, nicht mehr entstehen lässt.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 07. Juli 2007
Zahnimplantat: Besteht ein Infektions- und Arthroserisiko?
Frage
Seit jungen Jahren habe ich (59, w) eine obere Vollprothese. Mein Unterkiefer besteht aus einer Teilprothese mit Druckknopf. Mein Zahnarzt machte mir den Vorschlag, im Oberkiefer ein Implantat einzusetzen. Dadurch hätte ich den Gaumen frei. Ich habe Bedenken, dass später Beschwerden aufgrund einer Arthrose sowie Infektionen entstehen könnten. Wie ists mit dem Sprechen? H. M. in E.
Kurzantwort
Implantate heilen während der ersten zwei Monate fest im Knochen ein. Ist diese Zeit erfolgreich abgelaufen, ist die Chance eine Infektion zu erleiden, sehr gering. Zahnprothesen können mit Hilfe von Implantaten zuverlässig in den Kiefern befestigt werden. Das Risiko, dass Beschwerden in den Kiefergelenken aufgrund einer Arthrose entstehen, wird durch eine solche Behandlung vermindert. Die Beeinflussung der Sprache muss vor der Fertigstellung der neuen Zähne ausprobiert (Probierprothese) werden.
Zahnprothesen können mit Hilfe von Implantaten zuverlässig an den Kiefern befestigt werden. Im Unterkiefer ist dies sehr oft die einzige Möglichkeit, Totalprothesen verlässlich auf stark geschwundenen Kiefern zu stabilisieren. Im Oberkiefer besteht zudem die Möglichkeit, den Gaumen nicht mehr bedecken zu müssen, was den Komfort deutlich erhöht. Durch den eindeutigen und festen Sitz der Zähne werden die Kiefer rechts und links gleichmässig und stabil abgestützt. Dadurch werden nicht nur die Kieferkämme, sondern auch die Kiefergelenke vor Fehlbelastungen eher geschützt. Das Risiko, dass Beschwerden in den Kiefergelenken aufgrund einer Arthrose entstehen, wird durch eine solche Behandlung vermindert.
Infektionen sehr selten
Implantate heilen während den ersten 2 Monaten fest im Knochen ein. Ist diese Zeit erfolgreich abgelaufen, was in 95 % bis 99 % der Fälle geschieht, ist die Chance, eine Infektion zu erleiden, sehr gering. Voraussetzung ist aber eine tägliche Pflege, sowie eine regelmässige professionelle Kontrolle und eine genügende Anzahl Implantate, die die Kaukräfte tragen können, ohne dass es zu Überlastungen kommt. Je nach Menge und Qualität des vorhandenen Knochens sind im Oberkiefer mindestens vier, im Unterkiefer zwei Implantate nötig, um eine Prothese erfolgreich zu verankern. Es ist heute möglich, nicht nur im Unterkiefer, sondern auch im Oberkiefer auf nur gerade vier Implantaten sogar eine festsitzende Brücke über den ganzen Kiefer zu verankern.
Sprechen muss getestet werden
Falls Zähne im Oberkiefer vorne ersetzt werden, was bei Ihnen der Fall ist, muss die Beeinflussung der Sprache, aber auch die Zahnstellung und der Effekt auf das spätere Aussehen vor der Fertigstellung der neuen Zähne ausprobiert werden. Dies geschieht mit provisorischen Zähnen, die oft ohnehin während der Behandlungszeit notwendig sind oder mit speziell für diese Tests hergestellten "Probierprothesen" die, wenn alles stimmt, schliesslich als Vorlage für die neuen Zähne dienen.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 31. Mai 2006
Aus Stammzellen neue Zähne entstehen lassen?
Frage
Vor ein paar Monaten habe ich einen Artikel über Zahnimplantate, gewonnen aus Stammzellen der Zähne (adulte Zellen), gelesen. Die Stammzelle wird implantiert, und nach einer gewissen Zeit wachsen Zähne. Dieses Verfahren soll in etwa drei Jahren praxisreif sein. Ich habe einige Zahnärzte gefragt. Diese wissen nichts von dieser Entwicklung. Können Sie mir etwas über den Stand der Forschung mitteilen? F. M. in S.
Kurzantwort
Leider gibt es noch grosse, ungelöste Probleme, die es heute verhindern, dieses Vorgehen am Menschen erfolgreich durchzuführen. Die heutigen Versuche werden alle an Tieren durchgeführt. Auch beim Tierversuch gelingt es heute noch nicht, Zähne entstehen zu lassen. Nach Schätzung von Fachleuten dauert es noch mindestens 20 bis 30 Jahre, bis diese Technik einen klinischen Nutzen erreichen wird.
Der Wunsch wäre gross, aus Stammzellen von erwachsenen Menschen mit Hilfe von embryonalen menschlichen Zellen im Labor und / oder in Versuchstieren, Zähne wachsen zu lassen. Diese Zahnkeime würden zu einem bestimmten Zeitpunkt in den menschlichen Kiefer eingepflanzt, wo sie dann weiter- und einwachsen sollten. So wäre die Möglichkeit gegeben, natürliche "dritte Zähne" wachsen zu lassen und wir könnten auf einen künstlichen Zahnersatz verzichten.
Es gelingt heute mit Stammzellen von erwachsenen Menschen zahnähnliche Gebilde mit zahnähnlichen anatomischen Strukturen unter der Haut von Versuchstieren entstehen zu lassen.
Ungelöste Probleme
Leider gibt es noch grosse, bisher ungelöste Probleme, die es heute verhindern dieses Vorgehen auch am Menschen erfolgreich durchzuführen:
Die heutigen Versuche werden alle an Tieren (häufig Mäusen) durchgeführt. Beim Menschen wachsen die Zähne ca. 70 x langsamer. Das heisst wir Menschen müssten vermutlich ca. 10 Jahre warten, bis ein Zahn in der Lücke vollständig ausgewachsen ist.
Auch beim Tierversuch gelingt es heute (noch) nicht, Zähne entstehen zu lassen, die eine brauchbare Form aufweisen und die annähernd in die bestehende Lücke passen. Ob die Zahnform jemals gezielt gesteuert werden kann, ist heute noch völlig unklar.
Wäre die Methode heute verfügbar, so wären die Herstellungskosten sehr gross, deutlich höher als die heute verfügbaren Methoden um eine Zahnlücke zu schliessen.
Bis diese Technik einen klinischen Nutzen erreichen wird, falls überhaupt, wird es, nach Schätzung von Fachleuten, mindestens noch 20 bis 30 Jahre dauern.
Falsche Hoffnungen
Eine veröffentlichte wissenschaftliche Studie erwähnt üblicherweise am Schluss im Rahmen einer Diskussion, wozu die erarbeiteten Resultate gut sein könnten und welche Vorteile damit verbunden wären. Dieser Ausblick hat oft mit den momentanen, aktuellen Möglichkeiten wenig zu tun. Trotzdem werden die Ideen und die verlockenden Möglichkeiten oft sehr frühzeitig publiziert, was durchaus falsche Hoffnungen wecken kann.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 20. Dezember 2005
Zahnbehandlung in Ungarn: Wo liegt der Haken?
Frage
Mein Zahnarzt hat mir mitgeteilt, dass er Implantate setzen müsse. Ein Implantat käme auf zirka 5000 Franken zu stehen. Zudem müsse nach den Vorbereitungsarbeiten mit einer Ausheilzeit von zwei bis drei Monaten gerechnet werden. Erst dann könne die Krone gesetzt werden. Nun frage ich mich, wieso dasselbe in Ungarn in zehn Tagen gemacht wird und erst noch billiger. Wo ist der Unterschied beziehungsweise liegt der Haken? D. B. in E.
Kurzantwort
Anlässlich einer im Jahr 1999 durchgeführten Studie an der Universität Bern wurden 80 Prozent der ungarischen Arbeiten als mangelhaft beurteilt. Nur in ausgewählten Situationen können Implantate gleich nach dem Einsetzen mit Kronen versorgt werden. Das Risiko eines Misserfolgs ist jedoch höher. Falls nicht genügend eigener Knochen vorhanden ist, muss dieser aufgebaut werden. Die Einheilzeit verlängert sich dadurch auf vier bis sechs Monate.
Moderne Zahnimplantate werden in den Kieferknochen eingeschraubt. Anfänglich ist die Situation ähnlich wie bei Schrauben, die ins Holz eingedreht werden. Dieser rein mechanische Halt ist für den zahnmedizinischen Erfolg jedoch ungenügend. Innert 2 Monaten wachsen die Implantate aus Titan im Knochen (im Gegensatz zu Holz) derart fest ein, dass sie nicht wieder ausgeschraubt werden könnten. Werden sie während dieser Einheilzeit wiederkehrenden Belastungen ausgesetzt, die sie im Knochen mehr als 0.15 Millimeter bewegen, so ist die Einheilung gefährdet. Es käme dann zur Lockerung und die Implantate gingen verloren. Nur in ausgewählten Situationen können Implantate gleich nach dem Einsetzen (sofort oder nach wenigen Tagen) mit Kronen versorgt werden. Das Risiko eines Misserfolges ist jedoch höher.
Bis sechs Monate Einheilzeit
Um unliebsame Misserfolge zu vermeiden, muss jede Situation (Knochenausmass, Knochenqualität, Lage, Anzahl, Länge der Implantate und Verblockungsmöglichkeit usw.) vorgängig untersucht und beurteilt, das Risiko abgeschätzt und mit den Patienten besprochen werden. Falls nicht genügend eigener Knochen vorhanden ist, muss dieser vorgängig oder gleichzeitig aufgebaut werden. Die Einheilzeiten verlängern sich dadurch auf 4 bis 6 Monate. Diese wissenschaftlichen Regeln gelten momentan überall auf der Welt. Pauschale Anpreisungen für Implantate, die innert Tagen mit Kronen versorgt und belastet werden, haben eher mit Verkauf und Werbung und wenig mit fachlich seriöser Zahnmedizin zu tun.
Wissenschaftliche Studie
1999 wurde an der Universität Bern eine wissenschaftliche Studie durchgeführt. Untersucht wurden die Zähne von Patienten, die sich während eines kurzen Aufenthalts in Ungarn oder aber in der Schweiz behandeln liessen. Die untersuchenden Zahnärzte waren über das Herstellungsland nicht informiert. 80% der ungarischen Arbeiten wurden als mangelhaft beurteilt, davon gar 39% als zerstörend, gegenüber 26% mangelhaften Arbeiten aus der Schweiz und keinen zerstörenden. Die beiden höchsten Standards, ausgezeichnet und gut, konnten für ungarische Arbeiten nie vergeben werden, im Gegensatz zu 37% der Arbeiten aus der Schweiz. Die restlichen Arbeiten wurden jeweils als korrigierbar bewertet. Eine deutsche Studie aus dem Jahre 2004 kommt zu sehr ähnlichen Resultaten. Leider zeigen sich für die betroffenen Patientinnen und Patienten die zugefügten Schäden oft erste Jahre später, deshalb sind anfänglich viele mit den Arbeiten zufrieden.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 10. August 2005
Habe Ich Wegen Der Implantate Trockene Lippen?
Frage
Vor drei Jahren liess ich mir im Unterkiefer vier Implantate einsetzen. Dabei wurde der Mund während dreier Stunden mit einer Spange auseinander gehalten. Seither habe ich extrem trockene Lippen. Das Arzt meinte, das Ganze habe nichts mit dem Einsetzen der Implantate zu tun. Was hilft? – R. P. in S.
Kurzantwort
Im Unterkieferknochen rechts und links befindet sich ein Nerv, der etwas hinter den Eckzähnen nach aussen in die Lippen verläuft. Beim Einsetzen von Implantaten sollte dieser Nerv nicht verletzt werden. Die Schonung dieses Nervs ist sehr gut möglich, da der Knochenkanal im Röntgenbild gut sichtbar ist und der Nerv an der Austrittsstelle in die Lippen ebenfalls gut zu erkennen ist. Jeder Zahnarzt, der in dieser Region Implantate setzt, wird sehr darauf achten.
Nervverletzung ausgeschlossen
Sollte es passieren, dass dieser Nerv verletzt wird, so resultiert einseitig eine veränderte Empfindung an der Lippe der verletzten Seite. Diese Veränderung kann sich in einem Kribbeln äussern oder in einer gänzlichen Gefühllosigkeit. Es ist aber durchaus möglich, dass die normale Empfindung innert einiger Monate zurückkommt. Ihre Beschreibung passt nicht zu einer Nervverletzung und auch nicht zu einer Überdehnung durch das Abhalten der Lippen bei der Operation. Mit zunehmendem Alter nimmt der Speichelfluss der Mundspeicheldrüsen ab. Die Abnahme der Speichelmenge verläuft bei verschiedenen Menschen unterschiedlich rasch und kann sehr einfach vom Zahnarzt gemessen werden. Daraus resultieren ein trockener Mund und eventuell auch trockene Lippen. Das Gefühl, einen trockenen Mund oder trockene Lippen zu haben, wird von verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich wahrgenommen und beurteilt. Eine wichtige Ursache für den verminderten Speichelfluss sind viele Medikamente, die gerade bei älteren Menschen häufig eingenommen werden müssen. Ein Gespräch mit dem zuständigen Arzt kann manchmal bewirken, dass Medikamente ausgewechselt werden können.
Neue Zähne
Anschliessend an die Implantation haben Sie bestimmt neue Zähne erhalten, die an diesen vier Implantaten befestigt wurden. Die neuen Zähne haben eine künstliche Oberfläche aus Porzellan oder Kunststoff, die sehr gross werden kann, falls auch noch Zahnfleisch ersetzt werden muss. Diese neue Oberfläche muss nun vom Speichel zusätzlich benetzt werden. Falls ihre neuen Zähne in Form einer Prothese auf der Mundschleimhaut aufliegen, wird sie zudem viele Speicheldrüsen abdecken. All dies kann dazu führen, dass nun zu wenig Speichel vorhanden ist. Ihre neuen Zähne könnten bewirken, dass Sie Ihre Lippen nicht mehr unbewusst schliessen und somit vermehrt durch den Mund atmen. Die Lippen würden dadurch ausgetrocknet. In diesem Fall müssen die Zähne entsprechend korrigiert werden.
Zur Milderung der Trockenheit kann, zusätzlich zu schützenden Lippenstiften, der Speichel künstlich vermehrt werden. Entsprechende Produkte, häufig in Sprayform, sind in Apotheken erhältlich. Viel und häufig trinken hilft ebenfalls.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 16. März 2005
Effiziente Ästhetik mit der Tetric Line
Eine restaurative Behandlung mit hochästhetischem Ergebnis ist das Resultat von aufeinander abgestimmten Materialien und einem, für den Behandler effizient umzusetzenden Behandlungsprotokoll.
Die Tetric Line Produkte der Ivoclar Vivadent GmbH stellen hierfür eine perfekte Lösung dar. Wie sich dies in der Praxis umsetzen lässt, zeigt der folgende Fallbericht. Dieser zweite Artikel aus der klinischen Erprobung von Produkten der Tetric Line, welche von der Firma Ivoclar Vivadent GmbH zur Verfügung gestellt wurden, zeigt das Ergebnis von Seitenzahnfüllungen regio 14 bis 16.
Der Zahn der Zeit nagt am Zahnweiss
Es geht nichts über ein strahlendes Lachen. Ausser eines mit schön weissen Zähnen. Hier sagen
wir Ihnen, was Sie über das derzeit trendige ZahnBleaching wissen müssen.
Was kann ich tun, damit meine Zähne weiss bleiben?
Frage
Warum werden mit dem Alter die Zähne immer unansehnlicher, das heisst weniger weiss? Was kann man gegen die Verfärbungen unternehmen, ohne gleich zum Zahnarzt gehen zu müssen?
Kurzantwort
Dass die Zähne im Alter matter, gelber oder brauner werden, ist ein natürlicher, zahninterner Prozess. Dazu gibt es Nahrungsmittel, die vor allem bei ungenügender Reinigung das Verfärben der Zähne beschleunigen können. Nebst der regelmässigen professionellen Zahnreinigung gibt es zwei Mittel, die man zu Hause anwenden kann: Abrasive Zahnpasten und Blechmittel
Mit zunehmendem Alter wird die Zahnsubstanz inmitten der Zahnkrone immer dichter. Entsprechend zieht sich der Zahnnerv aus der für uns sichtbaren Zahnkrone immer weiter in die Wurzel zurück. Der Zahn reflektiert dadurch das Licht zunehmend anders und erscheint uns matter, gelber oder brauner – dies ist ein natürlicher, zahninterner Prozess.
Zahnfärbende Nahrungsmittel. Dunkle Stoffe in Nahrungs- und Genussmitteln (Kaffee, Tee, Tabak, Rotwein usw.) lagern sich zusätzlich von aussen auf der Zahnoberfläche ab. Bei ungenügender täglicher Mundhygiene können sie sehr fest an der Zahnoberfläche haften und gar in die oberen Schichten der Zahnoberfläche eindringen. Diese Verfärbungen könnten wir mit einer dreimal täglichen perfekten Mundhygiene auch zwischen den Zähnen verhindern. Wir alle wissen, dass dies sehr schwierig ist und in der nötigen Perfektion oft nur durch eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt gelingt. Nebst der regelmässigen professionellen Zahnreinigung können Sie selbst zwei Methoden anwenden:
Abrasive Zahnpasten.
Bei abrasiven (mit Schmirgelwirkung) Zahnpasten ist höchst Vorsicht geboten, da solche Pasten auch das Zahnmaterial selbst entfernen. Besonders bei freiliegenden Wurzeloberflächen (Zahnhälsen), welche fast bei allen älteren Menschen vorkommen, wird durch den Einsatz von abrasiven Zahnpasten rasch zu viel Substanz entfernt. Die Zahnempfindlichkeit ist ein klares Zeichen dafür. Die Schmirgelwirkung von Zahnpasten wird mit dem sogenannten RDA Wert bestimmt. Je höher die RDA-Zahl, desto grösser die Schmirgelwirkung. weissmachende Zahnpasten haben oft hohe RDA-Werte (über 80). Bei freilegenden Zahnhälsen gilt: Tägliche Zahnpaste mit einem RDA-Wert unter 50, höchstens einmal pro Woche mit abrasiver Paste (RDA maximal 130). Ohne freiliegende Zahnhälse gilt: Tägliche Zahnpaste mit RDA unter 80, ohne weitere Massnahemne. Der RDA-Wert wird leider auf den Tuben nicht immer angegeben. Ihr Zahnarzt wird sie aber beraten können, auch existieren RDA-Tabellen im Internet.
Bleichen
Das Bleichen der Zähne ist die zahnschonendere Methode. Die langfristig günstigste und effizienteste Methode ist das Bleichen, das sie zu hause selbst durchführen können (Homebleaching). Wichtig ist, dass Sie sich von Ihrem Zahnarzt eine gut passende Trägerfolie herstellen lassen, die sie immer wieder gebrauchen können. Mit einem Bleichmittel bestückt, können Sie die Folie täglich eine Stunde tragen. Nach 14 Tagen sollten Ihre Zähne – nicht aber Füllungen oder Kronen – deutlich heller erscheinen. Eine Wiederholung alle 6 Monate dreimal eine Stunde, wird Ihnen die hellere Farbe erhalten. Die Kosten für Folie und Bleichmittel betragen ca. 500.- Für die weiteren Jahre müssen Sie nur neues Bleichmittel kaufen.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 23. April 2012
Macht es Sinn, alle Amalgamfüllungen zu ersetzen?
Frage
Ich habe sieben Amalgamfüllungen, fünf defekte, zwei intakte. Mein Zahnarzt schlägt nun vor, alle sieben Füllungen zu ersetzen. Ist dies sinnvoll? Könnte man die defekten Füllungen mit anderem Material flicken? P.W. in V.
Kurzantwort
Falls die Füllungen qualitativ noch in Ordnung sind, ist es grundsätzlich nicht nötig, diese zu ersetzen. Es könnten aber ästhetische Gründe ausschlaggebend sein, graue Füllungen durch weisse zu ersetzen, oder aber finanzielle Gründe. Falls mit nur einem Zahnarztbesuch und mit nur einer «Spritze» gleich alle Füllungen ersetzt werden könnten, so wäre dies insgesamt kostengünstiger, als die Füllungen zu verschiedenen Zeiten einzeln zu ersetzen, meint Dr. med. dent. Jürg Eppenberger, Luzern, Fachzahnarzt für rekonstruktive Zahnmedizin, Mitglied SSO, zugelassener Zahnarzt Hirslanden-Klinik St. Anna, Luzern.
Wenn ein Zahn entfernt werden muss, ist zu entscheiden, ob er überhaupt ersetzt werden muss, um eine normale Funktion, eine ansprechende Ästhetik und eine einwandfreie Aussprache zu gewähr- leisten. Ein fehlender erster Backenzahn wird in Ihrem Alter in der Regel ersetzt, sofern ein Gegenzahn vorhanden ist.
Amalgamfüllungen sind mechanisch im Zahn verankert. Das heisst, dass der Zahnarzt im Zahn Unterschnitte schleifen muss, damit die fertig gestellte Füllung nicht wieder hinausfällt. Deshalb kommt es vor, dass die einzelnen Teile im Zahn verbleiben, auch wenn eine Amalgamfüllung zerbricht. Der Bruchspalt jedoch stellt eine ideale Eintrittspforte dar für die Bakterien, die ungehindert bis in das Innere des Zahnes eindringen können und innert sehr kurzer Zeit (wenige Monate) in der Tiefe Karies verursachen können. Eine solche Situation muss deshalb möglichst sofort behoben werden.
Grundsätzlich kann eine defekte Füllung auch geflickt werden, vorausgesetzt, der im Zahn verbleibende Füllungsteil ist noch von genügend guter Qualität. Das Problem des Bruchspaltes bleibt jedoch bestehen: Eine neue, ergänzende Füllung kann nicht dicht an eine bestehende alte angeklebt werden. Es bleibt somit immer ein feiner Spalt zwischen den beiden Füllungsteilen bestehen, der einen Eintritt für die Bakterien darstellen kann.
Provisorische Lösung
Eine Flickbehandlung ist somit in der Regel eine zeitlich befristete provisorische Lösung. Bei grösseren Defekten ist ein Ersatz der Füllung in jedem Fall zahnschonender, risikoärmer und über einen längeren Zeitraum gerechnet kostengünstiger.
Im Gegensatz zum Amalgam werden die modernen weissen Füllungen in den Zahn geklebt. Eine korrekt hergestellte weisse Füllung aus einem Stück hat keine Eintrittsstellen für die Bakterien zwischen dem Zahn und der Füllung.
Ermessensfrage
Ob Sie nun alle Füllungen ersetzen sollen, ist eine Ermessensfrage, die Sie persönlich beantworten müssen. Falls die beiden Füllungen qualitativ noch in Ordnung sind, ist es grundsätzlich nicht nötig, diese zu ersetzen. Es könnten aber ästhetische Gründe ausschlaggebend sein, graue Füllungen durch weisse zu ersetzen, oder aber finanzielle Gründe.
Falls mit nur einem Zahnarztbesuch und mit nur einer «Spritze» gleich alle Füllungen ersetzt werden könnten, so wäre dies insgesamt kostengünstiger, als die Füllungen zu verschiedenen Zeiten einzeln zu ersetzen.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 23. April 2007
Adjunctive air‑polishing with erythritolin nonsurgical periodontal therapy
Abstract
Background: This study was aimed to investigate if the adjunctive use of erythritol air-polishing powder applied with the nozzle-system during subgingival instrumentation (SI) has an effect on the outcome of non-surgical periodontal treatment in patients with moderate to severe periodontitis.
Methods: Fourty-two individuals with periodontitis received nonsurgical periodontal therapy by SI without (controls, n = 21) and with adjunctive air-polishing using nozzle + erythritol powder (test, n = 21). They were analyzed for the clinical variables BOP (primary outcome at six months), probing depth (PD), attachment level, four selected microorganisms and two biomarkers at baseline, before SI as well as three and six months after SI. Statistical analysis included nonparametric tests for intra- and intergroup comparisons.
Results: In both groups, the clinical variables PD, attachment level and BOP significantly improved three and six months after SI. The number of sites with PD ≥ 5 mm was significantly lower in the test group than in the control group after six months. At six months versus baseline, there were significant reductions of Tannerella forsythia and Treponema denticola counts as well as lower levels of MMP-8 in the test group.
Conclusions: Subgingival instrumentation with adjunctive erythritol air-polishing powder does not reduce BOP. But it may add beneficial effects like reducing the probing depth measured as number of residual periodontal pocket with PD ≥ 5 mm when compared with subgingival instrumentation only.
Clinical relevance: The adjunctive use of erythritol air-polishing powder applied with the nozzle-system during SI may improve the clinical outcome of SI and may reduce the need for periodontal surgery.
Trial registration The study was retrospectively registered in the German register of clinical trials, DRKS00015239 on 6th August 2018, https://www.drks.de.
Keywords: Periodontitis, Subgingival instrumentation, Clinical variables, Subgingival microorganisms, Erythritol, Biomarker
Ist der Zahnfleischschwund eine Alterserscheinung?
Frage
Ich, w, 72, habe noch alle meine Zähne. Doch in letzter Zeit stelle ich einen massiven Schwund meines Zahnfleisches fest. Ich putze mehrmals täglich meine Zähne vorsichtig, mit weicher Bürste. Alle sechs Monate lasse ich den Zahnstein entfernen. Betroffen sind vor allem die Eckzähne im Unterkiefer. Was kann ich sonst noch unternehmen? Ist der Zahnfleischschwund eine Alterserscheinung, gegen die man nichts machen kann? C. B. in L.
Kurzantwort
Ein kontinuierlich verlaufender leichter Schwund des Zahnfleisches ist normal und meist ohne Gefahr für die Zähne. Ist der Schwund aber stark, kann dies auf eine Entzündung hindeuten. Auch falsches Zähneputzen kann zu stärkerem Zahnfleischschwund führen, der behandelt werden muss, vor allem, wenn er mit einer Entzündung verbunden ist.
Kontinuierlich verlaufender leichter Zahnfleischrückgang ist ein normaler Vorgang und findet über das ganze Leben statt. Es handelt sich dabei um einen normalen «Alterungsprozess», bei welchem die Zähne nicht gefährdet sind und keine Entzündung mitbeteiligt ist. In stärkerem Ausmass jedoch kann der Zahnfleischrückgang Zeichen einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder gar einer Entzündung des darunter liegenden Knochens sein (Parodontitis).Ein weiterer Grund für den Zahnfleischschwund ist falsches Zähneputzen mit zu viel Druck, harter Zahnbürste und schrubbenden Bewegungen.
Mögliche Behandlungen
Vor einer allfälligen Behandlung muss die Ursache des Zahnfleischrückgangs gesucht werden. Ist eine Zahnfleischentzündung oder gar eine Parodontitis schuld, muss diese Erkrankung unbedingt behandelt werden. Ohne Behandlung würde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Zahnfleischrückgang fortschreiten, und die Zähne könnten schliesslich verloren gehen. Wenn Sie das nächste Mal, nach sechs Monaten, zur Dentalhygienikerin gehen, wird Ihr Zahnarzt Ihnen den Grund Ihres Zahnfleischrückgangs angeben können. Übrigens ist wissenschaftlich bewiesen dass die Dentalhygiene für die Gesunderhaltung des Gebisses einen sehr hohen Nutzen hat. Ist eine ungeeignete Zahnputztechnik die Ursache, so sollte diese korrigiert werden. Eine korrekte Reinigungsmethode (z. B. Stillmann- Technik) mit einer weichen Zahnbürste und einer schonenden fluoridhaltigen Zahnpasta schützt vor weiterem Zahnfleischrückgang. Dazu ist auch eine professionelle Beratung sinnvoll. Auch neue, elektrische, hydrodynamisch wirkende Zahnbürsten können hier wertvolle Dienste leisten (siehe Ratgeber "Hilft elektrische Zahnbürste bei Zahnfleischproblemen?").
Zahnfleisch verschieben
Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Zahnfleisch mit einem kleinen operativen Eingriff wieder an den ursprünglichen Ort zu bringen, das heisst die Wurzel auf eine natürliche Art wieder abzu-decken. Diese Methode ist nur beim Zahnfleischrückgang ohne beteiligte Entzündung möglich und auch da nicht in allen Fällen. Falls sie aber durchgeführt werden kann, ist die Wirkung sehr erfolgreich und oft von lebenslanger Dauer.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 25. Oktober 2010
Ist eine chirurgische Zahnfleischsanierung wirklich nötig?
Frage
Ich (59, w) gehe seit über 20 Jahren einmal pro Jahr zur Dentalhygienikerin. Vor zwei Jahren wurde eine Parodontitis festgestellt. Jetzt ist eine chirurgische Zahnfleischsanierung angesagt. Ist sie wirklich nötig oder besteht die Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung? Ist es sinnvoll, eine Zweitmeinung einzuholen? Wie kann ich feststellen, ob mein Zahnarzt Erfahrung in diesen Operationen hat und wie er ausgebildet ist? Mit welchen Komplikationen muss ich rechnen? C. A. in S.
Kurzantwort
Prävention und Behandlung der Parodontitis sind eng verknüpft. Das Einholen einer Zweitmeinung kann sinnvoll sein. Eine Parodontitis kann durch eine gute Mundhygiene und eine optimale Reinigung vermieden werden. Die Behandlung besteht darin, alle Bakterien auf der Zahn- und Wurzeloberfläche, also auch unter dem Zahnfleisch, minutiös zu entfernen. Dazu sind oft mehrere Sitzungen nötig. Oft müssen unterstützend auch desinfizierende Spüllösungen oder gelegentlich auch Antibiotika eingesetzt werden.
Der detaillierten Beschreibung Ihrer Probleme entnehme ich, dass Sie an einer Erwachsenenparodontitis leiden. Der Zahnfleisch- und Knochenschwund entwickelt sich langsam über Jahre, aber nur wenn Zahnbeläge und Bakterien unter das Zahnfleisch gelangen und dort liegen bleiben. Der Besuch bei Ihrer Dentalhygienikerin nur einmal pro Jahr war somit ungenügend.
Die Erwachsenenparodontitis ist heute kein Schicksal mehr – sie kann vermieden werden durch eine gute eigene Mundhygiene und eine regelmässige präzise professionelle Reinigung. Die Häufigkeit muss für jeden Patienten individuell angepasst werden (in der Regel zweimal pro Jahr für Erwachsene ohne spezielle Probleme).
Die Behandlung der Erwachsenenparodontitis beginnt immer mit einer Hygienephase. Die Patienten werden im Ausführen der eigenen Hygiene instruiert und falls nötig mehrmals kontrolliert, bis sie eine möglichst optimale Zahnhygiene durchführen können.
Parodontitisbehandlung
Die Dentalhygienikerin wird anschliessend alle Bakterien minutiös unter dem Zahnfleisch herausschaben. Dazu sind oft mehrere Sitzungen und oft eine Lokalanästhesie notwendig. Desinfizierende Spülmittel, in seltenen Fällen Antibiotika, können dazu eine Unterstützung sein, genügen aber niemals alleine. Nach einer mehrwöchigen Heilungszeit bei anhaltend guter Mundhygiene wird der Zustand des Zahnfleisches erneut untersucht. Erst dann wird entschieden, an welchen Stellen eine chirurgische Sanierung nötig ist. Die häufigsten Komplikationen sind empfindliche Zahnhälse oder länger erscheinende Zähne durch das Gesundschrumpfen des entzündeten Zahnfleisches.
Ausbildung und Erfahrung
Das Einholen einer zweiten Meinung ist dann sinnvoll, wenn Sie Ihrem Zahnarzt persönlich nicht genügend vertrauen. Ihr Vertrauen und Ihre Motivation zur optimalen Hygiene sind für das gute Gelingen einer Therapie sehr wichtig. Ob Ihr Zahnarzt für eine bestimmte Therapie genügend Erfahrung hat, können Sie erfahren, indem Sie ihn direkt darauf ansprechen oder seinen beruflichen Lebenslauf verlangen. Darin sind seine Ausbildung, der Ausbildungsort, die Weiter- und Fortbildungen aufgeführt. Offizielle Weiterbildungstitel, die durch die Schweizerische Zahnärztegesellschaft SSO vergeben werden, lauten: «Weiterbildungsausweis SSO für …» oder solche, die durch die Eidgenossenschaft vergeben werden «Fachzahnarzt für …»
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 18. März 2009
Zahnspange kommt weg – wie stabilisiert man weiter?
Frage
Unser Sohn(15) kann bald seine feste Zahnspange (aussenliegende Brackets) entfernen. Um den Erfolg der Zahnkorrektur langfristig beibehalten zu können, werden heute sogenannte Retainer angebracht. Dafür gibt es offenbar zwei Systeme. Ein fester Retainer, der als Draht direkt an die Zähne geklebt wird, oder ein herausnehmbarer Retainer aus Kunststoff, der meist nachts getragen wird. Welches System ist das bessere? Brauchts einen neuen Abdruck?
Kurzantwort
Ob Draht-Retainer oder Retentionsschiene: beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Bei Jugendlichen ist der Draht-Retainer verlässlicher, weil sie nicht jeden Abend an das Einsetzen der Schiene denken müssen. Vergisst man das mehrfach, können sich die Zähne wieder verschieben. Möglich ist, dass man nach den ersten Jahren auf die Schiene wechselt.
Unsere Zähne sind mit dem Kieferknochen nicht direkt verwachsen, sondern mit vielen kleinen Gewebefasern mit dem Knochen nur verbunden. Dadurch ist es möglich die Zähne innerhalb des Knochens zu verschieben. Diese Fähigkeit ist übrigens das ganze Leben lang vorhanden. Bis ins höchste Alter kann die Zahnstellung korrigiert werden. Die Kraft die dazu notwendig ist, wird durch die Zahnspange erzeugt. Der Knochen wird in der Richtung der Kraft, wohin der Zahn bewegt werden soll, aufgelöst und auf der Rückseite angebaut. Die verbindenden Fasern werden dabei laufend neu gebildet.
Stabilisierung der bewegten Zähne
Ein Zahn der am Ziel angekommen ist, muss über Jahre fixiert werden, da sonst die Gefahr besteht, dass er sich selbständig wieder zurückbewegt. Dies geschieht in der Regel mit einem festgeklebten Draht (Draht-Retainer) an der von aussen nicht sichtbaren Innenseite der Zähne oder mit Stabilisierungsschienen, die nur nachts getragen werden.
Der Draht-Retainer
Er wird vom Zahnarzt an der unsichtbaren Innenseite der Zähne angeklebt und kann vom Patienten nicht entfernt werden. Der Vorteil liegt darin, dass die Zähne an Ort und Stelle bleiben, ohne dass man an etwas denken muss. Es sind nur regelmässige Kontrollen und Hygienesitzungen nötig, da sich der Klebstoff an den einzelnen Zähnen lösen kann. Von Nachteil ist, dass sich vermehrt Zahnstein bildet, da die Hygiene lokal eingeschränkt ist.
Die Schiene
Retentionsschienen sind aus klarem Kunststoff gefertigt und passen genau über den gesamten Zahnbogen der oberen oder unteren Zähne. Sie werden nachts getragen und können vom Patienten selbst eingesetzt und herausgenommen werden. Von Vorteil ist, dass tagsüber nichts Fremdes, also kein Draht, im Mund vorhanden ist und nichts die Mundhygiene stört. Ein Nachteil ist jedoch, dass das Einsetzen der Schiene vor dem zu Bett gehen vergessen werden könnte und sich die Zähne somit wieder verschieben könnten. Entsprechend würde die Schiene nach mehreren Nächten nicht mehr passen, da sich die Zähne bereits unwiderruflich verschoben hätten.
Wann, was?
Zur Herstellung beider Retentionsarten muss in der Regel ein neuer Abdruck genommen werden. Eine Ausnahme bildet zum Beispiel das InvisalignÒ Verfahren, bei welchem bereits die Zähne mit Schienen, ohne sichtbaren Draht, aktiv bewegt werden. Hier kann in gewissen Fällen ohne Abdruck direkt zu den Retentionsschienen gewechselt werden.
Persönlich empfehle ich jeweils während mindestens der ersten drei Jahre Draht-Retainer zu kleben, da sich in dieser Phase die Zähne sehr rasch verschieben können. Bei Bedarf kann anschliessen der Draht entfernt und auf die Nachtschienen gewechselt werden. Nach dieser Zeit ist das Verschieben der Zähne weniger ausgeprägt, sollte die Schiene einmal vergessen werden. Bei Jugendlichen ist der Drahtretainer sicher die verlässlichste Variante. Welcher Jugendliche will schon jeden Abend an eine Retentionsschiene denken? Der Patient oder dessen Eltern sollen aber mitentscheiden, welche Stabilisationsart für ihn die beste ist.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 14. Dezember 2015
Weicher Trainer für Zahnstellungs-Korrektur bedenkenlos?
Frage
Unsere Tochter (10) muss täglich eine Stunde und nachts zum Schlafen einen weichen Positioner (Positionstrainer bei falschen Zahnstellungen) tragen. Da man immer wieder von schädlichen Weichmachern liest, mache ich mir Sorgen. Ich kann mir zwar fast nicht vorstellen, dass von einer Zahnarztpraxis gesundheitsschädigende Materialeien abgegeben werden, bin aber verunsichert, da unsere Tochter im Schlaf ab und zu auf dem Trainer herumkaut und sich kleine Teile lösen. Kann das Verschlucken dieser Teile oder das Tragen des Trainers über längere Zeit die Gesundheit schädigen?
Kurzantwort
Eine spezielle EU-Regelung, der sich die Schweiz angeschlossen hat, legt die grundlegenden Anforderungen an Medizinalprodukte fest, um Patienten als auch Hersteller und Anwender vor unerwünschten Wirkungen zu schützen. Da der Positioner diese CE-Kennzeichnung trägt, darf davon ausgegangen werden, dass er bedenkenlos getragen werden kann.
Grundsätzlich müssen alle Medizinalprodukte, dazu gehören auch die zahnärztlichen Materialien, den Anforderungen der EU-Direktive 93/42 EWG genügen. Diese Direktive trat vor rund 10 Jahren in Kraft und hat sich bewährt. Die Schweiz hat sich auch dieser EU-Regelung angeschlossen. Darin sind die grundlegenden Anforderungen an Medizinalprodukte festgelegt mit dem Ziel, sowohl die Patienten, als auch die Hersteller (z.B. die Angestellten in den Produktionsbetrieben) und die Anwender (z.B. Zahnärzte, Logopäden) vor unerwünschten Wirkungen zu schützen.
Ausführliche Tests
Die Materialien werden deshalb in biologischen Tests auf ihre giftige und sensibilisierende Wirkung getestet. Verantwortungsbewusste Hersteller werden die Materialien erst dann freigeben, wenn diese Tests erfolgreich verlaufen sind, die Risikoanalyse keine unvertretbaren Risiken aufgezeigt hat und die Materialien alle anwendbaren Normen erfüllen. Dabei ist die Gruppe der zahnmedizinischen Materialien und Geräte einer der am besten genormten Bereiche.
Der Hersteller darf anschliessend die CE-Kennzeichnung vergeben, die auf dem Produkt oder auf der Verpackung angebracht ist. Das CE-Zeichen ist uns von Spielwaren oder Elektrogeräten her bekannt und darf als Gütesiegel dafür angesehen werden, dass das Produkt getestet wurde und es die entsprechenden Normen und die versprochenen Leistungen erfüllt.
Im konkreten Fall des Position Trainers ist eine CE – Kennzeichnung vorhanden. Man kann somit davon ausgehen, dass der Positioner bedenkenlos getragen werden kann. Da das Material des Position Trainers aus Silikon und einer gummielastischen Masse besteht, darf des Weiteren davon ausgegangen werden, dass auch die Möglichkeit eine Allergie zu entwickeln, vernachlässigt werden kann. Wäre übrigens keine CE – Kennzeichnung vorhanden, würden sich die Herstellerfirma und die verordnende Therapeutin strafbar machen.
Überwachungspflicht
Der Hersteller muss die Produkte auch nach dem Verkauf überwachen und ein Meldesystem unterhalten, in dem jedes ihm zur Kenntnis gelangte Problem mit dem Produkt registriert und ausgewertet wird, um mögliche bisher nicht bekannte Risiken zu entdecken oder bei der Weiterentwicklung eine höhere Sicherheit einzubauen. Bei ernster Bedrohung muss das Produkt zurückgerufen werden (passiert bisweilen bei Spielwaren).
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschiene in: Neue Luzerner Zeitung am 14. Januar 2009
Verdrahten oder nachts einen Block tragen?
Frage
Vor einem Jahr erhielt unsere Tochter vom Zahnarzt eine Spange – einen so genannten "Gartenhag". Ende dieses Monats kann sie die Spange entfernen. Ich erkundigte mich beim Zahnarzt, wie es nun weitergehen soll. Er erklärte mir, dass die Zähne verdrahtet werden müssen und unsere Tochter nachts einen Block tragen müsse. Unsere Tochter will keinen solchen Block tragen. Entstehen dadurch Nachteile? Würde eine Verdrahtung auch reichen? H. S. in M.
Kurzantwort
Mit einem so genannten Retentionsmonoblock werden korrigierte Kieferfehlstellungen auf passive Art am richtigen Ort stabilisiert. Ob auf dieses Gerät verzichtet werden kann und die Stabilisierung mittels Verdrahtung genügt, muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Da der Retentionsmonoblock nur nachts getragen werden muss, ist dies ein viel kleineres Übel, als das Risiko einzugehen, eine erfolgreich durchgeführte Behandlung zunichte zu machen.
Natürliche Zähne sind mit dem Kieferknochen nicht direkt verwachsen. Die Wurzeln der Zähne sind im Knochen an vielen kleinen Gewebefasern aufgehängt. Dadurch ist es möglich die Zähne innerhalb des Knochens zu verschieben. Diese Fähigkeit ist übrigens das ganze Leben lang gegeben. Die Kraft die dazu notwendig ist, wird durch die abnehmbare oder festsitzende Zahnspange erzeugt. Der Knochen wird in der Richtung der Kraft, wohin der Zahn bewegt werden soll, aufgelöst. Die Aufhängefasern werden dabei laufend neu gebildet.
Fixierung der Zähne
Ein Zahn, der am Ziel angekommen ist, muss dort über Jahre festgehalten werden, da sonst die Gefahr besteht, dass er sich selbstständig wieder zurückbewegt. Damit dies nicht passiert und die erreichte ideale Zahnstellung stabil erhalten bleibt, ist eine Fixierung der Zähne am erreichten Ort nötig. Dies geschieht in der Regel mit einem festgeklebten Draht (Drahtretainer) an der von aussen nicht sichtbaren Innenseite der Zähne.
Kieferstellung
Die Stellung der beiden Kiefer zueinander, das heisst, das Zusammenpassen der oberen zu den unteren Zähnen, ist aber dadurch in gewissen Fällen nicht genügend gegen Verschiebungen gesichert. Vor allem, wenn während der Behandlung Kieferfehlstellungen (zu weit vorne oder zu weit hinten liegender Ober- oder Unterkiefer) korrigiert wurden, ist es möglich, dass sich die Kiefer wieder in die frühere Fehlstellung zurückbewegen könnten.
Ich nehme an, dass es sich bei dem von Ihnen erwähnten "Block" um einen so genannten Retentionsmonoblock handelt. Mit diesem Gerät werden zuvor korrigierte Kieferfehlstellungen auf passive Art am richtigen Ort stabilisiert. Ob nun bei Ihrer Tochter auf dieses Gerät verzichtet werden kann und die Stabilisierung mittels "Verdrahtung" (Drahtretainer) genügt, kann aufgrund der vorliegenden Informationen nicht schlüssig beurteilt werden.
Retentionsmonoblock sinnvoll
Falls die Kiefer aber wesentlich zueinander verschoben wurden, so ist das Tragen eines solchen Retentionsmonoblocks sinnvoll. Da er nur nachts getragen werden muss, ist dies ein viel kleineres Übel, als das Risiko einzugehen, eine erfolgreich durchgeführte Behandlung zunichte zu machen. Ihre Tochter würde sich vermutlich ärgern, wenn sich die Kiefer wieder zu ihren Ungunsten verschieben würden, was häufig auch das äussere Aussehen negativ verändert.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 12. Oktober 2005
Wann machts Sinn, die Weisheitszähne ziehen zu lassen?
Frage
Wann macht es Sinn, die Weisheitszähne operativ entfernen zu lassen? Bei meinem letzten Besuch beim Zahnarzt empfahl mir (22, w) dieser, die Weisheitszähne zu entfernen. Seine Begründung: Die unteren beiden «hängen» am vorderen Zahn. Sie können also nicht durchbrechen und entwickeln Druck auf den Zahnbogen. Ich habe weder Beschwerden, noch ist ein Platzproblem vorhanden. Was meinen Sie dazu? D. M. in E.
Kurzantwort
Nicht jeder Weisheitszahn muss gezogen werden. Wenn der Weisheitszahn genügend Platz hat und sich normal in die Zahnreihe einfügen kann, muss er nicht entfernt werden. Was spricht für eine Entfernung? Falls den Weisheitszähnen der Durchbruch nicht vollständig gelingt, bleiben sie teilweise vom Zahnfleisch bedeckt auf halbem Weg stecken. Entlang dem verborgenen Teil der Zahnkrone bilden sich Zahnfleischtaschen, die permanente Bakteriendepots darstellen. Da die Zahnreinigung dort nur ungenügend möglich ist, können die dort wachsenden Bakterien Infektionen und Entzündungen auslösen.
Das Entfernen der Weisheitszähne ist ein zahnärztlich chirurgischer Eingriff, zu dessen Ausführung es eine Begründung (Indikation) braucht. Nicht jeder Weisheitszahn muss gezogen werden: Wenn der Weisheitszahn genügend Platz hat und sich normal in die Zahnreihe einfügen kann, muss er nicht entfernt werden. Die von Ihrem Zahnarzt angegebenen Begründungen sprechen für eine Entfernung. Warum? Falls den Weisheitszähnen der Durchbruch nicht vollständig gelingt, da sie keinen Platz finden oder in eine falsche Richtung wachsen (was bei Ihnen der Fall ist), bleiben sie teilweise vom Zahnfleisch bedeckt auf halbem Weg stecken. Entlang dem verborgenen Teil der Zahnkrone bilden sich Zahnfleischtaschen, die permanente Bakteriendepots darstellen.
Infektionen und Entzündungen
Da die Zahnreinigung dort nur ungenügend möglich ist, können die dort wachsenden Bakterien Infektionen und schmerzhafte Entzündungen auslösen. Im schlimmsten Fall entsteht ein lokaler Abszess mit Eiter, was überaus schmerzhaft ist und Sie notfallmässig zu einem Zahnarztbesuch zwingen würde. Die dann notwendig werdende Entfernung des Weisheitszahnes ist durch die bereits vorhandene Infektion mit höheren Risiken behaftet als eine geplante Entfernung in gesunder Umgebung. Auch der Nachbarzahn kann durch die Bakterienansammlung und die schlechte Reinigungsmöglichkeit Schaden nehmen durch Karies und Bildung von Zahnfleischtaschen.
Komplikationen sind sehr selten
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff ist auch das Ziehen eines Weisheitszahnes nicht ohne Risiko. Zur Abschätzung des Risikos macht der Zahnarzt immer vorgängig ein Röntgenbild. Bei einer korrekten Operationstechnik und einer genauen Diagnostik (vorhergehende Untersuchung und Abklärung) sind Komplikationen sehr selten. Viele wissenschaftliche Studien zeigen, dass das Risiko einer Nervverletzung am kleinsten ist zwischen dem 17. und 24. Lebensjahr. Somit ist es ratsam, falls notwendig, die Weisheitszähne vor dem 25. Altersjahr zu entfernen. Wenn die Wurzeln zudem noch nicht ganz ausgewachsen sind, lässt sich der Zahn einfacher entfernen. In Ihrer Situationen scheint es ratsam zu sein, die Weisheitszähne gelegentlich zu entfernen und nicht zu warten, bis möglicherweise eine akute Notfallsituation entsteht.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 26. November 2008
Müssen Weisheitszähne immer gezogen werden?
Frage
Der Zahnarzt unserer Söhne (18 und 21) hat empfohlen, alle Weisheitszähne zu ziehen, da mit zunehmendem Alter Infektionsgefahr besteht und das Entfernen der Weisheitszähne danach schwieriger wird. Wir sind darüber sehr verunsichert. Kann diese vorbeugende Massnahme vorbehaltlos empfohlen werden? H. C. in I.
Kurzantwort
Nicht jeder Weisheitszahn muss gezogen werden. Wenn der Weisheitszahn genügend Platz hat und sich normal in die Zahnreihe einfügen kann, muss er nicht entfernt werden. Es gibt Situationen, in denen man nicht zuwarten sollte, bis eine akute Notfallsituation entsteht. In diesem Fall sollten die Weisheitszähne vorher entfernt werden. Falls überhaupt, sind die Weisheitszähne vor dem 25. Altersjahr zu entfernen. Wenn die Wurzeln noch nicht ganz ausgewachsen sind, lässt sich der Zahn einfacher entfernen.
Das Entfernen der Weisheitszähne ist ein zahnärztlich chirurgischer Eingriff zu dessen Ausführung es eine Begründung (Indikation) braucht. Nicht jeder Weisheitszahn muss gezogen werden: Wenn der Weisheitszahn genügend Platz hat und sich normal in die Zahnreihe einfügen kann, muss er nicht entfernt werden.
Falls er aber den Durchbruch nicht vollständig schafft, da er keinen Platz findet oder in einer falschen Richtung wächst, bleibt er teilweise vom Zahnfleisch bedeckt auf halbem Weg stecken. Entlang dem verborgenen Teil der Zahnkrone bilden sich Zahnfleischtaschen, die permanente Bakteriendepots darstellen. Da die Zahnreinigung dort nur ungenügend möglich ist, können die dort wachsenden Bakterien Infektionen und immer wieder auftretende schmerzhafte Entzündungen auslösen. Im schlimmsten Fall entsteht ein lokaler Abszess mit Eiter. Auch der Nachbarzahn kann durch die Bakterienansammlung und die schlechte Reinigungsmöglichkeit Schaden nehmen. In solchen Situationen ist es ratsam, nicht zu warten, bis eine akute Notfallsituation entstanden ist, sondern die Weisheitszähne vorher zu entfernen.
Komplikationen sehr selten
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff, ist auch das Ziehen eines Weisheitszahnes nicht ohne Risiko. Zur Abschätzung des Risikos macht der Zahnarzt immer vorgängig ein Röntgenbild. Bei einer korrekten Operationstechnik und einer genauen Diagnostik (vorhergehende Untersuchung und Abklärung) sind Komplikationen sehr selten.
In einer neueren Studie der Universität Basel wird deutlich, dass zum Beispiel Nervenverletzungen bei Entfernung der Weisheitszähne sehr selten stattfinden: Bei 2384 Extraktionen kam es in 17 Fällen zu einer Verletzung des Unterkiefernerven. Bei allen Patienten hat sich die vorübergehend entstandene Gefühllosigkeit oder Gefühlsverminderung wieder normalisiert.
Vor dem 25. Altersjahr entfernen
Viele weitere Studien zeigen auch, dass das Risiko einer Nervverletzung am kleinsten ist zwischen dem 17. und 24. Lebensjahr. Somit ist es ratsam, falls notwendig, die Weisheitszähne vor dem 25. Altersjahr zu entfernen. Wenn die Wurzeln noch nicht ganz ausgewachsen sind, lässt sich der Zahn einfacher entfernen.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 14. März 2007
Wird sich der Zungennerv vollständig erholen?
Frage
Vor drei Monaten wurde mir bei einer Zahnbehandlung auch die Zunge betäubt. Seither habe ich ein Gefühl auf der Zunge, als ob ich zu heiss gegessen und die Zunge verbrannt hätte. Auch das Geschmacksempfinden ist eingeschränkt. Mein Zahnarzt sagt, dass dies in sehr seltenen Fällen vorkommen könne. Es brauche viel Geduld, aber das Gefühl käme wieder zurück. Ist das so? R. S. in R.
Kurzantwort
bei einem chirurgischen Eingriff oder bei der Lokalanästhesie im Mund können Verletzungen des Zungennervs vorkommen. Doch dies geschieht äusserst selten. Die meisten Verletzungen heilen innert eines Jahres problemlos aus. Der Zungennerv wird sich vollständig erholen. Geduld ist angesagt, da Nervheilungen sehr langsam ablaufen. Unterstützen kann man diesen Prozess mit der Einnahme von Vitamin-B-Tabletten.
Glücklicherweise heilen die meisten Verletzungen des Zungennervs problemlos innert eines Jahres aus. Auch Ihr Zungennerv wird sich wieder vollständig erholen, da er nur während der Lokalanästhesie betäubt und vermutlich durch die Spritzennadel leicht verletzt wurde. Geduld ist angesagt, da Nervheilungen sehr langsam ablaufen.
Unterstützen können sie diesen Prozess mit der täglichen Einnahme von Vitamin B Tabletten.
Zungennerv im Mundboden
Im Mundboden links und rechts unter der Zunge verläuft ein Nerv (Zungennerv), der für die Geschmacksempfindung und für das Spüren auf der Zunge verantwortlich ist. Fällt die Funktion dieses Nerven aus, so kommt es auf der Zunge zu einem Ausfall der Geschmacksempfindung und zu einer Störung der Wahrnehmung (ähnlich wie bei einer von zu heissen Nahrungsmitteln verbrannten Zunge).
Der Verlauf dieses Nervs ist weder von aussen tastbar oder sichtbar, noch kann er im Röntgenbild dargestellt werden. Der Zahnarzt weiss jedoch, wo dieser Nerv verläuft und wird in jedem Fall alles unternehmen, um während einer Behandlung diesen Nerven nicht zu verletzen.
Minimales Verletzungsrisiko
Grundsätzlich können trotzdem Verletzungen des Zungennervs beim einem chirurgischen Eingriff (Weisheitszahnentfernung) oder bei der Lokalanästhesie (Verletzung durch die Spritzennadel) geschehen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Basel macht deutlich, dass Nervenverletzungen bei Entfernung der Weisheitszähne sehr selten stattfinden: Bei 2384 Extraktionen kam es aber nur gerade in 5 Fällen zu einer Verletzung des Zungennervs. Und nur bei einem dieser 5 Patienten zeigte sich nach einem Jahr noch eine Störung des Geschmacksinns. Alle anderen Störungen sind wieder vollständig verschwunden.
Obwohl Lokalanästhesien in der Zahnarztpraxis sehr häufig angewendet werden und eine Spritzennadel den Zungennerv verletzen kann, geschieht auch dies äusserst selten. Eine statistische Untersuchungen zeigte, dass dies nur bei einem von 200’000 Einstichen geschieht. Die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung ist somit grundsätzlich minimal.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 06. Dezember 2006
Wann macht es Sinn, Weisheitszähne ziehen zu lassen?
Frage
Der Zahnarzt hat bei der Untersuchung bei unserem Sohn (18) festgestellt, dass vor allem die unteren Weisheitszähne kaum Platz hätten und mit der Zeit Probleme machen würden, weil sie auf die vorderen Zähne drücken werden. Er schlägt deshalb vor, die Weisheitszähne zu entfernen, obwohl sie im Moment keine Beschwerden verursachen. Ist das Sinnvoll? Sollte man nicht warten?
Kurzantwort
Wenn der Weisheitszahn genügend Platz hat und sich in die Zahnreihe einfügen kann, muss er nicht entfernt werden. Falls den Weisheitszähnen aber der Durchbruch nicht vollständig gelingt, bleiben sie teilweise vom Zahnfleisch bedeckt auf halbem Weg stecken. Entlang dem verborgenen Teil der Zahnkrone bilden sich Zahnfleischtaschen, die permanente Bakteriendepots darstellen. Da die Zahnreinigung dort nur ungenügend möglich ist, können die dort wachsenden Bakterien Infektionen und Entzündungen auslösen.
Das Entfernen der Weisheitszähne ist ein zahnärztlichchirurgischer Eingriff, zu dessen Ausführung es eine Begründung (Indikation) braucht. Nicht jeder Weisheitszahn muss gezogen werden: Wenn der Weisheitszahn genügend Platz hat und sich normal in die Zahnreihe einfügen kann, muss er nicht entfernt werden. Die von Ihrem Zahnarzt angegebenen Begründungen sprechen für eine Entfernung. Warum? Falls den Weisheitszähnen der Durchbruch nicht vollständig gelingt, da sie keinen Platz finden oder in eine falsche Richtung wachsen (was bei Ihrem Sohn der Fall ist), bleiben sie teilweise vom Zahnfleisch bedeckt auf halbem Weg stecken. Entlang dem verborgenen Teil der Zahnkrone bilden sich Zahnfleischtaschen, die permanente Bakteriendepots darstellen.
Infektionen und Entzündungen
Da die Zahnreinigung dort nur ungenügend möglich ist, können die dort wachsenden Bakterien Infektionen und schmerzhafte Entzündungen auslösen. Im schlimmsten Fall entsteht ein lokaler Abszess mit Eiter, was überaus schmerzhaft ist und zu einem notfallmässigen Zahnarztbesuch zwingen würde. Die dann notwendige Entfernung des Weisheitszahnes ist durch die bereits vorhandene Infektion mit höheren Risiken behaftet als eine geplante Entfernung in gesunder Umgebung. Auch kann der Nachbarzahn durch die Bakterienansammlung und die schlechte Reinigungsmöglichkeit Schaden nehmen durch Karies und Bildung von Zahnfleischtaschen.
Komplikationen sehr selten
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff ist auch das Ziehen eines Weisheitszahnes nicht ohne Risiko. Zur Abschätzung des Risikos macht der Zahnarzt immer vorgängig ein Röntgenbild. Bei einer korrekten Operationstechnik und einer genauen Diagnostik (vorhergehende Untersuchung und Abklärung) sind Komplikationen sehr selten. Viele wissenschaftliche Studien zeigen, dass das Risiko einer Nervverletzung am kleinsten ist zwischen dem 17. und dem 24. Lebensjahr. Somit ist es ratsam, falls notwendig, die Weisheitszähne vor dem 25. Altersjahr zu entfernen. Wenn die Wurzeln zudem noch nicht ganz ausgewachsen sind, lässt sich der Zahn einfacher entfernen. In der vorliegenden Situation scheint es ratsam, die Weisheitszähne gelegentlich zu entfernen und nicht zu warten, bis möglicherweise eine akute Notfallsituation entsteht. Die obligatorische Krankenversicherung übernimmt nur die Entfernung von sogenannten «verlagerten Zähnen mit Krankheitswert», was für die meisten Weisheitszähne nicht zutrifft. Daher lehnen die Krankenkassen die Kostenerstattung in der Regel ab.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 05. März 2012
Weisheitszahn: Kommt das Gefühl wieder zurück?
Frage
Vor einem halben Jahr musste ich mir einen Weisheitszahn entfernen lassen. Leider spürte ich nach dem Eingriff die Lippen nicht mehr. Mittlerweile gehts etwas besser, doch kribbelt es immer noch. Die Lippen sind sehr trocken und spröde. Ich habe das Gefühl, dass auch mit dem Speichelfluss etwas nicht stimmt. Der Chirurg meinte, ich solle etwas Geduld haben. Was kann ich tun, um die Regeneration des Nervs zu unterstützen? Massage? Homöopathie? – C. B. in E.
Kurzantwort
Im Unterkieferknochen rechts und links verläuft ein Nerv in einem Kanal, der für das Spüren im Bereich der jeweiligen Kieferseite (Zähne, Zahnfleisch) und der Unterlippe verantwortlich ist. Fällt die Funktion dieses Nervs aus, kommt es im entsprechenden Versorgungsgebiet zu einem Gefühlsausfall oder zu einer Störung der Wahrnehmung (Kribbeln, Überempfindlichkeit). Die Weisheitszähne im Unterkiefer liegen manchmal sehr nahe beim Knochenkanal des Unterkiefernervs. Deshalb braucht es vor jeder Zahnentfernung ein Röntgenbild, das den Verlaufdes Nervs und die Lage des Zahnes zueinander aufzeigt. In kritischen Fällen ist es nötig, ein Schnittröntgenbild (z. B. Volumentomogramm) herzustellen, das die genaue Beziehung des Nervs zu den Wurzeln des Zahnes zeigt. Besteht die Gefahr, dass der Nerv bei der Zahnentfernung mit hoher Wahrscheinlichkeit verletzt wird, so sind die Notwendigkeit der Zahnentfernung und das Risiko eines Nervausfalls vorgängig gegeneinander abzuwägen.
Verletzungsrisiko
In der neusten Studie der Universität Basel wird deutlich, dass Nervenverletzungen bei der Entfernung der Weisheitszähne sehr selten stattfinden: Bei 2384 Extraktionen kam es in 17 Fällen zu einer Verletzung des Unterkiefernervs. Bei allen Patienten hat sich die vorübergehende Gefühllosigkeit oder -verminderung wieder normalisiert. Viele Studien zeigen auch, dass das Risiko einer Nervenverletzung zwischen dem 17. und 24. Lebensjahr am kleinsten ist. Somit ist es ratsam, falls notwendig, die Weisheitszähne vor dem 25. Altersjahr zu entfernen.
Trockene Lippen
Ihr verletzter Nerv versorgt keine Speicheldrüsen. Somit wurde der Speichelfluss durch diese Verletzung nicht verändert. Der Speichelfluss wird teilweise durch Nervenfasern gesteuert, die zusammen mit dem Zungennerv verlaufen. Dieser Nerv liegt ebenfalls nahe bei den Weisheitszähnen. Rein theoretisch wäre es möglich, dass bei der Operation auch einige dieser Nervenfasern verletzt wurden. Die Speichelmenge könnte dadurch reduziert werden. Das Risiko einer Verletzung des Zungennervs ist aber noch wesentlich kleiner. In der oben genannten Studie kam es in 0,2 Prozent der Fälle zu einer Verletzung. Bei Ihnen kommt eine solche Verletzung kaum in Frage, da Sie keine Gefühlsveränderungen an der Zunge beschreiben.
Förderung der Heilung
Das Gefühl kommt bei Ihnen langsam wieder zurück, und es wird höchstwahrscheinlich wieder ganz normal werden. Geduld ist angebracht, da Nervheilungen sehr langsam ablaufen. Unterstützen können Sie diesen Prozess mit der täglichen Einnahme von Vitamin-BTabletten. Das Kribbeln können Sie möglicherweise mit dem rezeptpflichtigen Nervenmedikament Neurontin vermindern. Eine Förderung des Heilungsprozesses mit alternativmedizinischen Massnahmen ist möglich, aber nicht nachgewiesen.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 16. März 2005
Auf den Weisheitszahn gefühlt
Frage
Ich muss zwei Zähne durch Implantate ersetzen lassen. Mein Zahnarzt schlägt mir nun vor, diese Implantate ganz aus Keramik zu machen und nicht wie üblich mit Titanschrauben. Was sind die Vor und Nachteile von Keramik und Titan? Was sind die Unterschiede bei den Kosten und der Lebensdauer? Wenn ich mich für Titan entscheide, muss ich einen neuen Zahnarzt finden: Wie mache ich das am besten? K. L. in B.
Kurzantwort
Entscheidend bei Implantaten ist das feste Einwachsen des Zahnersatzes im Knochen. 99 Prozent der Implantate, die weltweit eingesetzt werden, bestehen aus Titan. Die Erfolgsquote der Einheilung der Titanimplantate im Knochen ist sehr hoch. Das Einheilen der Keramikimplantate ist risikoreicher, dauert länger und ist deshalb deutlich teurer.
Der Hauptfaktor, der über den Erfolg bei Implantaten entscheidet, ist das feste Einwachsen der Implantate im Knochen. Anfänglich ist die Situation ähnlich wie bei Schrauben, die ins Holz eingedreht werden. Dieser rein mechanische Halt ist für den zahnmedizinischen Erfolg jedoch völlig ungenügend. Implantate müssen vollständig mit dem Knochen verwachsen, damit ein langfristiger Erfolg garantiert wird. Implantate aus Titan wachsen innert zweier Monate im Knochen fest ein. Implantate aus Keramik brauchen dazu länger, nämlich vier bis sechs Monate. Werden Implantate während dieser Einheilzeit Belastungen ausgesetzt, die sie im Knochen mehr als 0,15 Millimeter bewegen, so ist die Einheilung gefährdet. Es käme dann zur Lockerung und zum Misserfolg. 99 Prozente der Implantate, die weltweit eingesetzt werden, bestehen aus Titan. Die Erfolgsquote der Einheilung der Titanimplantate im Knochen ist sehr hoch und beträgt 95 bis 98 Prozent. Das Einheilen der Keramikimplantate ist risikoreicher und dauert länger. Entsprechend sind die Erfolgsquoten niedriger.
Keramikimplantate sind empfindlicher auf kleinste Bewegungen im Verlaufe der Einheilzeit und müssen deshalb über die gesamte Zeit geschützt werden. Eine übliche Methode ist das Tragen einer Plastikfolie über den gesamten Zahnbogen während 24 Stunden pro Tag. Diese zusätzlichen Vorsichtsmassnahmen verursachen zusätzliche Kosten.
Keramikimplantate als Ausnahme
Aus heutiger Sicht sind Keramikimplantate nur sinnvoll bei Patienten, die aus persönlichen Gründen keine Titanimplantate eingesetzt erhalten möchten. Der erhöhte Mehraufwand und das erhöhte Risiko rechtfertigen noch keine routinemässige Anwendung. Implantatbehandlungen können einfach, aber auch sehr schwierig sein. Implantate darf jeder Zahnarzt setzen, und «Implantologe» ist kein geschützter Titel. Umso mehr ist es ratsam, sich vor der Behandlung über die Qualifikationen und das Leistungsangebot des Zahnarztes zu informieren. Der behandelnde Zahnarzt sollte im Idealfall über eine zusätzliche Weiterbildung in rekonstruktiver Zahnmedizin, Parodontologie oder Oralchirurgie verfügen. Es gibt auch qualifizierte Allgemeinzahnärzte, die sich spezifisch eine Kompetenz in der Implantologie erarbeitet haben. Entweder kann der behandelnde Zahnarzt die Implantatbehandlung selbst durchführen, oder er übernimmt die Überweisung an einen implantologisch tätigen Kollegen. Adressen von Spezialisten finden Sie auch auf der Homepage der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft (www.sso.ch) der Implantatstiftung (www.implantatstiftung.ch), oder bei den Zahnärztlichen Instituten der Universitäten in Zürich, Basel und Bern.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 5. Juli 2003
Wie kann der Zahnarztbesuch angstfrei gestaltet werden?
Frage
Ich (w,33) hatte als Kind jedes Mal panische Angst vor dem Zahnarztbesuch. Was kann ich tun oder vorkehren, damit es meinem Sohn (4) dereinst nicht auch so ergehen wird?
Kurzantwort
Eltern sollten unbedingt versuchen, ihre eigene Angst vor dem Zahnarztbesuch oder unangenehme Erinnerungen daran nicht auf ihr Kind zu übertragen. Wichtig ist, dass positive Signale gesetzt werden: Der Zahnarzt schaut und hilft, dass die Zähne richtig wachsen, gross und stark werden und gesunfd bleiben.
Mein Zahnarzt ist lustig, er erzählt Witze, und auf seinem Kittel ist ein Superman, das ist cool. Felix (5) kam kürzlich zum ersten Mal in die Zahnarztpraxis zur Zahnkontrolle. Nach fünf Minuten war alles vorbei, und Felix war stolz darauf, sogar ohne Mami oder Papi im Zahnarztzimmer gewesen zu sein.
Eine Ausnahme?
Es gibt leider auch Kinder, die grosse Angst haben, weil sie meinen, dass der Besuch beim Zahnarzt etwas Schlimmes sei. Sie fürchten sich davor, auf dem Stuhl zu liegen und den Mund zu öffnen. Warum war es bei Felix nicht so?
Die freundlich Stimmung in der Praxis und das Geschickt des Zahnarztes und seiner Assistentinnen sind sehr wichtig, dass ein Kind den Besuch beim Zahnarzt "cool" finden kann. Zahnärzte kennen viele Tricks und wurden zumindest in der Schweiz auch ausgebildet, den kleinen Patienten spielerisch zu zeigen, was sie tun. "Horrorerfahrungen", wie sie Grosseltern oder Eltern gemacht haben mögen, gehören der Vergangenheit an!
Doch alle Bemühungen des Zahnarztes nützen wenig, wenn die Erwartungen des Kindes von zu Hause aus bereits negativ geprägt sind.
Was Eltern tun können
Zum grossen Teil liegt es in der Hand der Eltern, mit welchen Gefühlen ihr Kind die Zahnarztpraxis betrifft. Sie stimmen das Kind auf dem Besuch ein. Dies geschieht am besten so dass der Zahnarztbesuch als etwas völlig Normales, Alltägliches wahrgenommen wird, als etwas, was alle Menschen tun, wie beispielsweise auch einkaufen gehen.
Man darf dem Kind ruhig erklären, wie der Zahnarztbesuch ablaufen wird. Wichtig ist aber, dass positive Signale gesetzt werden. Vermeiden Sie den Bezug zu Angst, Schmerzen, Bohren oder Spritze. Sagen sie nie: "Es wird nicht wehtun!" oder "Du brauchst keine Angst zu haben, er wird sicher nicht bohren beim ersten Mal!" Sie bewirken damit das Gegenteil: das Kind hört daraus, dass es durchaus Grund gibt, sich zu fürchten.
Niemals drohen
Man darf dem Kind auch niemals drohen, zum Zahnarzt gehen zu müssen, wenn es seine Zähne nicht putzt, oder gar, dass er seine Zähne anbohren werde. Das Kind wird daraus schliessen, dass der Zahnarztbesuch eine Strafe, also etwas Schlimmes ist. Ebenso bewirkt das Versprechen einer Belohnung oft das Gegenteil, denn indirekt wird damit gesagt, dass eine "Prüfung", eine Bewährungsprobe zu bestehen gilt.
Mit Geschichten von eigenen schlechten Erfahrungen provozieren Eltern eine Abwehrhaltung beim Kind. Versuchen Sie als Eltern unbedingt, Ihre eigene Angst oder unangenehme Erinnerungen nicht auf Ihr Kind zu übertragen. Prägen Sie ein positives Bild vom Besuch beim Zahnarzt. Erzählen Sie Ihrem Kind, wie Ihnen die Behandlung geholfen hat und dass der Zahnarzt schaut und hilft, dass die Zähne richtig wachsen, gross und stark werden und gesund bleiben. Damit Kinder entspannt zum Zahnarzt gehen können, ist richtiges Verhalten seitens des Zahnarztes und der Eltern nötig. Nur mit diesem Zusammenspiel wird Angst gar nie aufkommen – vor und während des Zahnarztbesuchs nicht.
Autor: Dr. med. dent. Jürg Eppenberger
Erschienen in: Neue Luzerner Zeitung am 2. Dezember 2013
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Offene Stellen
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Persönliche Betreuung
Wir möchte Sie als Person bei uns willkommen heißen, nicht nur als Gebiss.
Flexible Terminplanung
Wir stehen Ihnen nach Absprache auch ausserhalb der regulären Öffnungszeiten zur Verfügung.
Moderne Technologien
Wir verwenden für Sie modernste Technologien für eine präzise Diagnostik und bestmögliche Behandlung.
Langjährige Erfahrung
Wir verfügen über langjährige Behandlungserfahrung und setzen auf stetige Fortbildungen.


















































